Aufmunterung der Woche (28/2023)

A propos „alles schaffen“: Dass in Wirklichkeit niemand multitaskingfähig ist, wussten schon die alten Chinesen. *

Wer zwei Hasen gleichzeitig jagt, wird keinen davon fangen.

Konfuzius (um 500 v.Chr.) – und andere

* Wahlweise auch die Ungarn und die Russen – für das Zitat finden sich im Internet auf Anhieb verschiedene Quellen.

Aufmunterung der Woche (27/2023)

Das Mantra „Du kannst alles schaffen, wenn du es wirklich willst“ ist für mich nur auf den ersten Blick selbstbestärkend. Selbst wenn es ehrlich gemeint ist, birgt es ein Risiko. Denn in Wirklichkeit kann niemand „alles“ schaffen. Es gibt Grenzen.
Gerade Frauen wird aber eingetrichtert, dass sie sich nur mehr anstrengen müssen, um „alles“ zu schaffen und zu sein: fürsorgende Mutter, hingebungsvolle Ehefrau, selbstlose Tochter, inspirierte Haushaltschefin, kreative Freizeitmanagerin, empathische Kollegin, erfolgreiche Karrierefrau – natürlich mit stets strahlendem Lächeln, faltenfreier Haut und knackigem Po.
Wenn eine das nicht schafft oder unter der Last unglücklich oder gar krank wird, dann will sie es wohl nicht wirklich! Dann hat sie versagt und ist selbst schuld an ihrer Misere. Im schlimmsten Fall ist der Glaubenssatz also selbstzerstörerisch.

In die gleiche Richtung zielend, aber viel inspirierender, weil spezifischer, finde ich indes ein Zitat von Mae Jemison, einer ehemaligen NASA Astronautin:

Never be limited by other people’s limited imaginations… If you adopt their attitudes, then the possibility won’t exist because you’ll have already shut it out… You can hear other people’s wisdom, but you’ve got to re-evaluate the world for yourself.

Aufmunterung der Woche (26/2023)

Letztes Wochenende war ich bei der Schreibwerkstatt. Das ist für mich immer eine Aufmunterung! Eine der Schreibanregungen war das Gedicht „Der Ort“ von Bernd Jentzsch. Jentzsch schildert darin den Ort einer glücklichen Kindheit, die meisten Zeilen beginnen mit „wo ich“. Aufgabe war, einen eigenen persönlich bedeutsamen Ort zu beschreiben und dabei Jentzsch formal locker zu folgen. Für mich war schnell klar, über welchen Ort ich schreiben will!

Welchen Ort möchtest du lyrisch zum Leben erwecken?


Der Ort
Wo ich mich im ersten Jahr sehr stolz und zugleich wieder klein gefühlt habe.
Wo ich entdeckt habe, dass mir das Lernen auch hier leicht fällt.
Wo ich mich beim Unterstufenfasching in den DJ aus der Kollegstufe verknallt habe.
Wo mir von Jahr zu Jahr bewusster wurde, dass die englische Sprache eine meiner Leidenschaften ist;
Dafür aber der Sportunterricht immer schrecklicher und quälender wurde.
Wo ich in Erdkunde heimlich Kartoffelchips aus der Tüte unter der Bank gefuttert habe.
Wo ich Freundschaften geschlossen habe, von denen zwei bis heute halten.
Wo ich mich mit meiner ersten großen Liebe von einer Schulfeier davongestohlen und im dunklen Gang vor den Physiksälen gelacht, geknutscht, geschwiegen habe.
Wo ich in Geometrie manchmal den Vordermann mit dem Zirkel in den Rücken gepikst habe, wenn der beim Stuhlkippeln nahe genug kam.
Wo ich auf der Schulbühne nach der Theaterpremiere gespürt habe, wie wunderbar sich Applaus anfühlt.
Wo mir bei der Übergabe des Abiturzeugnisses bewusst wurde, dass mir jetzt die Welt offen steht.
Wo ich 30 Jahre nach dem Abitur während der Schulführung in drei Klassenzimmern ein kleines Kreideherz an die Tafel gemalt habe.

Aufmunterung der Woche (25/2023)

Anfang der Woche bin ich – wie üblich – mit dem Rad zum Fitness-Studio gefahren. In Gewohnheitstier-Manier wollte ich mein Rad an der Stelle abstellen, wo ich es immer abstelle. Dort war aber kein Platz. So war ich gezwungen, in etwa 30 Schritt weiterer Entfernung zu parken – worüber ich mich einen Moment lang gegrämt habe. Ein wenig lächerlich, ich weiß.

Direkt neben dem zwangsweise gewählten ungewohnten Stellplatz war ein Beet mit Rosen. Als ich mein Fahrrad abschloss, strömte mir wunderbarer Rosenduft in die Nase! Der lächerliche Gram war sofort verflogen und ich hab meine Nase bewusst ganz tief in mehrere Rosenblüten gesteckt. Herrlich!

