Monatsarchiv: Juli 2025

Verknappung der Woche (30/2025): größte globale Risiken laut UN

Laut dem UN Global Risk Report 2024 sind die größten globalen Risiken: Untätigkeit gegenüber dem Klimawandel, großflächige Umweltverschmutzung, Fehlinformationen, Naturkatastrophen und zunehmende Ungleichheiten. Diese Risiken sind stark miteinander verknüpft und könnten bestehende Systeme überfordern.

Erstaunlich, dass es der Veggie Day nicht unter die 28 größten globalen Risiken geschafft hat… Verzeihung, das musste sein. Selbstverständlich weiß ich, dass Sarkasmus nicht helfen wird angesichts der Herausforderungen. Was auch nicht helfen wird: apotropäische Handlungen. Ebenso nicht: militärische Aufrüstung und Kriege.

Was also tun? Wer (so wie ich) nicht bereit ist, in die Politik zu gehen, um aktiv mitzuwirken, kann im Kleinen handeln. Bewusst leben. Den Kopf einschalten, Dinge hinterfragen. Und wann immer möglich: Freundlichkeit und Liebe in die Welt senden.

Verknappung der Woche (29/2025): Apotropäische Handlungen

Im Südtirol-Urlaub habe ich ein neues Wort gelernt: apotropäisch – altgriechisch: abwendend, abwehrend. Der Völser Morgenbote, das tägliche Infoblättchen des örtlichen Tourismusvereins, erklärte unter der Rubrik „Wussten Sie, dass …“: Wetterläuten oder Sturmläuten war eine  apotropäische Handlung, die dazu diente, Unwetter von Ortschaften wegzutreiben. Der Aberglaube ergab sich aus der Ansicht, dass die Glocken eine Kirche geweiht seien und daher das Unwetter durch Läuten vertrieben werden konnte.

Das fand ich sehr interessant; hatte ich doch bis dahin angenommen, dass das Glockengeläut Bauern auf dem Feld vor einem heranziehenden Unwetter warnen sollte, damit sie Unterschlupf finden konnten. Ich dachte: Wie konnten die Leute nur so einem quatschigen Aberglauben anhängen?

Dann fiel mir ein: Wenn in Unterhaltungen die Sprache auf bisher gute Gesundheit kommt (z.B.: „Ich bin nur sehr selten krank.“) oder es darum geht, dass man von Unglück verschont geblieben ist („Ich hatte noch nie einen Verkehrsunfall.“), dann sage ich schnell „Klopf auf Holz“ und klopfe mir dabei dreimal leicht auf den Kopf. Ich mache das immer. Immer. Ich habe das sogar gerade eben beim Schreiben dieser Worte gemacht! Wenn das mal keine apotropäische Handlung ist…

Die verknappte Lektion für mich: Fälle nicht vorschnell ein Urteil über die Handlungen anderer.

Verknappung der Woche (28/2025): Über das Altern

Niemand wird alt, weil er eine Anzahl von Jahren hinter sich gebracht hat. Man wird nur alt, wenn man seinen Idealen Lebewohl sagt. Mit den Jahren runzelt die Haut mit dem Verzicht auf Begeisterung aber runzelt die Seele … Du bist so jung, wie deine Zuversicht, so alt wie deine Zweifel, so jung wie deine Hoffnung, so alt wie deine Verzagtheit. Solange die Botschaften der Schönheit, Freude, Kühnheit, Größe und Macht von der Erde, den Menschen und dem Unendlichen dein Herz erreichen, so lang bist du jung.
nach Albert Schweitzer

Verknappung der Woche (27/2025): Mascha Kaléko – Sozusagen grundlos vergnügt

Eine Hymne an die Lebensfreude von Mascha Kaléko. Es ginge vielleicht noch knapper, aber dann sicher nicht so schön. 🙂

Sozusagen grundlos vergnügt

Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen.
Und dass es regnet, hagelt, friert und schneit.
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
Dass Amseln flöten und dass Immen summen,
Dass Mücken stechen und dass Brummer brummen.
Dass rote Luftballons ins Blaue steigen.
Dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen.

Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht.
Und dass die Sonne täglich neu aufgeht.
Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
Gefällt mir wohl. Da steht ein Sinn dahinter,
Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

In mir ist alles aufgeräumt und heiter:
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
Die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
– Weil er sich selber liebt – den Nächsten lieben.
Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne
Und an das Wunder niemals ganz gewöhne.
Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu!
Ich freu mich, dass ich … dass ich mich freu.

Mascha Kaléko, In meinen Träumen läutet es Sturm