Bettina von Arnim und Catharina Elisabeth Goethe (Johann Wolfgangs Mutter) standen in regem Briefwechsel. Am Schluss eines Briefes schreibt Goethes Mutter an Bettina:
Amüsiere Dich recht gut und sei lustig, denn wer lacht, kann keine Todsünd‘ tun.
Ein freudiger Rat einer mütterlichen Freundin, der zum unbedingten Befolgen einlädt!
Musik und Poesie sind für mich zwei der stärksten Quellen für Freudenfunken. Wenn sie die richtigen sind, treffen sie mich direkt ins Herz. Klassische Musik und lange, pathetische Gedichte gehören normalerweise nicht dazu, es gibt aber Ausnahmen. Eine davon vereint beides und ist zugleich die Inspiration für den Namen dieser Wochenkategorie: Schillers Ode an die Freude, in Teilen von Beethoven im Schlusssatz seiner Neunten Sinfonie vertont.
1972 erklärte der Europarat das Hauptthema dieses Satzes zur Hymne; seit 1985 ist es die offizielle Europahymne. Auch das trägt für mich wesentlich zum Funken bei, denn trotz aller Schwierigkeiten glaube ich weiterhin an Europa als Zusammenschluss freiheitlicher Staaten.
Der Funke springt über, wenn ich erst die eingängige Melodie und dann den mächtigen Chor höre:
Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium, Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum! Deine Zauber binden wieder Was die Mode streng geteilt; Alle Menschen werden Brüder, Wo dein sanfter Flügel weilt.
Die erste Kalenderwoche 2026 ist da und so starte ich am letzten Tag des Jahres die neue Wochenkategorie. 2026 wird es freudig und funkig!
Manchmal braucht es einen Funken Freude – einen Lichtblick, der Mut macht und das Herz wärmt. In dieser Kategorie teile ich jede Woche einen Beitrag, der inspiriert, aufmuntert oder einfach ein Lächeln schenkt. Mal ein Gedicht oder ein Zitat, mal eine Geschichte oder eine Empfehlung. Lass dich überraschen und nimm dir deinen Freudenfunken für die Woche mit!
Der erste Freudenfunke sprüht Funken im ganz wörtlichen Sinn und erinnert mich an meine geliebte Oma Luise. Als ich Kind war, verbrachten wir den Heiligabend bei ihr und bevor es das traditionelle Weihnachtsessen gab (Schnitzel mit Kartoffelsalat), wurde der bunte Christbaum zusätzlich mit Wunderkerzen geschmückt. Alle wurden angezündet und das Licht ausgemacht. Das ein wenig beengte Wohnzimmer erstrahlte in warmem Glanz – eine meiner schönsten Weihnachtserinnerungen.
Seit einiger Zeit begrüße ich das neue Jahr mit Wunderkerzen und kehre dabei auch immer kurz in das Wohnzimmer meiner Großmutter zurück. So wird es auch diesmal sein – ich freu mich schon drauf.
P.S.: Vor zehn Jahren habe ich die Heiligabend-Szenerie meiner Kindheit lyrisch festgehalten: Zu Weihnachten ein Gedicht. Die Wunderkerzen fehlen dort, aber alle anderen damaligen „Zutaten“ sind dabei.