Malerei der Woche (36/2022)

Nach drei Hochzeiten kommt nun kein Todesfall, sondern ein Engelsturz. 1587 erhielt Christoph Schwarz den Auftrag für das Hochaltarbild der Jesuitenkirche St. Michael in München, die als eines der Hauptwerke der süddeutschen Gegenreformation gilt. Im Zentrum des Gemäldes sehen wir den Erzengel Michael, wie er den abtrünnigen Luzifer in die Tiefe stürzt. Die weit ausgebreiteten Flügel, der das Haupt umrahmende Mantelschwung und der helle Hintergrund verleihen Michael die Anmutung einer leuchtenden Siegesgöttin. Luzifer hingegen, der ehemals schönste aller Engel, befindet sich bereits im Dunkel. Ihm sind Hörner gewachsen, Schlangen züngeln aus seinem Haar, an den Fingern wachsen ihm Krallen und die Flammen des Höllenfeuers haben das prächtige Pfauengefieder seiner Flügel erreicht. Ein Sinnbild für den ewigen Kampf zwischen Licht und Finsternis.

Bild entnommen von: https://www.rdklabor.de/wiki/Datei:Superbia_35.jpg
Christoph Schwarz und Alessandro Paduano, Sieg des Erzengels Michael über Luzifer. 1588–1590. Öl auf Leinwand, ca. 500 x 300 cm. München, St. Michael, Hochaltar.
Nach: Rom in Bayern. Kunst und Spiritualität der ersten Jesuiten, Ausstellungskatalog München 1997, S. 116.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s