Archiv der Kategorie: Brockhaus der Woche

Brockhaus der Woche (52/2018)

In 52 Wochen sind wir zweimal durchs Alphabet gereist mit Begriffen aus meinem Brockhaus. Mit dem zweiten „Z“ schließt sich der Kreis, das Jahr geht zu Ende. Die Zwölf Nächte bringen uns ins nächste.

Zwölf Nächte (Zwölften), im Volksglauben und Brauchtum bes. hervorgehobene Tage, i.d.R. (mit landschaftl. Abweichungen) zw. Weihnachten und Dreikönigstag; galten als die Zeit von Spukgeistern (Wilde Jagd, Frau Holle, Bercht), die mit mancherlei Arbeitsverbot belegt war, sowie als Lostage; zum Schutz vor den Geistern besprengte man in kath. Gegenden Zimmer und Ställe mit Weihwasser (Raunächte). Aus dem Wetter der Z.N. leitete man Voraussagen für das Wetter der 12 Monate des kommenden Jahres ab, auch Träume galten als vorbedeutend.

Brockhaus der Woche (51/2018)

Der vorletzte Brockhaus der Woche! Mit dem Y geht es in die nordische Mythenwelt.

Ymir, german. Mythos: ein aus dem Eis entstandener Urzeitriese; aus ihm entsprangen die Frost- und Reifriesen; von Odin und seinen Brüdern getötet; aus seinem Fleisch wurde die Erde, aus dem Blut das Meer, aus den Knochen die Berge, aus dem Haar der Weltbaum, aus dem Schädel der Himmel.

Brockhaus der Woche (50/2018)

Was haben gelb, fremd, trocken und Holz gemeinsam? Der Brockhaus verrät es!

xantho… [grch.], gelb…, hellfarbig.
xeno… [grch.], fremd…
xero… [grch.], trocken…
xylo… [grch.], holz…

Brockhaus der Woche (49/2018)

Man kann es mögen oder nicht; es kehrt wieder, zuverlässig jedes Jahr.

Weihnachten [mhd. ze wihen nahten „in den heiligen Nächten“] (Weihnacht, Christfest, Heiliger Christ), gesamtchristl. Fest der Geburt Jesu; neben Ostern und Pfingsten eines der Hauptfeste der christl. Kirchen; seit 336 (erstmals in Rom) am 25.12. gefeiert, anknüpfend an das an diesem Tag begangene röm. Staatsfest der Geburt des unbesiegbaren Sonnengottes (Sol invictus) und dieses im christl. Sinne umdeutend. Es verschmolz später im german. Bereich mit dem Julfest (Wintersonnenwende) und verdrängte, trotz zunächst heftiger Widerstände wegen seiner „heidn.“ Parallelen, außer in der armen. Kirche das ursprüngl. Geburtsfest Jesu am 6.1. (Epiphanias). – Der Volksbrauch (Weihnachtsbrauch) prägte mit seiner Vielfalt von liturg. und außerliturg. Brauchtum (z.B. Krippen, Sternsingen, Weihnachtsspiele) den heutigen überregionalen Charakter von W. aus. Zentrales Sinnbild wurde der lichtergeschmückte Weihnachtsbaum (Christbaum; vereinzelt ohne Licht schon im beginnenden 16. Jh., seit dem letzten Drittel des 19. Jh. allg. üblich), im 20. Jh. kam der Adventskranz hinzu. Aus den Gabenbringern der Adventszeit (hl. Nikolaus, Knecht Ruprecht) wurde der Weihnachtsmann (erstmals belegt auf Bildern des 19. Jh.). Ende des 18. Jh., deutlich dann im 19. Jh., erhielt W. das familiäre Gepräge mit der Bescherung (Kinderbescherung seit dem 16. Jh. in der evang. Oberschicht üblich) am Hl. Abend (Hl. Nacht, Christnacht: 24.12.), auf den sich heute auch die christl. Weihnachtsfeier (Weihnachtsvigil, Christmette) konzentriert.

Brockhaus der Woche (48/2018)

Jetzt in der Vorweihnachtszeit kommt sie sicher vermehrt zum Einsatz. Ich schwärme das ganze Jahr über für sie…

Vanille [va’nilje; frz., aus span. vainilla „kleine Schote“] die (Vanilla), Gattung der trop. Orchideen, Lianen mit Luftwurzeln, fleischigen Blättern und schotenartigen Früchten. Die Früchte der Echten V. (Vanilla planifolia) werden vor der Reife geerntet und getrocknet. Der darin enthaltene Milchsaft verwandelt sich beim Reifen durch Fermentation in eine schwarzbraune Masse von intensivem Duft; Verwendung in der Lebensmittelind., Likörfabrikation und Parfümerie.

Schon die Azteken erfreuten sich an der Vanilleschote, die sie zum Verfeinern ihrer Kakaogetränke verwendeten. Auch die Europäer lernten sie schätzen, nachdem sie Amerika und damit eine Reihe neuer Gewürze entdeckt hatten. Lange Zeit hindurch versuchten sie freilich vergeblich, die Vanille außerhalb ihres Herkunftslandes Mexiko zu kultivieren. Man wusste damals nämlich nicht, dass die Ausbildung der Schoten von der Befruchtung durch eine ganz bestimmte Bienenart abhängt. Ohne die ging es nicht.
Erst als man die manuelle Befruchtung entwickelt hatte, konnte man den Vanilleanbau auch auf andere tropische Länder auszuweiten. Besonders verbreitet hat sich diese Kultur zum Beispiel auf Madagaskar.

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Foto: Von Sunil Elias – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4640782

Brockhaus der Woche (47/2018)

Buchstabe U bringt uns in die alte ägyptische Kultur.

Uschebti [ägypt.] das, kleine mumiengestaltige Figuren, die die Ägypter seit dem Mittleren Reich ihren Toten mitgaben. Die aus Fayence, Ton, Holz oder Stein gearbeiteten U. sind als Abbild des Verstorbenen gestaltet und sollen ihn im Jenseits vertreten, wenn er dort zur Arbeit aufgerufen wird.

Wäre doch gar nicht so übel, wenn es Uschebtis auch für Lebende gäbe!

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Bild: CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=652340

Brockhaus der Woche (46/2018)

Eine große Anhängerin der Astrologie bin ich nicht. Laut chinesischem Horoskop bin ich im Jahr des Tigers geboren. Und das gefällt mir schon, denn der Tiger ist ein faszinierendes und kraftvolles Tier, vor dem man besser Respekt haben sollte. Was sagt der Brockhaus zum Tiger?

Tiger [grch. aus pers.] (Panthera tigris), mit maximal 2,8 m Körperlänge und fast 300 kg Körpergewicht die größte, sehr kräftige Großkatze in versch. Biotopen SW- bis O-Asiens (einschließlich der Sundainseln); Kopf rundlich; Schwanzlänge 60-95 cm; Färbung blass rötlich gelb bis rotbraun mit schwarzen Querstreifen; Einzelgänger. Beutetiere sind v.a. Huftiere. – Man unterscheidet acht Unterarten, darunter der Sibir. T. (Amur-Ussuri-Gebiet; größte T.-Unterart), Insel-T. (Sammelbez. für die auf den Sundainseln vorkommenden Sumatra-T., bis 170 cm Körperlänge, Java-T., fast ausgerottet, und Bali-T., vermutlich ausgerottet) und Königs-T. (Bengal. T., in Vorder- und Hinterindien, etwa 2 m lang).