Freudenfunke der Woche (02/2026)

Musik und Poesie sind für mich zwei der stärksten Quellen für Freudenfunken. Wenn sie die richtigen sind, treffen sie mich direkt ins Herz. Klassische Musik und lange, pathetische Gedichte gehören normalerweise nicht dazu, es gibt aber Ausnahmen. Eine davon vereint beides und ist zugleich die Inspiration für den Namen dieser Wochenkategorie: Schillers Ode an die Freude, in Teilen von Beethoven im Schlusssatz seiner Neunten Sinfonie vertont.

1972 erklärte der Europarat das Hauptthema dieses Satzes zur Hymne; seit 1985 ist es die offizielle Europahymne. Auch das trägt für mich wesentlich zum Funken bei, denn trotz aller Schwierigkeiten glaube ich weiterhin an Europa als Zusammenschluss freiheitlicher Staaten.

Der Funke springt über, wenn ich erst die eingängige Melodie und dann den mächtigen Chor höre:

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum!
Deine Zauber binden wieder
Was die Mode streng geteilt;
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Freudenfunke der Woche (01/2026)

Die erste Kalenderwoche 2026 ist da und so starte ich am letzten Tag des Jahres die neue Wochenkategorie. 2026 wird es freudig und funkig!

Manchmal braucht es einen Funken Freude – einen Lichtblick, der Mut macht und das Herz wärmt. In dieser Kategorie teile ich jede Woche einen Beitrag, der inspiriert, aufmuntert oder einfach ein Lächeln schenkt. Mal ein Gedicht oder ein Zitat, mal eine Geschichte oder eine Empfehlung. Lass dich überraschen und nimm dir deinen Freudenfunken für die Woche mit!

Der erste Freudenfunke sprüht Funken im ganz wörtlichen Sinn und erinnert mich an meine geliebte Oma Luise. Als ich Kind war, verbrachten wir den Heiligabend bei ihr und bevor es das traditionelle Weihnachtsessen gab (Schnitzel mit Kartoffelsalat), wurde der bunte Christbaum zusätzlich mit Wunderkerzen geschmückt. Alle wurden angezündet und das Licht ausgemacht. Das ein wenig beengte Wohnzimmer erstrahlte in warmem Glanz – eine meiner schönsten Weihnachtserinnerungen.

Seit einiger Zeit begrüße ich das neue Jahr mit Wunderkerzen und kehre dabei auch immer kurz in das Wohnzimmer meiner Großmutter zurück. So wird es auch diesmal sein – ich freu mich schon drauf.

P.S.: Vor zehn Jahren habe ich die Heiligabend-Szenerie meiner Kindheit lyrisch festgehalten: Zu Weihnachten ein Gedicht. Die Wunderkerzen fehlen dort, aber alle anderen damaligen „Zutaten“ sind dabei.

Verknappung der Woche (52/2025): Rosa Parks war es leid

Die letzte Verknappung gehört einer mutigen Frau. Am 1. Dezember 1955 wurde Rosa Parks in Montgomery, Alabama, verhaftet und zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie sich weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen. Ihr Protest löste den Busboykott von Montgomery aus und gilt als ein wichtiger Auslöser der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.

Ihr Widerstand war nicht körperlicher Erschöpfung geschuldet, sondern dem Willen, nicht länger nachzugeben:

People always said that I didn’t give up my seat because I was tired, but that isn’t true. I was not tired physically, or no more tired than I usually was at the end of a working day. I was not old, although some people have an image of me as being old then. I was forty-two. No, the only tired I was, was tired of giving in.
Rosa Parks: My Story, p. 116, Rosa Parks and James Haskins (1992)

Rosa Parks hat gezeigt, wie eine Einzelne den Wandel anstoßen kann. Nie dürfen wir Freiheit und Gerechtigkeit als selbstverständlich hinnehmen. Wir alle sind gefragt, in unserem Alltag einen Beitrag zu einer offenen und gerechten Gesellschaft zu leisten.

Rosa Parks, 1997
John Mathew Smith & http://www.celebrity-photos.com from Laurel Maryland, USA, CC BY-SA 2.

Verknappung der Woche (51/2025): Die Dosis…

… macht das Gift.
Das gilt auch für Zimtsterne, Feuerzangenbowle und Weihnachtslieder. 😉

Frohe Weihnachten!

Verknappung der Woche (50/2025): Gernhardts Mondgedicht

. . , –
fertig ist das Mondgedicht

Robert Gernhardt (1937-2006)

Verknappung der Woche (49/2025): Rilkes Advent

Verknappung der Woche (48/2025): Edmund Hillary über das Bezwingen

Im Mai 1953 erreichten der Neuseeländer Hillary und der Nepalese Tenzing Norgay als Erste den Gipfel des Mount Everest. Das Zitat gilt nicht nur für Bergsteiger. Die größten Herausforderungen liegen oft in uns selbst. Manchmal müssen wir über uns hinauswachsen, um unsere Ziele zu erreichen.

Hinweis: Das Zitat wurde Hillary zugeschrieben, stammt aber nicht eindeutig von ihm. In einem Interview 1998 sagte er: „I think I did say that over the years, and I believe it, too.“

Verknappung der Woche (47/2025): Twain über Klassiker

Ein Klassiker ist ein Buch, das jeder gelesen haben möchte, aber keiner lesen will.

Mark Twain (1835-1910)

Verknappung der Woche (46/2025): Tschechow über Bücher

Verknappung der Woche (45/2025): Schiller über Freundschaft

Denn über alles Glück geht doch der Freund,
Ders fühlend erst erschafft, ders teilend mehrt.

Friedrich von Schiller, aus Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 3. Auftritt, Wallenstein