Archiv der Kategorie: Verknappung der Woche

Verknappung der Woche (12/2025)

Act as if what you do makes a difference. It does.
William James (1842-1910), US-amerikanischer Psychologe und Philosoph

zitiert nach: https://en.wikiquote.org/wiki/William_James

Verknappung der Woche (11/2025)

Die Zeiten sind unstet. Vormals Unverrückbares bröckelt; nein: es verpufft. Woran kann man sich noch orientieren? An welchen Leitlinien kann man sein Handeln ausrichten?
Meine knappe Antwort: die Menschenrechte, 1948 von den Vereinten Nationen deklariert.
Maßgeblich mitgestaltet hat Eleanor Roosevelt. Anlässlich des 10jährigen Bestehens sagt Roosevelt 1558 in einer Rede:

Where, after all, do universal human rights begin? In small places, close to home – so close and so small that they cannot be seen on any maps of the world. Yet they are the world of the individual person; the neighbourhood he lives in; the school or college he attends; the factory, farm, or office where he works. Such are the places where every man, woman, and child seeks equal justice, equal opportunity, equal dignity without discrimination. Unless these rights have meaning there, they have little meaning anywhere. Without concerted citizen action to uphold them close to home, we shall look in vain for progress in the larger world.1

Die Botschaft ist klar: Wir alle sind gefragt. Wir alle tragen Verantwortung.

1 zitiert nach: https://www.amnesty.org.uk/universal-declaration-human-rights-UDHR

Verknappung der Woche (10/2025)

Irmtraud Morgner legt ihrer Protagonistin Trobadora Beatriz in den Mund: „Der schlimmste weibliche Fehler [ist] der Mangel an Größenwahn. Um etwas Größeres zu tun, braucht [ ] man erstmal den Mut, etwas Größeres zu wollen.“1

Ein kurzer Blick in die Welt zeigt, dass es Männern tatsächlich viel seltener an Größenwahn fehlt. 
Wie würde die Welt wohl aussehen, wenn auch wesentlich mehr Frauen Großes, Größeres, Größtes wollten? Gäbe es noch mehr Mord und Machtgier, Krieg und Kettensägen-Fetisch? Oder würde der weibliche Größenwahn den männlichen in Schach halten? Oder gar ein kreatives Gegengewicht bilden; einen Nährboden schaffen für Innovation und Fortschritt?

Vielleicht sollten wir es einfach ausprobieren. Happy International Women’s Day!

1 zitiert nach: Ölke, M. (1998). „…wie man mit beiden Beinen auf der Erde träumt“: utopische Entwürfe im Werk Irmtraud Morgners. Freiburger FrauenStudien, 2, 95-118. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-322823

Verknappung der Woche (09/2025)

In Zeiten, in denen immer mehr irrsinniges Verhalten in der Welt zu finden ist, halte ich es mit Hermann Hesse:

Fühle mit allem Leid der Welt, aber richte deine Kräfte nicht dorthin, wo du machtlos bist, sondern zum Nächsten, dem du helfen, den du lieben und erfreuen kannst.

Verknappung der Woche (08/2025)

Abschied

Wenn ich sterbe,
macht den Balkon nicht zu.

Das Kind isst Orangen.
(Von meinem Balkon aus seh ich’s.)

Der Schnitter mäht Korn.
(Von meinem Balkon aus spür ich’s.)

Wenn ich sterbe,
macht den Balkon nicht zu!

Federico García Lorca (1898-1936)

Verknappung der Woche (07/2025)

Die Blumen im Frühling – der Mond im Herbst,
im Sommer die kühle Brise – im Winter der Schnee!
Wenn unnütze Sachen den Geist nicht vernebeln,
Ist dies des Menschen glücklichste Jahreszeit!

Zen-Meister Wumen Hukai

Verknappung der Woche (06/2025)

Trauer ist der Gegenpol zu Liebe,

sagte eine wunderbare Kollegin Anfang der Woche zu mir, als ich ihr von meiner Trauer erzählte.
Genau, Trauer kommt daher, dass wir jemanden oder etwas verloren haben, der oder das uns lieb und nah und teuer und wichtig war. Und je größer die Liebe, umso größer vermutlich die Trauer.
So betrachtet kann ich meine Trauer willkommen heißen, sie wertschätzen. Es ist gut, dass sie da ist.
Es kann nur so sein.

Verknappung der Woche (05/2025)

Verknappung der Woche (04/2025)

In meine ansonsten eher düsteren und wirren Träume letzte Nacht haben sich ein paar leuchtend blühende Narzissen geschlichen.
Narzissen als Symbol, als verknappendes Bild für den Frühling.
Meine Frühlingssehnsucht hat schon begonnen.

Bild: Steffen Heinz (Caronna), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Verknappung der Woche (03/2025)

Mensch, werde wesentlich;
Denn wenn die Welt vergeht,
So fällt der Zufall weg,
Das Wesen, das besteht.

Angelus Silesius (1624 – 1677), eigentlich Johannes Scheffler, deutscher Arzt, Priester und Dichter; aus: Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

In Erinnerung an Ingrid von Engelhardt. Alles, was ich über das Schreiben weiß, habe ich von ihr gelernt.