Archiv der Kategorie: Futter für Geist und Seele

Kurz mal raus

Wer im Großraum Erlangen-Fürth-Nürnberg lebt, hat die Fränkische Schweiz als Naherholungsgebiet direkt vor der Haustüre. Diese Woche waren wir für ein paar Tage in Ebermannstadt, haben wandernd die umliegenden Anhöhen und Wälder erkundet. Montags noch im Regen, Dienstag und Mittwoch dann mit zaghaften Sonnenstrahlen hinter dem Saharasand. Winterende, noch nicht ganz Frühlingsbeginn. Gut hat es getan, Körper und Kopf. Manchmal muss man einfach mal kurz raus.

Bald kommt er

Die Äste sind noch kahl, die Wiesen blass, doch die ersten Blüten und Bienen sind da und die Vögelchen zwitschern immer eifriger. Bald kommt er, der Frühling!

Mein Erlanger Poetenfest 2021, vervollständigt

Nach Dana Grigorcea, Jenny Erpenbeck und Sharon Dodua Otoo standen am Sonntagnachmittag noch zwei AutorInnen auf meinem Poetenfestprogramm. Zunächst Monika Helfer, die ihre autofiktionale Familiengeschichte mit „Vati“ fortsetzt. Die Leseproben und das Gespräch mit Dirk Kruse waren berührend und machten Lust auf mehr.

Und zum Schluss: Michael Köhlmeier. Er lässt den Kater „Matou“ sieben Leben leben und erzählen, von der französischen Revolution bis in die Gegenwart. Matou ist enorm gebildet und sehr eloquent. Köhlmeiers Leseproben aus dem fast 1000-seitigen Werk und das Gespräch mit Hajo Steinert waren höchst unterhaltsam und fesselnd – so dass der strömende Regen kaum zu spüren war.

Ein sehr schönes Poetenfest habe ich dieses Jahr erlebt und bin an beiden Tagen beglückt nach Haus geradelt; einmal trocken, einmal nass. Dennoch hoffe ich, dass 2022 wieder die offenen Lesenachmittage im Schlossgarten mit ihrem vollkommen einzigartigen Zauber stattfinden können.

Mein Poetenfest 2020

Bis Ende Juli habe ich nicht gedacht, dass es überhaupt ein Poetenfest 2020 geben würde. Doch es gibt eines, dieses Wochenende. Nicht wie gewohnt natürlich, aber logistisch-organisatorisch wohldurchdacht und mit einem sehr umfangreichen Programm.

Meine heißgeliebten Lesenachmittage im Schlossgarten müssen diesmal ausfallen, klar, stattdessen gibt es Lesungen und direkt anschließende Gespräche mit den AutorInnen an verschiedenen Orten in der Stadt. Alle Veranstaltungen kosten Eintritt und haben feste Sitzplätze mit dem nötigen Abstand. Ich hatte mich für zwei Lesungen im Skulpturengarten am Burgberg am Samstagnachmittag entschieden: Monika Helfer, deren Roman „Die Bagage“ ich schon vor einigen Wochen auf meine mentale Einkaufsliste gesetzt hatte, und Peter Stamm mit seinem Erzählband „Wenn es dunkel wird“.

Das Poetenfest feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen und in den ersten Jahren fanden die Lesungen im Burgberggarten statt. So kehrt das Poetenfest – wenn auch ungewollt – im Jubiläumsjahr zurück zu den Wurzeln.

Monika Helfer erzählt in „Die Bagage“ die Geschichte ihrer Großeltern, die als Außenseiter in einem Dorf in Vorarlberg leben. Als 1914 der Großvater Josef zum Kriegsdienst eingezogen wird, bleibt die schöne Großmutter Maria mit den Kindern zurück und ist der Lust der Männer und dem Argwohn der Frauen ausgesetzt. Und dann wird Maria schwanger, mit der Mutter der Autorin… Der Roman ist (auto)biographisch inspiriert, enthält jedoch auch fiktive Elemente und Figuren. Monika Helfers lakonischer Stil gibt den Lesenden Raum und zieht sie gleichzeitig in seinen Bann.

