Reise in die Vergangenheit

Bei der Hochzeit eines engen Freundes aus Schulzeiten letzten Freitag habe ich einige liebe Leute nach vielen Jahren wiedergesehen. Darauf hatte ich mich richtig gefreut – und es war genau so schön, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es ist spannend, Menschen zu treffen, die einem vor Langem nahe gestanden haben und die man aus den Augen verloren hatte.

Dadurch, dass alte Geschichten und Situationen erzählt werden, leben versunkene Bilder und Gefühlswelten wieder auf. Das ist ein bisschen so, wie sich selbst zu treffen, wie man früher einmal war.

Ähnlich ging es mir, als ich für den Urlaub die Musikauswahl auf meinem mp3-Player aktualisiert habe. Ich habe ein paar uralte CDs in die Hand genommen und Lieder kopiert, die ich Mitte der Neunziger oder noch früher gehört habe. Und auch hier der Effekt: die eigene Vergangenheit lebt auf und wirkt ein zartes Band in die Gegenwart.

Das hat nichts mit Früher-war-alles-besser-Nostalgik zu tun. Vielmehr mit der Würdigung des eigenen Lebensweges. Einer der Vorteile am Älterwerden ist ja, dass man eine eigene Vergangenheit hat, aus der man für die Gegenwart und Zukunft schöpfen kann.

Ich erinnere mich an Dinge, die mir früher wichtig waren, für die ich mich eingesetzt habe, über die ich mich selbst und andere definiert habe. Über einige kann und muss ich heute lächeln – aber andere schätze ich immer noch wert, sie sind nur ins Hintertreffen geraten im Strudel der zunehmenden Alltagsverpflichtungen.

Doch gerade in Zeiten der Veränderung ist es wertvoll, sich an ganz Altes zu erinnern. Es hilft, sich auf den Kern der eigenen Werte rückzubesinnen und gibt ein Stück von dem Halt und dem Urvertrauen ins Leben, die man braucht und nach denen man sich sehnt.

 

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