Seit letzter Woche ist es veröffentlicht, das Programm des 44. Erlanger Poet*innenfestes. Bei der „Revue der Neuerscheinungen“ kenne ich diesmal kaum einen Namen. Viel Potenzial also für spannende Entdeckungen. Ich freu mich!

Seit letzter Woche ist es veröffentlicht, das Programm des 44. Erlanger Poet*innenfestes. Bei der „Revue der Neuerscheinungen“ kenne ich diesmal kaum einen Namen. Viel Potenzial also für spannende Entdeckungen. Ich freu mich!

Veröffentlicht unter Aufmunterung der Woche, Futter für Geist und Seele
Latein habe ich nie gelernt, aber seit ich als Teenager Der Club der toten Dichter gesehen habe, kenne ich zumindest einen lateinischen Sinnspruch: Carpe diem. Als Übersetzung war mir „Nutze den Tag“ (bzw. englisch „seize the day“) geläufig. Das Verb „carpere“ kann jedoch auch mit „pflücken“ übersetzt werden. So wird aus „nutzen“ „pflücken“:
Pflücke den Tag.
Wikipedia nennt „Pflücke den Tag“ als wörtliche Übersetzung von Horaz‘ „Carpe diem“ und schreibt weiter:
„Nutze den Tag“ oder „Genieße den Tag“ trifft den eigentlichen Kern der Redewendung nur unzulänglich. Die der natürlichen Welt entlehnte Metapher ruft ein Bild des Pflückens von Blumen oder Früchten wach, als eines im sinnlichen Erleben der Natur wurzelnden Augenblicks.
Genau das empfinde ich letztes Wochenende, als eine Teilnehmerin der Schreibwerkstatt, die ich besuche, „Pflücke den Tag“ in ihrem Text verwendet. Eine saftige reife Frucht, eine Nektarine, erscheint vor meinem inneren Auge, ich pflücke sie, die Nektarine ist der Tag, ich atme den süßen Duft und beiße hinein.

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Das Wörtlein
Kürzlich kam ein Wort zu mir,
staubig wie ein Wedel,
wirr das Haar, das Auge stier,
doch von Bildung edel.
Als ich, wie es hieße, frug,
sprach es leise: „Herzlich“.
Und aus seinem Munde schlug
eine Lache schmerzlich.
„Wertlos ward ich ganz und gar,“
rief’s, „ein Spiel der Spiele,
Modewort mit Haut und Haar,
Kaviar für zu viele.“
Doch ich wusch’s und bot ihm Wein,
gab ihm wieder Würde,
und belud ein Brieflein fein
mit der leichten Bürde.
Schlafend hat’s die ganze Nacht
weit weg reisen müssen.
Als es morgens aufgewacht,
kam ein Mund – es küssen.
Christian Morgenstern
Veröffentlicht unter Aufmunterung der Woche
Heute eine nachdenklich stimmende Aufmunterung. Eine Aufforderung, Trennendes zu überwinden und gemeinsam zu handeln.
Gemeinsam
Vergesset nicht
Freunde
wir reisen gemeinsam
besteigen Berge
pflücken Himbeeren
lassen uns tragen
von den vier Winden
Vergesset nicht
es ist unsre
gemeinsame Welt
die ungeteilte
ach die geteilte
die uns aufblühen läßt
die uns vernichtet
diese zerrissene
ungeteilte Erde
auf der wir
gemeinsam reisen
Rose Ausländer
Veröffentlicht unter Aufmunterung der Woche
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Wir bleiben noch bei Goethe. Eines meiner Lieblingsgedichte von ihm ist dieses:
Gefunden
Ich ging im Walde
so für mich hin,
und nichts zu suchen,
das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
ein Blümchen stehn,
wie Sterne leuchtend,
wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
da sagt‘ es fein:
Soll ich zum Welken
gebrochen sein?
Ich grub’s mit allen
den Würzlein aus,
zum Garten trug ich’s
am hübschen Haus.
Und pflanzt‘ es wieder
am stillen Ort;
nun zweigt es immer
und blüht so fort.
Johann Wolfgang von Goethe
Veröffentlicht unter Aufmunterung der Woche
Im Rahmen seiner Tätigkeit am Weimarer Hof verfasste Goethe mehrere Maskenzüge: eine Verbindung von Karnevalsumzug und barocker Selbstinszenierung des Hofes; multimediale Gesamtkunstwerke mit Text, Musik, Tanz und Pantomime in festlichen Kostümen und üppiger Dekoration. Goethe sah diese Auftragsarbeiten kritisch und bezeichnete seine Arbeit daran in einem Brief als „Dienst der Eitelkeit“. 1
Dennoch, folgende Zeilen aus dem letzten Weimarer Maskenzug von 1818 sind die Aufmunterung der Woche:
Fürwahr, es wechselt Pein und Lust.
Genieße, wenn du kannst und leide, wenn du mußt,
vergiß den Schmerz, erfrische das Vergnügen.
Zu einer Freundin, einem Freund gelenkt,
mitteilend lerne, wie der andre denkt.
Gelingt es dir den Starrsinn zu besiegen,
das Gute wird im ganzen überwiegen.
1 https://brill.com/display/book/edcoll/9783846752968/B9783846752968-s013.xml
siehe auch: http://www.goethezeitportal.de/wissen/dichtung/schnellkurs-goethe/goethe-in-weimar.html – Der Weimarer Musenhof
Veröffentlicht unter Aufmunterung der Woche
Robert Frosts „The Road Not Taken“ gehört zu den populärsten Gedichten im englischen Sprachraum und lässt viel Raum für Interpretation (siehe z.B. Wikipedia, The Paris Review, Modern American Poetry Site). Für mich drücken Frosts Zeilen aus, dass jede Entscheidung für etwas auch eine Entscheidung gegen etwas bedeutet – es kann gar nicht anders sein. Deswegen ist es wenig sinnvoll, zu viel über Entscheidungen zu grübeln – vor allem nicht über bereits getroffene. Keine Angst vor ungelebtem Leben!

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In dem Mimikresonanz-Seminar, das ich im Januar besucht habe, bekamen wir die Gelegenheit, eine Postkarte an unser zukünftiges Ich zu schreiben. Die Trainerin sammelte die geschriebenen Karten ein und sagte, sie würde sie irgendwann im Lauf des Jahres an uns per Post senden. Meine Postkarte kam gestern bei mir an. Ich hatte unter anderem darauf geschrieben, wie gut mir das Seminar tut und wie inspirierend ich es empfinde. Das gestern wieder zu lesen, hat nicht nur die Erinnerung an dieses wunderbare Wochenende wieder geweckt, sondern auch die Energie daraus wieder aufleben lassen.
Selbstverständlich gibt es Services im Internet, mit deren Hilfe man einen Brief (E-Mail) an sein zukünftiges Ich schreiben kann, z.B. https://www.futureme.org/.
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Die Aufmunterung der Woche ist diesmal grün. Dienstagabend sind wir aus einem wunderbaren Italienurlaub zurückgekommen. Eine Freundin, die gleich nebenan wohnt, hat sich um unsere Pflanzen gekümmert. Auf dem Balkon hat sich in den zwei Wochen einiges getan! Vor allem die Minze und die Petersilie sind prächtig gewachsen, und auch der Rosmarin und Thymian machen eine sehr gute Figur. Speis und Trank können also ab sofort mit frischen Sommeraromen verfeinert werden.



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