Archiv der Kategorie: Postkarte der Woche

Postkarte der Woche (23/2020)

In Ägypten habe ich den stillsten Ort gefunden, in Kopenhagen habe ich den bisher nassesten Urlaubstag erlebt. Das war im August 2008 und es hat den ganzen Tag ohne Unterlass geregnet. Stark geregnet. Ein Schirm hat nichts geholfen, der Regen klatschte von unten an den Beinen bis fast zu den Knien hoch. Meine Sneakers waren noch tagelang untragbar durchnässt…

Eine der Zufluchten vor dem Regen war Thorvaldsens Museum, zentral gelegen, dem dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770–1844) gewidmet.

Postkarte der Woche (22/2020)

Superlative können schnell unter den Verdacht der Effekthascherei geraten. Persönlich empfundene Superlative, die schöne Erinnerungen beherbergen, sind allerdings etwas anderes! Mit vier solchen Souvenir-Superlativen setzen wir unsere Postkartenreise fort. Hier ist Nummer eins.

Mein stillster Ort: der Berg Sinai. Kein Rauschen von Meer oder Straßenverkehr, kein emsiges Treiben von Mensch oder Tier, kein Windhauch. Nur Stille. Richtig bewusst wurde mir diese Stille, als einmal doch ein kleiner Vogel vorbeizwitscherte. Schnell war er verschwunden und es wurde wieder ganz still.

Postkarte der Woche (21/2020)

Wir nehmen heute Abschied von der National Gallery, und zwar mit „Die Gesandten“ („The Ambassadors“) von Hans Holbein dem Jüngeren (1497/8-1543), einem der bedeutendsten Portraitmaler der Renaissance. „Die Gesandten“ entstand 1533 in London. Das Gemälde ist ausdrucksstark, detailreich und detailtreu. Der Clou dieses Werks befindet sich auf dem Boden, zwischen den Füßen der beiden Männer. Man muss ganz nah an das Bild heran treten, an den rechten Rand, und es aus flachem Winkel betrachten, dann erkennt man die Anamorphose: einen Totenschädel.

Postkarte der Woche (20/2020)

Nach der Madonna in der Felsengrotte treffen wir heute Venus, Göttin der Liebe. Auch sie ist in der Renaissance entstanden, den Pinsel führte Sandro Botticelli um 1485. Das Bild heißt „Venus und Mars“ und zeigt die beiden nach dem Liebesakt, Kriegsgott Mars erschöpft schlummernd. Das Gemälde kann gedeutet werden als die Überwindung von Gewalt und Krieg durch die geistige Macht der Liebe.

Die Website der National Gallery bietet auch zu diesem Werk weitere Informationen.

Postkarte der Woche (19/2020)

Man darf jetzt wieder Menschen außerhalb des eigenen Haushalts treffen. Das nutzen wir sogleich und treffen diese und nächste Woche jeweils eine berühmte Dame in der National Gallery. Maske müssen wir dabei nicht tragen und auch die Abstandsregeln können wir getrost ignorieren. Dame der heutigen Woche ist die Muttergottes höchstselbst, gemalt von Leonardo da Vinci. Das Bild trägt den Titel „The Virgin of the Rocks“. Eine frühere Fassung des Gemäldes ist im Louvre in Paris zu sehen und die Geschichte dazu ist bei Wikipedia zu lesen.

Postkarte der Woche (18/2020)

Spaziert man von der Tate Britain nordwärts an der Themse entlang, kommt man an den Houses of Parliament und Big Ben vorbei. Ein Stück später zweigt links die Downing Street ab, wir aber gehen weiter geradeaus, vorbei an prächtigen historischen Gebäuden, bis wir schließlich Trafalgar Square erreichen. Beim Überqueren des Platzes werfen wir einen Blick hinauf zu Admiral Nelson auf der hohen Säule, vielleicht lässt das Sonnenlicht uns blinzeln. Nun sind es nur noch ganz wenige Schritte. Selbstverständlich halten wir einen Moment inne und bewundern das Gebäude mit seinen imposanten Säulen im Eingangsbereich, bevor wir die Stufen hinaufsteigen und hineingehen: die National Gallery beherbergt eine der größten Gemäldesammlungen der Welt.

Eines ihrer Gemälde trägt den Titel „Saint Michael triumphant over the Devil with the Donor Antonio Juan“, gemalt 1468 von Bartolomé Bermejo. Der Erzengel trägt eine prächtige goldene Rüstung und wird dem Dämon gleich den Garaus machen. Vielleicht könnte er sich danach um Corona kümmern…

Wer das Bild in besserer Qualität sehen möchte und an weiteren Informationen interessiert ist, dem sei die Website der National Gallery empfohlen.

Postkarte der Woche (17/2020)

Heute vor 245 Jahren wurde Joseph Mallord William Turner in London geboren. Es kann gut sein, dass er und William Blake sich in London über den Weg gelaufen sind. Heute jedenfalls hängen die Bilder beider in der Tate Britain.

Die Postkarte der Woche zeigt „The Burning of the Houses of Parliament“, entstanden 1834. Das dargestellte Feuer brach im Oktober 1834 aus und Turner sah den Brand vom Südufer der Themse aus (sagt Wikipedia).