Archiv der Kategorie: Verknappung der Woche

Verknappung der Woche (52/2025): Rosa Parks war es leid

Die letzte Verknappung gehört einer mutigen Frau. Am 1. Dezember 1955 wurde Rosa Parks in Montgomery, Alabama, verhaftet und zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie sich weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen. Ihr Protest löste den Busboykott von Montgomery aus und gilt als ein wichtiger Auslöser der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.

Ihr Widerstand war nicht körperlicher Erschöpfung geschuldet, sondern dem Willen, nicht länger nachzugeben:

People always said that I didn’t give up my seat because I was tired, but that isn’t true. I was not tired physically, or no more tired than I usually was at the end of a working day. I was not old, although some people have an image of me as being old then. I was forty-two. No, the only tired I was, was tired of giving in.
Rosa Parks: My Story, p. 116, Rosa Parks and James Haskins (1992)

Rosa Parks hat gezeigt, wie eine Einzelne den Wandel anstoßen kann. Nie dürfen wir Freiheit und Gerechtigkeit als selbstverständlich hinnehmen. Wir alle sind gefragt, in unserem Alltag einen Beitrag zu einer offenen und gerechten Gesellschaft zu leisten.

Rosa Parks, 1997
John Mathew Smith & http://www.celebrity-photos.com from Laurel Maryland, USA, CC BY-SA 2.

Verknappung der Woche (51/2025): Die Dosis…

… macht das Gift.
Das gilt auch für Zimtsterne, Feuerzangenbowle und Weihnachtslieder. 😉

Frohe Weihnachten!

Verknappung der Woche (50/2025): Gernhardts Mondgedicht

. . , –
fertig ist das Mondgedicht

Robert Gernhardt (1937-2006)

Verknappung der Woche (49/2025): Rilkes Advent

Verknappung der Woche (48/2025): Edmund Hillary über das Bezwingen

Im Mai 1953 erreichten der Neuseeländer Hillary und der Nepalese Tenzing Norgay als Erste den Gipfel des Mount Everest. Das Zitat gilt nicht nur für Bergsteiger. Die größten Herausforderungen liegen oft in uns selbst. Manchmal müssen wir über uns hinauswachsen, um unsere Ziele zu erreichen.

Hinweis: Das Zitat wurde Hillary zugeschrieben, stammt aber nicht eindeutig von ihm. In einem Interview 1998 sagte er: „I think I did say that over the years, and I believe it, too.“

Verknappung der Woche (47/2025): Twain über Klassiker

Ein Klassiker ist ein Buch, das jeder gelesen haben möchte, aber keiner lesen will.

Mark Twain (1835-1910)

Verknappung der Woche (46/2025): Tschechow über Bücher

Verknappung der Woche (45/2025): Schiller über Freundschaft

Denn über alles Glück geht doch der Freund,
Ders fühlend erst erschafft, ders teilend mehrt.

Friedrich von Schiller, aus Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 3. Auftritt, Wallenstein

Verknappung der Woche (44/2025): Freiheit in der Welt 2024

Nach Daten von Freedom House waren im Jahr 2024 von 208 Staaten 86 politisch und zivilrechtlich frei, 67 teilweise frei und 55 nicht frei. Erschreckend: For the 19th year in a row, the state of freedom declined globally. (Visual Capitalist)

Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Wo sie existiert, kann sie schmerzhaft schnell abgeschafft werden. Wer voller Hass nach Freiheit schreit, sucht in Wahrheit keinen Freiraum, sondern einen Sündenbock. Dort, wo echte Freiheit herrscht, gibt es keine einfachen Antworten. Freiheit heißt, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für andere.

Verknappung der Woche (43/2025): Christian Morgensterns Weihnachtsbäumlein

Kinder, wie die Zeit vergeht! In zwei Monaten ist Weihnachten so gut wie vorbei. Passend dazu ein Gedicht von Christian Morgenstern.

Das Weihnachtsbäumlein

Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:
Das war am Weihnachtsfest so grün
als fing es eben an zu blühn.

Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands im Garten unten,
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
Die grünen Nadeln war’n verdorrt,
die Herzlein und die Kerzlein fort.

Bis eines Tags der Gärtner kam,
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm –
Hei! Tat`s da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein an Gottes Herz.

Christian Morgenstern