Monatsarchiv: August 2008

Die beste Art Geld auszugeben


… ist Reisen. Warum? Das sind meine 3 Gründe:

 

Reisen macht reich.

Natürlich nicht an Geld. Dafür an Erlebnissen, Bildern und Eindrücken, die du nirgends kaufen kannst. Wenn ich an meine vergangenen Reisen denke, lässt mich das immer noch und immer wieder schwärmen. Natürlich verblassen viele Bilder mit der Zeit, aber was bleibt ist ein Gesamtgefühl und kleine Blitzlichter, die wie Juwelen in der Schatzkammer der Erinnerung funkeln.

 

Reisen macht frei.

Du wirst toleranter und offener gegenüber anderen Ländern, Kulturen und Menschen. Wir fürchten, was wir nicht kennen. Auf Reisen hast du so viele Möglichkeiten, Fremden freundlich und offen zu begegnen, dass diese diffuse Furcht abgebaut werden kann. Das heißt beileibe nicht, dass man alles gutheißen muss, aber das Bild im Kopf wird klarer und weniger vorurteilsbehaftet.

 

Reisen macht lebendig.

Stillstand in der persönlichen Entwicklung ist für mich so eine Art Vor-Tod. Eines der stärksten Gegenmittel ist das Reisen. Es gibt so viel Neues auf dem Weg; das hält in Bewegung. Aufgaben müssen gelöst, Eindrücke verarbeitet, Erfahrungen eingefügt werden. Stagnation hat keine Chance.

 

Das alles gilt vielleicht nicht uneingeschränkt für den Prolo-Touri, der für 99 Cent nach Malle fliegt und erst drei Tage nach der Rückkehr wieder in fahrtaugliche Promille-Regionen gerät. – Nun gut, diese Wahl trifft jeder für sich selbst.  

Deadwood – der etwas andere Western


Als Kind habe ich Western geliebt. Die Erinnerung an Figuren und Handlung von Serien wie „Western von gestern“ und „Rauchende Colts“ sowie ungezählten US-Spielfilmen ist diffus und bruchstückhaft. Die Erinnerung an meine kindliche Begeisterung für Abenteuer, Wagemut und Heldenruhm ist dagegen relativ klar geblieben.

Die ungeheuer dreiste Arroganz der weißen Männer des Westens war mir damals noch nicht bewusst. Hingegen fand ich es schon ein wenig merkwürdig und irritierend, dass immer nur die Männer die coolen Sachen gemacht haben, während die Frauen brav am Herd auf die Rückkehr der Aufrechten warten mussten oder bestenfalls mal einen Angeschossenen pflegen durften.

Vielleicht sind das die Gründe, warum mit Beginn der Pubertät das Genre seinen Reiz für mich weitestgehend verloren hat. Daher war ich auch eher zurückhaltend, als ein Kollege mir Deadwood ans Herz und damit ins DVD-Laufwerk gelegt hat.

Schon nach der ersten Folge war ich süchtig. Deadwood ist anders als die alten Western. Keine geschönte Marlboro-Romantik, in Deadwood geht es dreckig zur Sache – in Wort und Tat. Besonders beeindruckend: die Zeichnung der Charaktere. Die Bösen sind böse, aber manchmal sind sie auch sympathisch oder erregen Mitgefühl. Die Guten sind gut, aber auch sie haben ihre Unzulänglichkeiten und dunklen Abgründe. Und genau davon lebt eine Serie, egal in welchem Setting sie spielt.

Um es mit dem Worten des Saloon-Betreibers und Ober-Ganoven Al Swearengen zu sagen: Welcome to fucking Deadwood!