Heute ein Bekenntnis von Robert Gernhardt (1937–2006), das zeigt: Oft liegt der Clou im Unerwarteten.
Bekenntnis
Ich leide an Versagensangst,
besonders, wenn ich dichte.
Die Angst, die machte mir bereits
manch schönen Reim zuschanden.
Heute ein Bekenntnis von Robert Gernhardt (1937–2006), das zeigt: Oft liegt der Clou im Unerwarteten.
Bekenntnis
Ich leide an Versagensangst,
besonders, wenn ich dichte.
Die Angst, die machte mir bereits
manch schönen Reim zuschanden.
Veröffentlicht unter Lyrik der Woche
Willkommen im neuen Jahr! Wir lassen den Brockhaus der Woche hinter uns. Stattdessen begleitet uns nun wöchentlich ein Stückchen Lyrik. Lyrik bedeutet übersetzt „die zum Spiel der Lyra gehörende Dichtung“ und auch das englische Wort für Liedtext, „lyrics“, weist auf die Verquickung von Lyrik und Musik hin. Und so wird meine Lyrik der Woche nicht nur Verse und Strophen von Gedichten zitieren, sondern auch Liedzeilen, die mir lieb und teuer sind.
Den Anfang macht die 3. Strophe aus „Mondnacht“ von Joseph von Eichendorff (1788–1857).
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
Sehnsucht liegt in diesen Zeilen, eine gewisse Melancholie, aber auch Zuversicht und Mut. Allen, die es wagen, ihre Flügel weit aufzuspannen, wünsche ich einen wunderbaren Flug!
Übrigens: „Mondnacht“ wurde häufig vertont, u.a. von Robert Schumann und Johannes Brahms.
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