Deadwood – der etwas andere Western


Als Kind habe ich Western geliebt. Die Erinnerung an Figuren und Handlung von Serien wie „Western von gestern“ und „Rauchende Colts“ sowie ungezählten US-Spielfilmen ist diffus und bruchstückhaft. Die Erinnerung an meine kindliche Begeisterung für Abenteuer, Wagemut und Heldenruhm ist dagegen relativ klar geblieben.

Die ungeheuer dreiste Arroganz der weißen Männer des Westens war mir damals noch nicht bewusst. Hingegen fand ich es schon ein wenig merkwürdig und irritierend, dass immer nur die Männer die coolen Sachen gemacht haben, während die Frauen brav am Herd auf die Rückkehr der Aufrechten warten mussten oder bestenfalls mal einen Angeschossenen pflegen durften.

Vielleicht sind das die Gründe, warum mit Beginn der Pubertät das Genre seinen Reiz für mich weitestgehend verloren hat. Daher war ich auch eher zurückhaltend, als ein Kollege mir Deadwood ans Herz und damit ins DVD-Laufwerk gelegt hat.

Schon nach der ersten Folge war ich süchtig. Deadwood ist anders als die alten Western. Keine geschönte Marlboro-Romantik, in Deadwood geht es dreckig zur Sache – in Wort und Tat. Besonders beeindruckend: die Zeichnung der Charaktere. Die Bösen sind böse, aber manchmal sind sie auch sympathisch oder erregen Mitgefühl. Die Guten sind gut, aber auch sie haben ihre Unzulänglichkeiten und dunklen Abgründe. Und genau davon lebt eine Serie, egal in welchem Setting sie spielt.

Um es mit dem Worten des Saloon-Betreibers und Ober-Ganoven Al Swearengen zu sagen: Welcome to fucking Deadwood!

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