Wieder nicht gewonnen – aber immerhin weiß ich, wo meine Stimme ist

Das Ergebnis der Bundestagswahl lässt mich nicht jubeln, aber es war kaum anders zu erwarten. Trotzdem schätze ich mich glücklich, in einem Land zu wohnen, in dem demokratische Wahlen abgehalten werden. Ich weiß, dass meine Stimme zählt. Ich lebe in einem freien Land.

Laut Definition von Freedom House (http://de.wikipedia.org/wiki/Freedom_House) bedeutet das:

“A Free country is one where there is broad scope for open political competition, a climate of respect for civil liberties, significant independent civic life, and independent media.“
http://www.freedomhouse.org/uploads/fiw09/MOF09.pdf

Der Freedom House Report von 2009 sagt, dass 46% der Weltbevölkerung in einem freien Land leben – die anderen 54% in nur teilweise freien oder unfreien Ländern.

Die Karte zeigt die Verteilung der Freiheit auf der Welt; Bewertungskriterien sind politische Rechte (political rights) und Bürgerrechte (civil liberties). Mehr Info hier: http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=351&ana_page=354&year=2009 

Grün markierte Staaten sind frei, gelbe teilweise frei und Blau kennzeichnet unfreie Staaten.

Verteilung der Freiheit in der Welt - 2009

Verteilung der Freiheit in der Welt - 2009

Nun sollten die Daten des Freedom House, das überwiegend von der US-amerikanischen Regierung finanziert wird, nicht unreflektiert betrachtet werden. Aber mit ziemlicher Sicherheit kann man wohl sagen, dass wir in Deutschland hinsichtlich der politischen und bürgerrechtlichen Freiheit zum privilegierten Teil der Welt gehören.

Umso trauriger, dass immer weniger Menschen von ihrem Recht auf eine freie, geheime und gleiche Wahl Gebrauch machen. Die Wohlstandsdummdreistigkeit schlägt zu. Für viele Deutsche ist das Recht auf politische Mitbestimmung eine unbequeme und lästige Selbstverständlichkeit.

Die ca. 3,6 Milliarden Menschen, die nicht in freien Ländern leben, sehen das wahrscheinlich anders.

2 Antworten zu “Wieder nicht gewonnen – aber immerhin weiß ich, wo meine Stimme ist

  1. Schon verdammt traurig, dass alle Rufe nach einer höheren Wahlbeteiligung anscheinend nicht geholfen haben. 72 Prozent ist ein echtes Armutszeugnis für die deutsche Demokratie. Es wird Zeit eine Prozenthürde für die Wahlbeteiligung einzuführen.

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  2. Ich finde es auch ungeheuerlich, dass nur so wenige mündige Bürger zur Wahl gehen. Besonders bestürzt mich, dass vor allem junge Leute den Weg zur Wahlurne nicht finden. Gerade wenn man Länder wie z.B. den Iran betrachtet, stösst das übel auf.
    „Die Wohlstandsdummdreistigkeit schlägt zu.“ Wie war, leider :/

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