Archiv der Kategorie: Futter für Geist und Seele

Südtirol-Haikus (6 von 7)

11 Tag im Spa
Schwitzen im Dampfbad
Schweben im Solebecken
Zur Ruhe kommen


12 Schwitzhüttenritual
Steine feuerheiß
Dunkel, Kräuterdampf, Gesang
Den Wurzeln ganz nah

Südtirol-Haikus (5 von 7)

8 Rund um Lüsen: Flittrunde
Hoch zur Kapelle
Weiter Blick ins Lüsner Tal
Waldweg steil hinab


9 Rund um Lüsen: Panoramaweg
Waldbadpromenad‘
Kreuzweg am plätschernden Bach
Baumgrüne Rücken


10 Rund um Lüsen: Historische Handwerkerzone
Bachwasser gab Kraft
für Mühle, Sägwerk, Schmiede
Geschichte im Jetzt

Südtirol-Haikus (4 von 7)

6 Von der Plätzwiese zum Strudelkopf

Almwiesenkühe
Dolomitenrundumsicht
Weltkriegsruinen

7 Damwildgehege beim Hotel Trenker

Fell und Augen braun
Bewegungen anmutig
Vorsichtig und flink

Südtirol-Haikus (3 von 7)

4 Wöggenalm

Wiese, Wald, Talblick
Kühe bimmeln, Almhirt rät
Rückweg im Regen

5 Pragser Berg

Sonniger Bergkamm
Blick auf St. Veit und Schmieden
Schattiger Waldweg

Südtirol-Haikus (2 von 7)

3 Hochalpe und Kreuzjoch

Himmel blau, Anstieg
steil, Berge mächtig, Wiesen
saftig, Ziegen kess

Südtirol-Haikus (1 von 7)

Im vergangenen September haben wir den Urlaub in Südtirol gemacht, der bereits für den Juni 2020 gebucht war – und der damals aus bekannten Gründen nicht stattfinden konnte. Unsere Stationen waren Prags und Lüsen. Ein Souvenir: Viele Fotos und 15 Haikus, die ich nun in sieben Teilen hier veröffentliche.

1 Pragser Wildsee I

Wasser leuchtend klar
Felswände majestätisch
Viele Touristen

2 Pragser Wildsee II

In Vollmondnächten
fährt das einsame Boot der
Sagenkönigin

Mein Poetenfest 2022

Meine kleine persönliche Berichterstattung zum diesjährigen Poetenfest fällt zeitlich bedingt kurz aus: die lang ersehnte Urlaubsreise steht vor der Tür.

Endlich konnte das Poetenfest wieder im gewohnten Rahmen stattfinden, d.h. mit den kostenlosen Lesenachmittagen im Erlanger Schlossgarten. Die entspannte, offene Atmosphäre dort bleibt unübertroffen.

Besonders gefallen haben mir die Lesungen (und Gespräche) von und mit:

Shelly Kupferberg, die in „Isidor“ ihrem Urgroßonkel nachspürt, der von einem unbedeutenden Dorf in Galizien aus bis zum reichen und angesehenen Kommerzialrat im Wien der 1930er Jahre aufsteigt, bis die Nazis alles zerstören.

Gün Tank, die uns in „Die Optimistinnen“ die Geschichte von Gastarbeiterinnen in den 1970er Jahren in Westdeutschland erzählt und damit gleichzeitig Einblicke in die Lebenswelt aller westdeutschen Frauen damals gibt.

Abbas Khider, der mich mit seiner inspirierend frohgestimmten und humorvollen Art einmal mehr beeindruckt hat.

Alexa Hennig von Lange, die in „Die karierten Mädchen“ fiktionale Elemente mit den Lebenserinnerungen ihrer Großmutter verwebt, die 1929 eine Stellung als Lehrerin in einem Kinderheim annimmt, zu dessen Leiterin wird und sich bald mit der völkischen Ideologie der Nazis auseinandersetzen muss.

Kurz mal raus

Wer im Großraum Erlangen-Fürth-Nürnberg lebt, hat die Fränkische Schweiz als Naherholungsgebiet direkt vor der Haustüre. Diese Woche waren wir für ein paar Tage in Ebermannstadt, haben wandernd die umliegenden Anhöhen und Wälder erkundet. Montags noch im Regen, Dienstag und Mittwoch dann mit zaghaften Sonnenstrahlen hinter dem Saharasand. Winterende, noch nicht ganz Frühlingsbeginn. Gut hat es getan, Körper und Kopf. Manchmal muss man einfach mal kurz raus.

Bald kommt er

Die Äste sind noch kahl, die Wiesen blass, doch die ersten Blüten und Bienen sind da und die Vögelchen zwitschern immer eifriger. Bald kommt er, der Frühling!

Mein Erlanger Poetenfest 2021, vervollständigt

Nach Dana Grigorcea, Jenny Erpenbeck und Sharon Dodua Otoo standen am Sonntagnachmittag noch zwei AutorInnen auf meinem Poetenfestprogramm. Zunächst Monika Helfer, die ihre autofiktionale Familiengeschichte mit „Vati“ fortsetzt. Die Leseproben und das Gespräch mit Dirk Kruse waren berührend und machten Lust auf mehr.

Und zum Schluss: Michael Köhlmeier. Er lässt den Kater „Matou“ sieben Leben leben und erzählen, von der französischen Revolution bis in die Gegenwart. Matou ist enorm gebildet und sehr eloquent. Köhlmeiers Leseproben aus dem fast 1000-seitigen Werk und das Gespräch mit Hajo Steinert waren höchst unterhaltsam und fesselnd – so dass der strömende Regen kaum zu spüren war.

Ein sehr schönes Poetenfest habe ich dieses Jahr erlebt und bin an beiden Tagen beglückt nach Haus geradelt; einmal trocken, einmal nass. Dennoch hoffe ich, dass 2022 wieder die offenen Lesenachmittage im Schlossgarten mit ihrem vollkommen einzigartigen Zauber stattfinden können.