In der Bretagne im Mai – Teil 3

Nur ein kleines Stück weiter südlich (von Teil 2 aus gesehen) bringt uns eine Wanderung zu einem Château. Das Château de Dinan ist jedoch kaum bewohnbar; es ist nämlich kein Schloss, sondern ein markanter Felsen.

Auf dem Weg immer wieder spektakuläre Ausblicke, auch auf die Erbsenhaufen vor der Pointe de Pen Hir.

Der Sonnenschein lässt Meer und Landschaft leuchten und die Wandersleute unter der Sonnencreme ordentlich schwitzen (letzteres nicht im Bild).

Lyrik der Woche (46/2019)

Es wird langsam kälter, nicht wahr? Die Spatzen plustern sich auf, bis sie aussehen wie fedrige Christbaumkugeln. Aber nicht nur das! Christian Morgenstern weiß noch mehr zu berichten.

Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mitten drin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie der Hans hats niemand nicht.

Sie hören alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

In der Bretagne im Mai – Teil 2

Auf der Halbinsel Crozon südlich von Brest haben wir unsere erste Ferienwoche verbracht. Beim Wandern lässt sich dort einiges entdecken.

Beispielsweise Les Tas de Pois, die Erbsenhaufen, drei kleine Felsinseln, die dem Kap von Pen Hir vorgelagert sind.

Gleich in der Nähe ein Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Bretonen.

Auf dem weiteren Weg immer wieder verfallene Bunkeranlagen der Nazis. Heutzutage zum Glück nur noch von freundlichen Graffiti-Vögeln bevölkert.

Imposante Küstenblicke…

Am Rande des kleinen Orts Camaret-sur-Mer trifft man auf 4000 Jahre alte Menhire…

… und hinter einer hohen Gartenmauer auf einen mysteriösen Hexenhut!

Lyrik der Woche (45/2019)

Die dunkle Jahreszeit ist da. Und auch hier und dort. Sogar in der Heide! Von Theodor Storm.

Über die Heide

Über die Heide hallet mein Schritt;
Dumpf aus der Erde wandert es mit.

Herbst ist gekommen, Frühling ist weit –
Gab es denn einmal selige Zeit?

Brauende Nebel geisten umher;
Schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer.

Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai!
Leben und Liebe – wie flog es vorbei!

In der Bretagne im Mai – Teil 1

Der Urlaub in der Bretagne ist nun fast sechs Monate her… Zeit, die schönen Erinnerungen aufleben zu lassen!

Zum Beispiel an die leckeren Galettes und Crêpes, zu denen eine Schale Cidre so gut schmeckt…

Oder an die ausgiebigen Frühstücke mit französischem Käse & Baguette und die entspannten Lesestunden in den Gärten unserer beiden Ferienhäuschen…

Und natürlich an die aussichtsreichen und stimmungsvollen Wanderungen…

Mehr dazu in den folgenden Beiträgen!

Lyrik der Woche (44/2019)

Die keltische Mythologie nimmt an, dass die Menschen an Halloween einen Zugang zu den Wesen der Anderwelt haben. Von einer Begegnung mit Wesen aus einem anderen Reich erzählt auch Goethes Erlkönig.

Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
er hat den Knaben wohl in dem Arm,
er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? –
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron‘ und Schweif? –
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel‘ ich mit dir;
manch bunte Blumen sind an dem Strand,
meine Mutter hat manch gülden Gewand.“

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
was Erlenkönig mir leise verspricht? –
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind:
In dürren Blättern säuselt der Wind.

„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
meine Töchter führen den nächtlichen Reihn,
und wiegen und tanzen und singen dich ein.“

Mein Vater, mein Vater und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? –
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh‘ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! –

Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
er hält in Armen das ächzende Kind,
erreicht den Hof mit Mühe und Not;
in seinen Armen das Kind war tot.

Lyrik der Woche (43/2019)

Was braucht man eigentlich so zum Leben? Hier ist Friederike Mayröckers Antwort darauf.

was brauchst du

was brauchst du? einen Baum ein Haus zu
ermessen wie groß wie klein das Leben als Mensch
wie groß wie klein wenn du aufblickst zur Krone
dich verlierst in grüner üppiger Schönheit
wie groß wie klein bedenkst du wie kurz
dein Leben vergleichst du es mit dem Leben der Bäume
du brauchst einen Baum du brauchst ein Haus
keines für dich allein nur einen Winkel ein Dach
zu sitzen zu denken zu schlafen zu träumen
zu schreiben zu schweigen zu sehen den Freund
die Gestirne das Gras die Blume den Himmel