Monatsarchiv: Juli 2023

Aufmunterung der Woche (30/2023)

In dieser Woche habe ich mich im Job oft genervt gefühlt. Im Moment habe ich zu viele Themen auf dem Tisch und manche davon finde ich einfach doof. Damit ich mich nicht zu sehr in diese – hoffentlich temporäre – Unzufriedenheit hineinsteigere, habe ich mir gestern drei Minuten für ein Brainstorming genommen und aufgeschrieben, was mir in dieser Woche Freude bereitet hat. Auf 18 Dinge bin ich gekommen, teils größere und auch ganz kleine, vier davon arbeitsbezogen. Immerhin.
Das macht mich zwar nicht sofort wieder zufrieden, zeigt mir aber, dass selbst in einer nervigen Woche viele schöne Sachen passiert sind.

Aufmunterung der Woche (29/2023)

Es ist Sommer, da braucht der Mensch ein erfrischendes Getränk. Wie wäre es mit einem Smoothie aus heimischen Beeren, einem lauwarmen Tee aus Kräutern vom Balkon oder einfach einem kühlen Wasser direkt aus dem Hahn?
Auf eines sollte man stets achten: Ausreichend Nachschub parat haben, denn schon Wilhelm Busch wusste:

Ein Trinkgefäß, sobald es leer, macht keine rechte Freude mehr.

Aufmunterung der Woche (28/2023)

A propos „alles schaffen“: Dass in Wirklichkeit niemand multitaskingfähig ist, wussten schon die alten Chinesen. *

Wer zwei Hasen gleichzeitig jagt, wird keinen davon fangen.

Konfuzius (um 500 v.Chr.) – und andere

* Wahlweise auch die Ungarn und die Russen – für das Zitat finden sich im Internet auf Anhieb verschiedene Quellen.

Aufmunterung der Woche (27/2023)

Das Mantra „Du kannst alles schaffen, wenn du es wirklich willst“ ist für mich nur auf den ersten Blick selbstbestärkend. Selbst wenn es ehrlich gemeint ist, birgt es ein Risiko. Denn in Wirklichkeit kann niemand „alles“ schaffen. Es gibt Grenzen.
Gerade Frauen wird aber eingetrichtert, dass sie sich nur mehr anstrengen müssen, um „alles“ zu schaffen und zu sein: fürsorgende Mutter, hingebungsvolle Ehefrau, selbstlose Tochter, inspirierte Haushaltschefin, kreative Freizeitmanagerin, empathische Kollegin, erfolgreiche Karrierefrau – natürlich mit stets strahlendem Lächeln, faltenfreier Haut und knackigem Po.
Wenn eine das nicht schafft oder unter der Last unglücklich oder gar krank wird, dann will sie es wohl nicht wirklich! Dann hat sie versagt und ist selbst schuld an ihrer Misere. Im schlimmsten Fall ist der Glaubenssatz also selbstzerstörerisch.

In die gleiche Richtung zielend, aber viel inspirierender, weil spezifischer, finde ich indes ein Zitat von Mae Jemison, einer ehemaligen NASA Astronautin:

Never be limited by other people’s limited imaginations… If you adopt their attitudes, then the possibility won’t exist because you’ll have already shut it out… You can hear other people’s wisdom, but you’ve got to re-evaluate the world for yourself.

Aufmunterung der Woche (26/2023)

Letztes Wochenende war ich bei der Schreibwerkstatt. Das ist für mich immer eine Aufmunterung! Eine der Schreibanregungen war das Gedicht „Der Ort“ von Bernd Jentzsch. Jentzsch schildert darin den Ort einer glücklichen Kindheit, die meisten Zeilen beginnen mit „wo ich“. Aufgabe war, einen eigenen persönlich bedeutsamen Ort zu beschreiben und dabei Jentzsch formal locker zu folgen. Für mich war schnell klar, über welchen Ort ich schreiben will!

Welchen Ort möchtest du lyrisch zum Leben erwecken?


Der Ort
Wo ich mich im ersten Jahr sehr stolz und zugleich wieder klein gefühlt habe.
Wo ich entdeckt habe, dass mir das Lernen auch hier leicht fällt.
Wo ich mich beim Unterstufenfasching in den DJ aus der Kollegstufe verknallt habe.
Wo mir von Jahr zu Jahr bewusster wurde, dass die englische Sprache eine meiner Leidenschaften ist;
Dafür aber der Sportunterricht immer schrecklicher und quälender wurde.
Wo ich in Erdkunde heimlich Kartoffelchips aus der Tüte unter der Bank gefuttert habe.
Wo ich Freundschaften geschlossen habe, von denen zwei bis heute halten.
Wo ich mich mit meiner ersten großen Liebe von einer Schulfeier davongestohlen und im dunklen Gang vor den Physiksälen gelacht, geknutscht, geschwiegen habe.
Wo ich in Geometrie manchmal den Vordermann mit dem Zirkel in den Rücken gepikst habe, wenn der beim Stuhlkippeln nahe genug kam.
Wo ich auf der Schulbühne nach der Theaterpremiere gespürt habe, wie wunderbar sich Applaus anfühlt.
Wo mir bei der Übergabe des Abiturzeugnisses bewusst wurde, dass mir jetzt die Welt offen steht.
Wo ich 30 Jahre nach dem Abitur während der Schulführung in drei Klassenzimmern ein kleines Kreideherz an die Tafel gemalt habe.