Was ich außer dem Genuss des Duftes noch mitgenommen habe: Gelassen bleiben, auch bei relevanteren unerwarteten Änderungen. Offen sein für die neue Situation, denn sie kann auch Gutes bringen, mit dem man gar nicht gerechnet hätte.

Heute Abend radle ich übrigens wieder zum Fitness-Studio. Wo werd ich nur mein Rad abstellen?

Aufmunterung der Woche (24/2023)

Die Aufmunterung der Woche ist diesmal eine besondere für mich: ein Kurztrip nach Berlin, anlässlich der Vorstellung des zweiten Romans von Andie Arndt. Lesung morgen Abend in der Mulackei.
Ich freue mich sehr!

Aufmunterung der Woche (23/2023)

Man kann einen seligen, seligsten Tag haben, ohne etwas anders dazu zu gebrauchen, als blauen Himmel und grüne Frühlingserde und – wenn es hoch steigt – ein Almosen, das man gibt.

Jean Paul (1763 – 1825)
Vercors, Frankreich – in der Nähe des Col de Rousset

Aufmunterung der Woche (22/2023)

Auf zur letzten Mai-Aufmunterungs-Challenge! Sie soll dir helfen, wenn du eine Gewohnheit ändern oder eine neue aufbauen willst. Vielleicht hast du das früher schon einmal versucht und es hat nicht (auf Dauer) geklappt. Ein Grund dafür kann sein, dass die Änderung zu groß war; wie ein Felsbrocken, den du mit aller Kraft nur ein paar Millimeter bewegen kannst.
Mach die Veränderung kleiner, so als würdest du einen Stein aus dem schweren Fels brechen. Einen Stein, klein genug, dass du ihn mit nur wenig Kraftaufwand immer bei dir tragen kannst.
Kleine Verhaltensänderungen kannst du viel einfacher in deinen Alltag integrieren. Übe das neue Verhalten, mindestens 12 Mal bzw. einen Monat lang. Wenn’s einen Tag mal nicht klappt, keine Panik, nicht aufgeben! Probiere es einfach am nächsten Tag aufs Neue.
Mach dir einen Merker in deinen Kalender, für Anfang September. Prüfe dann: Hast du durchgehalten? Wenn ja: Gratulation! Sei stolz auf dich! Wenn nein: Willst du einen neuen Versuch starten? Oder brauchst du vielleicht einen anderen Stein?

Aufmunterung der Woche (21/2023)

Für die vierte Mai-Challenge kommen wir in Bewegung. Geh durch deine Straße, deine Nachbarschaft. Nimm bewusst die Gerüche wahr. Was riechst du? Autoabgase? Oder vielleicht Flieder? Den Duft von frischen Brötchen oder Kaffee aus der Bäckerei, an der du vorbei gehst? Oder das großzügig aufgelegte Eau de Toilette von Leuten, die dir begegnen?
Welche Gerüche wecken Erinnerungen? Was für Erinnerungen sind das? An welche Orte, zu welchen Personen deiner Vergangenheit bringen dich die Gerüche? Wie ging es dir damals, wie geht es dir heute?
Wenn du möchtest, mach dir Notizen.

Aufmunterung der Woche (20/2023)

Nach zwei kleinen Alltags-Challenges daheim geht es nun raus. Verlasse das Haus und geh an einen Ort, an dem du dich wohlfühlst. Das kann ein Café sein oder ein Museum, eine Wiese, ein Park, ein Wald. Sitze oder stehe bequem. Nun werde ganz Ohr! Wenn du willst, schließ die Augen. Was hörst du? Welche Geräusche fallen dir zuerst auf, welche nimmst du erst nach einer Weile wahr? Welche Geräusche tun dir gut, welche stören dich? Überrascht dich das Ergebnis?
Wenn du möchtest, notiere deine Gedanken.

Aufmunterung der Woche (19/2023)

Willkommen zu Teil 2 der Alles-neu-macht-der-Mai-Alltags-Challenge-Reihe!

Beginne wie letzte Woche: Schlendere durch deine Wohnung oder Haus. Halte diesmal Ausschau nach Gegenständen, die dir nicht mehr gefallen, nichts mehr bedeuten oder keine Freude mehr bereiten. Wähle (mindestens) drei aus und trenne dich von ihnen. Wenn passend, bringe sie zum Second Hand oder Umsonstladen, zum Wertstoffhof oder zum Altkleidercontainer. Ersetze die Gegenstände nicht! Nimm den freien Raum wahr, den du gewinnst, auch wenn der vielleicht nur sehr klein ist, und gestalte ihn neu, wenn du möchtest.