Es gibt ein Wort, das für mich ausdrückt: Jetzt ist er wirklich da, der Frühling. Vorbei die winterliche Düsternis. Die Sonne hell und warm. Leuchtende Blüten, frischgrüne Blätter. Vogelzwitschern von früh bis spät. Leicht das Herz, froh das Gemüt. Frische Energie, Lebenslust, Genuss! Hach! Das eine Wort, das für mich all dies ausdrückt: Erdbeeren.
Heute die ersten beiden Schalen des Jahres gekauft und fast schon die Hälfte schnabuliert. 🙂
Die Verknappung: Weniger als 7 % der Menschen leben in vollwertigen Demokratien („full democracies“). Das ist leider nicht die Statistik von vor dreihundert Jahren – sondern von 2024. Quelle: EIU Democracy Index 2024
Der Hintergrund dazu: Der „Democracy Index“ bewertet die Regierungsform jedes Landes nach fünf Kategorien: electoral process and pluralism, functioning of government, political participation, political culture, civil liberties.
Der tabellarische Überblick sieht 2024 so aus:
Type of Regime
No. of Countries
Share of Countries
Share of World Population
Full Democracy
25
15.0%
6.6%
Flawed Democracy
46
27.5%
38.4%
Hybrid Regime
36
21.6%
15.7%
Authoritarian
60
35.9%
39.2%
In den letzten Jahren befindet sich Demokratie auf dem Rückzug, hybride und autoritäre Regime nehmen zu. Aufgrund von politischen Turbulenzen und schwindendem Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung wurden 2024 z.B. Südkorea und Frankreich von „full democracies“ zu „flawed democracies“ herabgestuft. Deutschland wird als „full democracy“ eingestuft.
Als Gründe für diese Entwicklung werden genannt: Gridlock, dysfunction, corruption, insufficient transparency and a lack of accountability have undermined public confidence in governments, political parties and politicians. In many countries, powerful interest groups and the wealthy exert significant influence. Governments outsource decision-making to non-elected bodies, including central banks and courts. Citizens increasingly feel that they do not have control over their governments. As a result, popular trust in democratic institutions has been in decline for many years and has reached the stage where many question whether democracy is able to deliver good results.
Nachvollziehbar und beängstigend zugleich. Ich bin überzeugt, dass Demokratie die beste Staatsform ist, wenn man sich als Individuum oder Gruppe frei entfalten und selbstbestimmt leben möchte. Deswegen will ich weiterhin in einer Demokratie leben. Wir können alle zum Erhalt der Demokratie beitragen: Wir können uns beteiligen, wir können mitgestalten, wir können Einfluss nehmen. In unserer Nachbarschaft, unserer Stadt oder Gemeinde, bei der Arbeit, in unserem Freundeskreis. In unserem direkten Umfeld macht unser Handeln immer einen Unterschied. Auf geht’s!
Das Kürzel „OK“ ist wahrscheinlich die weltweit am häufigsten verwendete Verknappung: – OK, ich verstehe. – Ist alles OK? – Wäre es für dich OK, wenn … – Was fällt dir ein? Das ist nicht OK! usw.
Lange Zeit dachte ich, O.K. waren die Initialen eines in die USA eingewanderten deutschen Arbeiters (Otto Kessler, Oskar Krause, …), der mit den beiden Buchstaben Bauteile als von ihm persönlich qualitätsgeprüft gekennzeichnet hat. Dies ist jedoch eine von vielen unbelegten Legenden zur Etymologie, die heute von Sprachwissenschaftlern nicht mehr anerkannt wird.
Tatsächlich wurde o.k. zum ersten Mal am 23. März 1839 in der Boston Morning Post als Sprachwitz verwendet. Als absichtlich falsch geschriebene Abkürzung von „all correct“, „oll korrekt“. Solche Falschschreibungen waren damals anscheinend in Mode; so auch KY für „know yuse“ (no use, zwecklos) oder KG für „know go“ (no go, geht nicht).
Tja… Sprache ist lebendig und wandelbar und der spielerische Umgang mit ihr führt zu bereichernden Ergebnissen.
Die Zeiten sind unstet. Vormals Unverrückbares bröckelt; nein: es verpufft. Woran kann man sich noch orientieren? An welchen Leitlinien kann man sein Handeln ausrichten? Meine knappe Antwort: die Menschenrechte, 1948 von den Vereinten Nationen deklariert. Maßgeblich mitgestaltet hat Eleanor Roosevelt. Anlässlich des 10jährigen Bestehens sagt Roosevelt 1558 in einer Rede:
Where, after all, do universal human rights begin? In small places, close to home – so close and so small that they cannot be seen on any maps of the world. Yet they are the world of the individual person; the neighbourhood he lives in; the school or college he attends; the factory, farm, or office where he works. Such are the places where every man, woman, and child seeks equal justice, equal opportunity, equal dignity without discrimination. Unless these rights have meaning there, they have little meaning anywhere. Without concerted citizen action to uphold them close to home, we shall look in vain for progress in the larger world.1
Die Botschaft ist klar: Wir alle sind gefragt. Wir alle tragen Verantwortung.
Irmtraud Morgner legt ihrer Protagonistin Trobadora Beatriz in den Mund: „Der schlimmste weibliche Fehler [ist] der Mangel an Größenwahn. Um etwas Größeres zu tun, braucht [ ] man erstmal den Mut, etwas Größeres zu wollen.“1
Ein kurzer Blick in die Welt zeigt, dass es Männern tatsächlich viel seltener an Größenwahn fehlt. Wie würde die Welt wohl aussehen, wenn auch wesentlich mehr Frauen Großes, Größeres, Größtes wollten? Gäbe es noch mehr Mord und Machtgier, Krieg und Kettensägen-Fetisch? Oder würde der weibliche Größenwahn den männlichen in Schach halten? Oder gar ein kreatives Gegengewicht bilden; einen Nährboden schaffen für Innovation und Fortschritt?
Vielleicht sollten wir es einfach ausprobieren. Happy International Women’s Day!
1 zitiert nach: Ölke, M. (1998). „…wie man mit beiden Beinen auf der Erde träumt“: utopische Entwürfe im Werk Irmtraud Morgners. Freiburger FrauenStudien, 2, 95-118. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-322823
In Zeiten, in denen immer mehr irrsinniges Verhalten in der Welt zu finden ist, halte ich es mit Hermann Hesse:
Fühle mit allem Leid der Welt, aber richte deine Kräfte nicht dorthin, wo du machtlos bist, sondern zum Nächsten, dem du helfen, den du lieben und erfreuen kannst.
Die Blumen im Frühling – der Mond im Herbst, im Sommer die kühle Brise – im Winter der Schnee! Wenn unnütze Sachen den Geist nicht vernebeln, Ist dies des Menschen glücklichste Jahreszeit!