Lyrik der Woche (28/2019)

Gestern Abend lief auf Arte eine spannende Dokumentation über George Michael (bis zum 16.08.2019 in der Arte Mediathek). Anfang der 1990er wollte er zwar Songs veröffentlichen, sich aber vom Medienrummel fernhalten. Auf dem Cover seines Albums „Listen Without Prejudice“ steht weder sein Name noch ist er selbst darauf abgebildet. George Michael wollte sich befreien und hat die dazu passende Hymne geschrieben: Freedom! ´90.

I won’t let you down
I will not give you up
Gotta have some faith in the sound
It’s the one good thing that I’ve got
I won’t let you down
So please don’t give me up
´Cause I would really, really love to stick around

All we have to see
Is that I don’t belong to you
And you don’t belong to me

You’ve gotta give for what you take

Konsequenterweise ist George Michael im Video zu Freedom! ´90 nicht zu sehen – dafür die fünf Topmodels der damaligen Zeit.

Lyrik der Woche (27/2019)

In Gottfried Kellers Gedicht „Die Zeit geht nicht“ steckt Nachdenkenswertes. Die 3. Strophe:

Es blitzt ein Tropfen Morgentau
Im Strahl des Sonnenlichts;
Ein Tag kann eine Perle sein
Und ein Jahrhundert nichts!

Und eine Rezitation von Fritz Stavenhagen:

Winteridyll

Erfrischend an hitzigen Tagen sind nicht nur kalte Getränke, Ventilatoren und Wassermelone, sondern auch Erinnerungen an den vergangenen Winterurlaub. Ende Februar verbrachten wir eine wunderbare Winterwoche in Hinterthiersee in Tirol.

Der Zug brachte uns in einer Stunde von München nach Kufstein, wo wir die Wartezeit auf den Bus mit einem Kaffee in der Sonne und einem kleinen Spaziergang verbrachten.

Etwa 20 Kilometer von Kufstein entfernt liegt Hinterthiersee…

… umgeben von ruhigen Waldspazierwegen.

Dicker Schnee beugte manche Bäume…

… andere leuchteten im Sonnenschein.

Mitten im Wald hat jemand seinen Briefkasten aufgehängt (weißes Rechteck in der Mitte). Ich nehme an, es war Familie Waldschrat.

Glänzende Ausblicke bei strahlender Sonne und milden Temperaturen.

Aber Vorsicht: Die hohe Schneedecke war an einigen Stellen weich und man konnte unangenehm tief einsinken.

Andere Wegabschnitte sahen so aus:

Weswegen wir an Tag 1 unseren Pinguinschritt ausgiebig üben konnten. Und an Tag 2 Überzieh-Spikes für unsere Wanderschuhen im lokalen Sportgeschäft kauften.

Hier hat es sich das Eichhörnchen schmecken lassen:

Wir haben es uns in unserem vorzüglichen Hotel schmecken lassen – morgens, nachmittags und abends. Der Abendblick aus unserem Zimmer: Das Kaisergebirge im letzten Sonnenlicht und zur anderen Seite die Kirche und das Dorf.

Hach, jetzt ist mr gleich viel weniger heiß!

Lyrik der Woche (26/2019)

Diese Woche kann es nur eine Lyrik geben: 36 Grad von 2raumwohnung, der Refrain.

36 Grad und es wird noch heißer
mach den Beat nie wieder leiser
36 Grad kein Ventilator
das Leben kommt mir gar nicht hart vor
36 Grad
36 Grad

Lyrik der Woche (25/2019)

Heute ist Weltflüchtlingstag. Die Lyrik der Woche kommt von Mahdi Hashemi. Seine Stimme wurde durch The Poetry Project hörbar.

Wie ein Pfeil

Einen Monat lang ging die Reise,
die keine Reise war,
sondern ein Schrecken,
in das Land der Hoffnung.

Jetzt warte ich auf ein Papier,
das vielleicht Bitterkeit enthält und Trauer.
Und fühle mich wie ein Pfeil.
Verschossen.
Der zurückkehren soll
zu seinem Bogen.

Kindheitsort

Der Ölofen und die verrußte Wand dahinter
Sofa und Sessel, beige, ein bisschen durchgesessen
Der neue Fernsehsessel mit Fußstütze zum Zurücklehnen
Das Gemälde mit den beiden Kindern und dem Schutzengel
Die Decke auf dem Couchtisch mit Flecken, die beim Waschen nicht mehr weggehen
Die gläsernen Briefbeschwerer mit bunten Blüten innen drin
Die Schublade mit Kerzen, Bindfäden, Schere, alten Postkarten und dem Heiligenbildchen mit dem Vaterunser auf der Rückseite
Essensduft aus der Küche, böhmische Knödel, dicke Soße mit viel Dill und
Immer ein Nachtisch

Lyrik der Woche (24/2019)

Sonnenschein bringt gute Laune! Die Stimmung ist spitze, alle sind froh! Wir kennen weder Traurigkeit noch Sorge! Uns geht’s immer gut!
Immer gut? Nein. Ricarda Huch hat den tiefen Schmerz in berührende Verse gefasst.

Nicht alle Schmerzen sind heilbar

Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen
Sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
Und während Tage und Jahre verstreichen,
Werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,
Sie scheinen zerronnen wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
Bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
Die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
Da blüht nichts mehr.