Archiv der Kategorie: Futter für Geist und Seele

In der Bretagne im Mai – Teil 8 (letzter)

Rennes ist die Hauptstadt der Bretagne und war die letzte Station unseres Urlaubs. Von den etwa 216.000 Einwohnern sind über 60.000 Studenten; Rennes ist entsprechend lebendig und quirlig. Wir unternahmen unseren ausgedehnten Altstadtspaziergang Sonntagvormittag – da war es angenehm ruhig.

Der Dienstwagen der chemischen Fakultät?

Nachmittags dann schlendern und lesen im Parc du Thabor…

Eine bretonische Cola zur Erfrischung…

Und zum Abschluss eine Promenade durch den Rosengarten…

Rennes unterhält einige Städtepartnerschaften, eine davon mit Erlangen, wohin uns TGV, ICE und Regionalexpress wohlbehalten zurückbrachten. Mein liebes Frankreich, es war wieder wunderbar!

In der Bretagne im Mai – Teil 7

Es war ein windiger und teils regnerischer Tag, an dem wir rund um die Île-Grande gewandert sind. Wirklich groß ist die Île-Grande nicht, etwa neun Kilometer legt man bei ihrer Umrundung zurück. Echtes Insel-Feeling kommt auch nicht auf, denn die Île-Grande ist durch eine – zumindest bei Ebbe – recht unauffällige Brücke mit dem Festland verbunden:

Aber gerade der Wind und der Regen schufen eine besondere Atmosphäre; rau, elementar, geheimnisvoll.

In der Bretagne im Mai – Teil 6

Ein Stück östlich vom Sentier des Douaniers findet man eines der meistfotografierten Motive der Bretagne: Das Haus zwischen den zwei Felsen.

Bei unserem Weg die Küste entlang war es erst noch nieselig…

… aber bald hatte der Wind die Wolken vertrieben.

Am Wegesrand immer einmal wieder Blümchen…

… und ein Artischockenfeld.

Gegen Ende des Rundwegs ein Küstenabschnitt mit Felsen, hinter denen jederzeit Winnetou und Old Shatterhand hätten hervorreiten können.

Die beiden hielten sich jedoch lieber versteckt.

In der Bretagne im Mai – Teil 5

Ortswechsel. Wir springen an die Nordküste der Bretagne, den Abschnitt, der rosa Granitküste genannt wird. Woher der Name rührt, wird schnell klar.

Die Felsen entlang des Sentier des Douaniers (Zöllnerpfad) sind fantastisch geformt und man könnte glauben, vorzeitige Riesen hätten Türmchenbauen mit ihnen gespielt.

Hübsche Buchten mit und ohne Boote gibt es selbstverständlich auch.

Lyrik der Woche (49/2019)

Die Lyrik der Woche kommt ohne Großbuchstaben und mit nur einem Vokal aus: „ottos mops“ von Ernst Jandl.

Dieses Gedicht spielt eine Rolle im ersten Roman meiner hochgeschätzten Freundin Andie Arndt „Im Schatten der Welle“. Eine spannende Geschichte über die Suche nach Antworten und innerem Frieden.

ottos mops

ottos mops trotzt
otto: fort mops fort
ottos mops hopst fort
otto: soso

otto holt koks
otto holt obst
otto horcht
otto: mops mops
otto hofft

ottos mops klopft
otto: komm mops komm
ottos mops kommt
ottos mops kotzt
otto: ogottogott

In der Bretagne im Mai – Teil 4

Der südlichste Zipfel der Halbinsel Crozon heißt Cap de la Chèvre, das Ziegenkap. Der Name kommt laut Wanderführer von „c’hawr“, einem bretonischen Riesen. Bei unserer Wanderung haben wir weder Ziegen noch Riesen gesehen, dafür eine Möwe und eine Hummel.

Natürlich auch wieder Küste, …

… und schöne Flora.

In der Bretagne im Mai – Teil 3

Nur ein kleines Stück weiter südlich (von Teil 2 aus gesehen) bringt uns eine Wanderung zu einem Château. Das Château de Dinan ist jedoch kaum bewohnbar; es ist nämlich kein Schloss, sondern ein markanter Felsen.

Auf dem Weg immer wieder spektakuläre Ausblicke, auch auf die Erbsenhaufen vor der Pointe de Pen Hir.

Der Sonnenschein lässt Meer und Landschaft leuchten und die Wandersleute unter der Sonnencreme ordentlich schwitzen (letzteres nicht im Bild).

In der Bretagne im Mai – Teil 2

Auf der Halbinsel Crozon südlich von Brest haben wir unsere erste Ferienwoche verbracht. Beim Wandern lässt sich dort einiges entdecken.

Beispielsweise Les Tas de Pois, die Erbsenhaufen, drei kleine Felsinseln, die dem Kap von Pen Hir vorgelagert sind.

Gleich in der Nähe ein Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Bretonen.

