Monatsarchiv: Januar 2012

Kiva – Eine gute Sache? Rat gesucht.

Ein Novum: Ich frage in die www-Gemeinschaft hinein in der Hoffnung auf einen guten Rat.

Vor ein paar Tagen bin ich auf Kiva gestoßen. Ich habe ein bisschen recherchiert und gelesen, konnte mir aber noch kein abschließendes Urteil bilden, ob ich Kiva unterstützen will oder nicht.

Wer kann fundiert berichten? Am besten aus erster Hand. Bitte nur seriöse Zusendungen. 🙂

Danke!

Die Vorbereitungen laufen

Die Perücke liegt im Kühlschrank, das Paillettenkleid hängt vor der Heizung. So muss es sein: Ein kühler Kopf auf einem heißen Körper.

Mir bleiben 40 Minuten, bis Gérard mich abholen kommt. Gerade genug, um zu duschen und das Make-up zu zaubern. Ich drehe die Musik lauter. Oh, ich liebe Samstagnacht!

Mehr als eine Liebesgeschichte: „Feuer im Herbst“ von Irène Némirovsky

Offensichtlich ist der Roman „Feuer im Herbst“ eine Liebesgeschichte. Schauplatz ist Frankreich in den Jahren 1912 bis 1941. Thérèse und Bernard kennen sich seit Kinderjahren, aber erst nach Ende des ersten Weltkriegs finden sie sich – und verlieren sich umso schneller wieder, vielleicht für immer.

Es steckt auch ein enorm starkes Gesellschaftsportrait in „Feuer im Herbst“. Das französische Kleinbürgertum der Jahrhundertwende wird ebenso greifbar wie die gebrochene Generation des Großen Krieges. Korrumpiert von dessen Schrecken lebt sie ohne Rücksichtnahme nur fürs eigene Vergnügen und das schnelle Geld.

An vielen Stellen hatte ich das Gefühl, über unsere eigene Generation zu lesen, zum Beispiel:

Neunundneunzig Prozent der im letzten Vierteljahrhundert gemachten Pariser Karrieren ähnelten der seinen [Bernards]. Es waren keine Geschäfte mehr, sondern Papiere, Symbole, Zeichen, Abstraktionen … im Grunde eine Art Spiel …

Er hatte niemanden betrogen. Er hatte weder verraten noch gestohlen. Der Börsenkrach selbst war strafrechtlich gesehen nicht zu beanstanden.

Er wäre verrückt gewesen, es nicht wie alle anderen zu machen. Warum hätte er darauf verzichten sollen? Warum? Und in wessen Namen? Alle fischten im trüben, alle logen, alle intrigierten.

(S. 209 ff; btb 2010)

Man könnte meinen, Irène Némirovsky habe den Roman vor kurzem geschrieben und wolle uns einen Spiegel vorhalten. Hat sie aber nicht. Irène Némirovsky wurde 1942 von den Nazis in Frankreich verhaftet und starb wenig später in Auschwitz.

Fazit: Ein bewegendes Buch einer beeindruckenden Schriftstellerin.

Mehr über Irène Némirovsky auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Irene_Nemirovsky

 

Traum und Wirklichkeit

Neulich habe ich geträumt, dass ich vor einer Art Anzeigetafel stehe. Dort sind nach und nach immer mehr Meldungen zur aktuellen Lage weltweit erschienen: Tote in Syrien, Wahlbetrug in Russland, Neo-Nazis in Deutschland, wischi-waschi Klimagipfel, Überschuldung in Europa, skrupellose Finanzmarktmacher, Strahlen in Japan, …

Im Traum habe ich eine tiefe Traurigkeit empfunden und die Gewissheit: Wir werden es nicht schaffen.

Im krassen Gegensatz dazu mein eigenes kleines Leben: Ein wirklich schönes und erfolgreiches Jahr ist gestern zu Ende gegangen.

Nach einem Jahr im neuen Job habe ich das Gefühl, ich bin angekommen und freue mich auf den weiteren Weg. Auch privat ist alles prima, im Frühling steht ein Umzug in eine tolle neue Wohnung an. Schreibtechnisch war 2011 hervorragend, viele neue Geschichten sind entstanden und sogar das erste gedruckte Werk. Mit meinem Fernstudium bin ich gut und erfolgreich vorangekommen, auch wenn zwischenzeitlich Panikattacken und Selbstzweifel bekämpft werden mussten.

Meine persönliche Wirklichkeit ist ungeheuerlich viel besser als die globale Wirklichkeit. Zur Revolutionärin tauge ich allerdings nicht, so dass sich mein Gewissen auch 2012 mit regelmäßigen wohltätigen Spenden und möglichst umweltfreundlichem und aufrichtigem Verhalten zufrieden geben muss.

Wir werden sehen, was das neue Jahr bringt.