In der Bretagne im Mai – Teil 7

Es war ein windiger und teils regnerischer Tag, an dem wir rund um die Île-Grande gewandert sind. Wirklich groß ist die Île-Grande nicht, etwa neun Kilometer legt man bei ihrer Umrundung zurück. Echtes Insel-Feeling kommt auch nicht auf, denn die Île-Grande ist durch eine – zumindest bei Ebbe – recht unauffällige Brücke mit dem Festland verbunden:

Aber gerade der Wind und der Regen schufen eine besondere Atmosphäre; rau, elementar, geheimnisvoll.

In der Bretagne im Mai – Teil 6

Ein Stück östlich vom Sentier des Douaniers findet man eines der meistfotografierten Motive der Bretagne: Das Haus zwischen den zwei Felsen.

Bei unserem Weg die Küste entlang war es erst noch nieselig…

… aber bald hatte der Wind die Wolken vertrieben.

Am Wegesrand immer einmal wieder Blümchen…

… und ein Artischockenfeld.

Gegen Ende des Rundwegs ein Küstenabschnitt mit Felsen, hinter denen jederzeit Winnetou und Old Shatterhand hätten hervorreiten können.

Die beiden hielten sich jedoch lieber versteckt.

Lyrik der Woche (51/2019)

Im Advent bereiten sich die Christen auf die Ankunft des Herrn Jesu vor. Kaum jemand erwartet, dass er tatsächlich persönlich bei ihnen zu Hause erscheint. Doch zu Otto Jägersberg kommt er.

Herr Jesu

Am Heiligen Abend
laden wir einen Nachbarn
den das Jahr über
unauffällig lebenden
Herrn Jesu
zum Festmahl

Ein bescheidener Esser
trinkt grad
drei Schlückchen Wein
redet dafür aber
flaschenweis

Begebenheiten
aus einem langen
Streunerleben
mit naiven Schlussfolgerungen
für die Kinder
ganz lehrreich

Bevor er
richtig loslegt
wider Besitz und Handel
übers Familienleben herzieht
und die Anarchie verherrlicht
drehn wir den Kindern
die Weihnachtssendung
im Fernsehen an

Wir gönnen
dem einsamen Mann
seine Reden
einmal im Jahr

Weil er kein Ende findet
machen wir noch mal den Baum an
er singt zwar nicht mit
wir denken
es rührt ihn
doch

Lyrik der Woche (50/2019)

In der Vorweihnachtszeit wird viel von Liebe geredet. In der Unterhaltungsmusik ist Liebe jahreszeitenunabhängig der Renner. Was diese Liebe nun genau ist und wie sie sich äußert, unterliegt der individuellen Auffassung; zudem gibt es natürlich verschiedene Arten von Liebe.

Mein eigenes Verständnis von Liebe wurde von Stings „If You Love Somebody Set Them Free“ geprägt: Liebe hat nichts mit klammerndem Festhalten und Verschließen zu tun, sondern mit Freiheit der Wahl und Eigenständigkeit im Zusammensein. Es hat jedoch Jahre gedauert, bis ich zu dieser meiner persönlichen Einsicht gelangt bin…

If you need somebody, call my name
If you want someone, you can do the same
If you want to keep something precious
You got to lock it up and throw away the key
If you want to hold onto your possession
Don’t even think about me

If you love somebody
If you love someone
If you love somebody
If you love someone set them free
(Free, free, set them free)
Set them free
(Free, free, set them free)
Set them free
(Free, free, set them free)
Set them free
(Free, free, set them free)

In der Bretagne im Mai – Teil 5

Ortswechsel. Wir springen an die Nordküste der Bretagne, den Abschnitt, der rosa Granitküste genannt wird. Woher der Name rührt, wird schnell klar.

Die Felsen entlang des Sentier des Douaniers (Zöllnerpfad) sind fantastisch geformt und man könnte glauben, vorzeitige Riesen hätten Türmchenbauen mit ihnen gespielt.

Hübsche Buchten mit und ohne Boote gibt es selbstverständlich auch.

Lyrik der Woche (49/2019)

Die Lyrik der Woche kommt ohne Großbuchstaben und mit nur einem Vokal aus: „ottos mops“ von Ernst Jandl.

Dieses Gedicht spielt eine Rolle im ersten Roman meiner hochgeschätzten Freundin Andie Arndt „Im Schatten der Welle“. Eine spannende Geschichte über die Suche nach Antworten und innerem Frieden.

ottos mops

ottos mops trotzt
otto: fort mops fort
ottos mops hopst fort
otto: soso

otto holt koks
otto holt obst
otto horcht
otto: mops mops
otto hofft

ottos mops klopft
otto: komm mops komm
ottos mops kommt
ottos mops kotzt
otto: ogottogott

In der Bretagne im Mai – Teil 4

Der südlichste Zipfel der Halbinsel Crozon heißt Cap de la Chèvre, das Ziegenkap. Der Name kommt laut Wanderführer von „c’hawr“, einem bretonischen Riesen. Bei unserer Wanderung haben wir weder Ziegen noch Riesen gesehen, dafür eine Möwe und eine Hummel.

Natürlich auch wieder Küste, …

… und schöne Flora.