Monatsarchiv: November 2019

Lyrik der Woche (48/2019)

Das neue Nürnberger Christkind Benigna Munsi hat gestern Abend strahlend den Christkindlesmarkt eröffnet, und zwar mit diesen Worten.

Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, Ihr Kleinen, am Beginn der Lebensfahrt, ein jeder, der sich heute freut und morgen wieder plagt: Hört alle zu, was Euch das Christkind sagt!

In jedem Jahr, vier Wochen vor der Zeit, da man den Christbaum schmückt und sich aufs Feiern freut, ersteht auf diesem Platz, der Ahn hat’s schon gekannt, was Ihr hier seht, Christkindlesmarkt genannt.

Dies Städtlein in der Stadt, aus Holz und Tuch gemacht, so flüchtig, wie es scheint, in seiner kurzen Pracht, ist doch von Ewigkeit. Mein Markt bleibt immer jung, solang’ es Nürnberg gibt und die Erinnerung.

Denn alt und jung zugleich ist Nürnbergs Angesicht, das viele Züge trägt. Ihr zählt sie alle nicht! Da ist der edle Platz. Doch ihm sind zugesellt Hochhäuser dieses Tags, Fabriken dieser Welt.

Die neue Stadt im Grün. Und doch bleibt’s alle Zeit, Ihr Herrn und Frau’n: das Nürnberg, das Ihr seid. Am Saum des Jahres steht nun bald der Tag, an dem man selbst sich wünschen und andern schenken mag.

Doch leuchtet der Markt im Licht weit und breit, Schmuck, Kugeln und selige Weihnachtszeit, dann vergesst nicht, Ihr Herrn und Frau’n, und bedenkt, wer alles schon hat, der braucht nichts geschenkt.

Die Kinder der Welt und die armen Leut’, die wissen am besten, was Schenken bedeut’. Ihr Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart, seid es heut’ wieder, freut Euch in ihrer Art. Das Christkind lädt zu seinem Markte ein, und wer da kommt, der soll willkommen sein.

Ein strahlendes Nürnberger Christkind

Lyrik der Woche (47/2019)

Christian Morgenstern kennt nicht nur Spatzen, sondern auch andere spezielle Tiere…

Das æsthetische Wiesel

Ein Wiesel
saß auf einem Kiesel
inmitten Bachgeriesel.

Wisst ihr
weshalb?

Das Mondkalb
verriet es mir
im Stillen:

Das raffinier-
te Tier
tat’s um des Reimes willen.

In der Bretagne im Mai – Teil 3

Nur ein kleines Stück weiter südlich (von Teil 2 aus gesehen) bringt uns eine Wanderung zu einem Château. Das Château de Dinan ist jedoch kaum bewohnbar; es ist nämlich kein Schloss, sondern ein markanter Felsen.

Auf dem Weg immer wieder spektakuläre Ausblicke, auch auf die Erbsenhaufen vor der Pointe de Pen Hir.

Der Sonnenschein lässt Meer und Landschaft leuchten und die Wandersleute unter der Sonnencreme ordentlich schwitzen (letzteres nicht im Bild).

Lyrik der Woche (46/2019)

Es wird langsam kälter, nicht wahr? Die Spatzen plustern sich auf, bis sie aussehen wie fedrige Christbaumkugeln. Aber nicht nur das! Christian Morgenstern weiß noch mehr zu berichten.

Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mitten drin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie der Hans hats niemand nicht.

Sie hören alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

In der Bretagne im Mai – Teil 2

Auf der Halbinsel Crozon südlich von Brest haben wir unsere erste Ferienwoche verbracht. Beim Wandern lässt sich dort einiges entdecken.

Beispielsweise Les Tas de Pois, die Erbsenhaufen, drei kleine Felsinseln, die dem Kap von Pen Hir vorgelagert sind.

Gleich in der Nähe ein Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Bretonen.

Auf dem weiteren Weg immer wieder verfallene Bunkeranlagen der Nazis. Heutzutage zum Glück nur noch von freundlichen Graffiti-Vögeln bevölkert.

Imposante Küstenblicke…

Am Rande des kleinen Orts Camaret-sur-Mer trifft man auf 4000 Jahre alte Menhire…

… und hinter einer hohen Gartenmauer auf einen mysteriösen Hexenhut!

Lyrik der Woche (45/2019)

Die dunkle Jahreszeit ist da. Und auch hier und dort. Sogar in der Heide! Von Theodor Storm.

Über die Heide

Über die Heide hallet mein Schritt;
Dumpf aus der Erde wandert es mit.

Herbst ist gekommen, Frühling ist weit –
Gab es denn einmal selige Zeit?

Brauende Nebel geisten umher;
Schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer.

Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai!
Leben und Liebe – wie flog es vorbei!

In der Bretagne im Mai – Teil 1

Der Urlaub in der Bretagne ist nun fast sechs Monate her… Zeit, die schönen Erinnerungen aufleben zu lassen!

Zum Beispiel an die leckeren Galettes und Crêpes, zu denen eine Schale Cidre so gut schmeckt…

Oder an die ausgiebigen Frühstücke mit französischem Käse & Baguette und die entspannten Lesestunden in den Gärten unserer beiden Ferienhäuschen…

Und natürlich an die aussichtsreichen und stimmungsvollen Wanderungen…

Mehr dazu in den folgenden Beiträgen!