Peter Stamm hat in seinem Band „Wenn es dunkel wird“ elf Erzählungen gesammelt, in denen es um Verwandlungen und Verschwinden geht. Gelesen hat er die Geschichte eines sich anbahnenden Seitensprungs, der unerwartete Wendungen nimmt. Unterhaltsam, leichtfüßig, aber keineswegs oberflächlich, und spannend bis zum Schluss.

Und das war’s diesmal schon, mein Poetenfest. Die Veranstaltungen heute müssen dem Dauerregenwetter trotzen, bei meinen Lesungen gestern war’s glücklicherweise trocken. Ich bin gespannt aufs Poetenfest 2021. Lasst uns die Daumen drücken, dass Corona dabei keine Rolle mehr spielen wird.

Ein Sonntag mit Lupinen

In unserem Wald gibt es viele Lupinen und die starten gerade voll durch. Wir haben sogar einen Lupinenweg, aber ich kann euch verraten: die Lupinen sind rebellisch und wachsen nicht nur dort!

Kleine Freuden

Sehr vieles geht gerade nicht und das ist oft schmerzhaft. Manches geht jedoch nach wie vor, zum Beispiel einfach mal raus in die Natur. Heute war ein schöner Tag zum Wandern und es hat wirklich gut getan.

In der Bretagne im Mai – Teil 8 (letzter)

Rennes ist die Hauptstadt der Bretagne und war die letzte Station unseres Urlaubs. Von den etwa 216.000 Einwohnern sind über 60.000 Studenten; Rennes ist entsprechend lebendig und quirlig. Wir unternahmen unseren ausgedehnten Altstadtspaziergang Sonntagvormittag – da war es angenehm ruhig.

Der Dienstwagen der chemischen Fakultät?

Nachmittags dann schlendern und lesen im Parc du Thabor…

Eine bretonische Cola zur Erfrischung…

Und zum Abschluss eine Promenade durch den Rosengarten…

Rennes unterhält einige Städtepartnerschaften, eine davon mit Erlangen, wohin uns TGV, ICE und Regionalexpress wohlbehalten zurückbrachten. Mein liebes Frankreich, es war wieder wunderbar!

In der Bretagne im Mai – Teil 7

Es war ein windiger und teils regnerischer Tag, an dem wir rund um die Île-Grande gewandert sind. Wirklich groß ist die Île-Grande nicht, etwa neun Kilometer legt man bei ihrer Umrundung zurück. Echtes Insel-Feeling kommt auch nicht auf, denn die Île-Grande ist durch eine – zumindest bei Ebbe – recht unauffällige Brücke mit dem Festland verbunden:

Aber gerade der Wind und der Regen schufen eine besondere Atmosphäre; rau, elementar, geheimnisvoll.

In der Bretagne im Mai – Teil 6

Ein Stück östlich vom Sentier des Douaniers findet man eines der meistfotografierten Motive der Bretagne: Das Haus zwischen den zwei Felsen.

Bei unserem Weg die Küste entlang war es erst noch nieselig…

… aber bald hatte der Wind die Wolken vertrieben.

Am Wegesrand immer einmal wieder Blümchen…

… und ein Artischockenfeld.

Gegen Ende des Rundwegs ein Küstenabschnitt mit Felsen, hinter denen jederzeit Winnetou und Old Shatterhand hätten hervorreiten können.

Die beiden hielten sich jedoch lieber versteckt.

In der Bretagne im Mai – Teil 5

Ortswechsel. Wir springen an die Nordküste der Bretagne, den Abschnitt, der rosa Granitküste genannt wird. Woher der Name rührt, wird schnell klar.

Die Felsen entlang des Sentier des Douaniers (Zöllnerpfad) sind fantastisch geformt und man könnte glauben, vorzeitige Riesen hätten Türmchenbauen mit ihnen gespielt.

Hübsche Buchten mit und ohne Boote gibt es selbstverständlich auch.