Manchmal muss man sich mit dem kleinsten Fünkchen Freude zufrieden geben…
Über das Kommen mancher Leute tröstet uns nichts als die Hoffnung auf ihr Gehen.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)
Manchmal muss man sich mit dem kleinsten Fünkchen Freude zufrieden geben…
Über das Kommen mancher Leute tröstet uns nichts als die Hoffnung auf ihr Gehen.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916)
Veröffentlicht unter Freudenfunke der Woche
Seit vielen Jahren lese ich einmal im Monat im Seniorenheim vor. Zu meiner Vorlesestunde kommen um die 20 Leute, ganz überwiegend Frauen. Neben kurzen Geschichten und Märchen lese ich immer auch Gedichte. Bei manchen Gedichten sprechen einige der Zuhörerinnen ein paar Verse auswendig mit. Das ist immer ein Augenblick besonderer Freude für mich. Heute haben einige Damen beim Lindenbaum mitgesprochen und mir damit einen Glücksmoment bereitet.
Der Lindenbaum
Am Brunnen vor dem Tore
Da steht ein Lindenbaum:
Ich träumt in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.
Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort.
Ich mußt auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.
Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst du deine Ruh!
Die kalten Winde bliesen
Mir grad ins Angesicht,
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht.
Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von jenem Ort,
Und immer hör ich´s rauschen:
Du fändest Ruhe dort!
Wilhelm Müller (1794-1827)
Veröffentlicht unter Freudenfunke der Woche
Bettina von Arnim und Catharina Elisabeth Goethe (Johann Wolfgangs Mutter) standen in regem Briefwechsel. Am Schluss eines Briefes schreibt Goethes Mutter an Bettina:
Amüsiere Dich recht gut und sei lustig, denn wer lacht, kann keine Todsünd‘ tun.
Ein freudiger Rat einer mütterlichen Freundin, der zum unbedingten Befolgen einlädt!
Veröffentlicht unter Freudenfunke der Woche
Musik und Poesie sind für mich zwei der stärksten Quellen für Freudenfunken. Wenn sie die richtigen sind, treffen sie mich direkt ins Herz. Klassische Musik und lange, pathetische Gedichte gehören normalerweise nicht dazu, es gibt aber Ausnahmen. Eine davon vereint beides und ist zugleich die Inspiration für den Namen dieser Wochenkategorie: Schillers Ode an die Freude, in Teilen von Beethoven im Schlusssatz seiner Neunten Sinfonie vertont.
1972 erklärte der Europarat das Hauptthema dieses Satzes zur Hymne; seit 1985 ist es die offizielle Europahymne. Auch das trägt für mich wesentlich zum Funken bei, denn trotz aller Schwierigkeiten glaube ich weiterhin an Europa als Zusammenschluss freiheitlicher Staaten.
Der Funke springt über, wenn ich erst die eingängige Melodie und dann den mächtigen Chor höre:
Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum!
Deine Zauber binden wieder
Was die Mode streng geteilt;
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Veröffentlicht unter Freudenfunke der Woche
Die erste Kalenderwoche 2026 ist da und so starte ich am letzten Tag des Jahres die neue Wochenkategorie. 2026 wird es freudig und funkig!
Manchmal braucht es einen Funken Freude – einen Lichtblick, der Mut macht und das Herz wärmt. In dieser Kategorie teile ich jede Woche einen Beitrag, der inspiriert, aufmuntert oder einfach ein Lächeln schenkt. Mal ein Gedicht oder ein Zitat, mal eine Geschichte oder eine Empfehlung. Lass dich überraschen und nimm dir deinen Freudenfunken für die Woche mit!
Der erste Freudenfunke sprüht Funken im ganz wörtlichen Sinn und erinnert mich an meine geliebte Oma Luise. Als ich Kind war, verbrachten wir den Heiligabend bei ihr und bevor es das traditionelle Weihnachtsessen gab (Schnitzel mit Kartoffelsalat), wurde der bunte Christbaum zusätzlich mit Wunderkerzen geschmückt. Alle wurden angezündet und das Licht ausgemacht. Das ein wenig beengte Wohnzimmer erstrahlte in warmem Glanz – eine meiner schönsten Weihnachtserinnerungen.
Seit einiger Zeit begrüße ich das neue Jahr mit Wunderkerzen und kehre dabei auch immer kurz in das Wohnzimmer meiner Großmutter zurück. So wird es auch diesmal sein – ich freu mich schon drauf.
P.S.: Vor zehn Jahren habe ich die Heiligabend-Szenerie meiner Kindheit lyrisch festgehalten: Zu Weihnachten ein Gedicht. Die Wunderkerzen fehlen dort, aber alle anderen damaligen „Zutaten“ sind dabei.
Veröffentlicht unter Freudenfunke der Woche
Die letzte Verknappung gehört einer mutigen Frau. Am 1. Dezember 1955 wurde Rosa Parks in Montgomery, Alabama, verhaftet und zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie sich weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen. Ihr Protest löste den Busboykott von Montgomery aus und gilt als ein wichtiger Auslöser der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.
Ihr Widerstand war nicht körperlicher Erschöpfung geschuldet, sondern dem Willen, nicht länger nachzugeben:
People always said that I didn’t give up my seat because I was tired, but that isn’t true. I was not tired physically, or no more tired than I usually was at the end of a working day. I was not old, although some people have an image of me as being old then. I was forty-two. No, the only tired I was, was tired of giving in.
Rosa Parks: My Story, p. 116, Rosa Parks and James Haskins (1992)
Rosa Parks hat gezeigt, wie eine Einzelne den Wandel anstoßen kann. Nie dürfen wir Freiheit und Gerechtigkeit als selbstverständlich hinnehmen. Wir alle sind gefragt, in unserem Alltag einen Beitrag zu einer offenen und gerechten Gesellschaft zu leisten.
Veröffentlicht unter Verknappung der Woche
… macht das Gift.
Das gilt auch für Zimtsterne, Feuerzangenbowle und Weihnachtslieder. 😉
Frohe Weihnachten!
Veröffentlicht unter Verknappung der Woche
. . , –
fertig ist das Mondgedicht
Robert Gernhardt (1937-2006)
Veröffentlicht unter Verknappung der Woche
Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenherde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird;
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
Streckt sie die Zweige hin – bereit,
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit.
Rainer Maria Rilke
Veröffentlicht unter Verknappung der Woche
It is not the mountains we conquer but ourselves.
Sir Edmund Hillary (1919-2008)
Im Mai 1953 erreichten der Neuseeländer Hillary und der Nepalese Tenzing Norgay als Erste den Gipfel des Mount Everest. Das Zitat gilt nicht nur für Bergsteiger. Die größten Herausforderungen liegen oft in uns selbst. Manchmal müssen wir über uns hinauswachsen, um unsere Ziele zu erreichen.
Hinweis: Das Zitat wurde Hillary zugeschrieben, stammt aber nicht eindeutig von ihm. In einem Interview 1998 sagte er: „I think I did say that over the years, and I believe it, too.“
Veröffentlicht unter Verknappung der Woche