Archiv der Kategorie: Lyrik der Woche

Lyrik der Woche (28/2019)

Gestern Abend lief auf Arte eine spannende Dokumentation über George Michael (bis zum 16.08.2019 in der Arte Mediathek). Anfang der 1990er wollte er zwar Songs veröffentlichen, sich aber vom Medienrummel fernhalten. Auf dem Cover seines Albums „Listen Without Prejudice“ steht weder sein Name noch ist er selbst darauf abgebildet. George Michael wollte sich befreien und hat die dazu passende Hymne geschrieben: Freedom! ´90.

I won’t let you down
I will not give you up
Gotta have some faith in the sound
It’s the one good thing that I’ve got
I won’t let you down
So please don’t give me up
´Cause I would really, really love to stick around

All we have to see
Is that I don’t belong to you
And you don’t belong to me

You’ve gotta give for what you take

Konsequenterweise ist George Michael im Video zu Freedom! ´90 nicht zu sehen – dafür die fünf Topmodels der damaligen Zeit.

Lyrik der Woche (27/2019)

In Gottfried Kellers Gedicht „Die Zeit geht nicht“ steckt Nachdenkenswertes. Die 3. Strophe:

Es blitzt ein Tropfen Morgentau
Im Strahl des Sonnenlichts;
Ein Tag kann eine Perle sein
Und ein Jahrhundert nichts!

Und eine Rezitation von Fritz Stavenhagen:

Lyrik der Woche (26/2019)

Diese Woche kann es nur eine Lyrik geben: 36 Grad von 2raumwohnung, der Refrain.

36 Grad und es wird noch heißer
mach den Beat nie wieder leiser
36 Grad kein Ventilator
das Leben kommt mir gar nicht hart vor
36 Grad
36 Grad

Lyrik der Woche (25/2019)

Heute ist Weltflüchtlingstag. Die Lyrik der Woche kommt von Mahdi Hashemi. Seine Stimme wurde durch The Poetry Project hörbar.

Wie ein Pfeil

Einen Monat lang ging die Reise,
die keine Reise war,
sondern ein Schrecken,
in das Land der Hoffnung.

Jetzt warte ich auf ein Papier,
das vielleicht Bitterkeit enthält und Trauer.
Und fühle mich wie ein Pfeil.
Verschossen.
Der zurückkehren soll
zu seinem Bogen.

Lyrik der Woche (24/2019)

Sonnenschein bringt gute Laune! Die Stimmung ist spitze, alle sind froh! Wir kennen weder Traurigkeit noch Sorge! Uns geht’s immer gut!
Immer gut? Nein. Ricarda Huch hat den tiefen Schmerz in berührende Verse gefasst.

Nicht alle Schmerzen sind heilbar

Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen
Sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
Und während Tage und Jahre verstreichen,
Werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,
Sie scheinen zerronnen wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
Bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
Die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
Da blüht nichts mehr.

Lyrik der Woche (23/2019)

Heute vor einer Woche verbrachten wir einen legeren letzten Urlaubstag in Rennes. Unter anderem flanierten wir im Parc du Thabor, dem weitläufigen und sehr schön angelegten Stadtpark. Ein üppiger Rosengarten lud ein zum Lustwandeln und Fotografieren.

Ohne Warum

Die Ros‘ ist ohn‘ Warum: sie blühet, weil sie blühet!
Sie acht’t nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.

Angelus Silesius (Johannes Scheffler)

Lyrik der Woche (22/2019) – Nachtrag

Als Nachtrag (wegen eines wunderbaren Urlaubs inkl. weitgehendem offline-Seins) die Lyrik zur Kalenderwoche 22.

Allwissend

All unser Wissen ist nichts, wir sind nur vollgestopfte
Papierkörbe,
wenn wir nicht in Fühlung sind mit dem in uns, das lacht
über all unser Wissen.

D.H. Lawrence