Auf dem weiteren Weg immer wieder verfallene Bunkeranlagen der Nazis. Heutzutage zum Glück nur noch von freundlichen Graffiti-Vögeln bevölkert.

Imposante Küstenblicke…

Am Rande des kleinen Orts Camaret-sur-Mer trifft man auf 4000 Jahre alte Menhire…

… und hinter einer hohen Gartenmauer auf einen mysteriösen Hexenhut!

In der Bretagne im Mai – Teil 1

Der Urlaub in der Bretagne ist nun fast sechs Monate her… Zeit, die schönen Erinnerungen aufleben zu lassen!

Zum Beispiel an die leckeren Galettes und Crêpes, zu denen eine Schale Cidre so gut schmeckt…

Oder an die ausgiebigen Frühstücke mit französischem Käse & Baguette und die entspannten Lesestunden in den Gärten unserer beiden Ferienhäuschen…

Und natürlich an die aussichtsreichen und stimmungsvollen Wanderungen…

Mehr dazu in den folgenden Beiträgen!

Mein Erlanger Poetenfest 2019

Die Vorfreude auf den kulturellen Höhepunkt des Jahres wandelt sich für mich in reines Glücksempfinden, wenn ich am letzten Samstag im August den Erlanger Schlossgarten am hinteren Eingang betrete und in Richtung Hauptpodium schlendere. In der Luft liegt der Duft von Bratwürsten, Spätsommer und Kaffee (eine erstaunlich harmonische Mischung) und der Klang von experimenteller, ätherisch anmutender Musik. Wenn das Wetter so warm ist wie dieses Jahr, lege ich meine grüne Kuscheldecke nahe eines Lautsprechers auf den Boden und lasse mich nieder. Mein Blick streift versonnen über die gut besetzten Bänke, die aufgespannten Sonnenschirme und die Blätter der mächtigen Linden und Eichen. Ich blättere im Programm, schaue nochmal nach, wer als erstes lesen wird. Und schon betritt Hajo Steinert die Bühne und eröffnet den ersten von zwei herrlich entspannten Lesenachmittagen. Juchhe!

Meine Highlights dieses Mal:

Gertraud Klemm, Hippocampus: Helene Schulz, eine vergessene feministische Autorin, wird postum als Kandidatin für den Deutschen Buchpreis gehandelt. Ihre Freundin Elvira Katzenschlager will Helenes verzerrte Biografie gerade rücken. Dabei werden Elviras Aktionen immer gewagter, gar kriminell, sie begibt sich auf einen Kreuzzug gegen Sexismus und Heuchelei. Gertraud Klemm nimmt kein Blatt vor den Mund (an einer Stelle ihrer Lesung warnt sie vor: es könnten Fäkalausdrücke fallen), um Spießertum und Scheinheiligkeit zu entlarven.

Ursula März, Tante Martl: Mein persönlicher Favorit; das Werk steht zum Lesen bereit im Regal. In ihrem ersten Roman porträtiert Ursula März ihre Patentante Martina, geboren 1925, die nach Wunsch des Vaters ein Martin hätte sein sollen, denn zwei Töchter waren schon da, nun war es Zeit für einen Sohn. Einfühlsam und mit feinem Humor erzählt Ursula März von ihrer scheinbar unscheinbaren Tante Martl. Ich freu mich drauf!

Burkhard Spinnen, Rückwind: Hartmut Trössner ist ein erfolgreicher Windenergieunternehmer, mit großartiger Frau und kleinem Sohn. Er hat alles, bis er eines Tages alles verliert: Unternehmen, Familie, Haus. Nach dem Aufenthalt in einer Klinik steigt er in einen Zug nach Berlin. Bei ihm ist sein nur für ihn hörbares Alter Ego, das sich ihm als Überlebenstrainer vorstellt. Im Zug trifft Hartmut Trössner auf eine junge Frau, der er sein Leben erzählt.

Christiane Neudecker, Der Gott der Stadt: Ehrgeizige Schauspielschüler sollen im kurz-nach-der-Wende-Berlin ein unbekanntes Faust-Fragment des 1912 in der Havel ertrunkenen Georg Heym auf die Bühne bringen. (Mindestens) einer der Schauspielschüler wird nicht überleben. Geheimnisvolle Atmosphäre verheißend, gekonnt geschrieben und fesselnd vorgetragen. Am Büchertisch bereits vergriffen, aber auf meiner mentalen Einkaufsliste.

Jaroslav Rudiš, Winterbergs letzte Reise: Der 99-jährige sudetendeutsche Winterberg macht sich mit seinem tschechischen Krankenpfleger auf den Weg von Berlin nach Sarajevo. Mit dem Zug, im Gepäck der Baedeker-Reiseführer für Österreich-Ungarn aus dem Jahr 1913. Man ahnt schnell, dass dies keine Expresszugreise wird, die Lesung von Jaroslav Rudiš hatte allerdings enorm viel Schwung, Humor und einen wunderbaren tschechischen Akzent.