Steig doch einfach mal aufs Lehrerpult!

Habe kürzlich seit langem einmal wieder „Dead Poets Society“ (Club der toten Dichter) von Peter Weir gesehen; mit Robin Williams als charismatischem Lehrer einer Privatschule der 50er Jahre. Als der Film in die Kinos kam, war ich ungefähr so alt wie die Jungs im Film. Ideal! 

Neben der Carpe Diem-Sache (also Nutze den Tag oder freier übersetzt: Mach was aus deinem Leben) hat der Film für mich noch eine zweite sehr wertvolle Botschaft. Es geht darum, die Welt bewusst aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Williams steigt dazu im Film auf sein Lehrerpult. Er fordert die Schüler auf, dies auch zu tun. Die Message: Übernehmt nicht einfach die Sichtweise der anderen. Betrachtet die Sache aus einem anderen Blickwinkel noch einmal neu. Denkt nach, um eure eigene Meinung zu bilden. Und habt keine Angst davor, einen anderen Standpunkt zu vertreten. 

Erst zögerlich, dann zunehmend mutiger, steigen die Schüler nacheinander alle auf das Pult und liefern damit die Grundlage für die ergreifende Schlussszene (ja, ich musste auch diesmal wieder weinen). 

Für mich geht die Sache noch ein ganzes Stück weiter: Steig doch wirklich mal aufs Lehrerpult (oder ein vergleichbares Möbelstück, das zu Hand ist; vielleicht dein Schreibtisch oder dein Stuhl im Büro). Die Welt sieht tatsächlich anders aus. Das kann dir helfen, wenn du bei einer Sache nicht weiter kommst, wenn dein Denken und Handeln festgefahren sind. Ein neuer Blickwinkel kann neue Impulse bringen. Gibt es einen Aspekt, den du bisher nicht beachtet hast? Eine Möglichkeit, die du noch nicht in Betracht gezogen hast?  

Und es kann auch dazu beitragen, andere Leute besser zu verstehen. Versetze dich in die Lage der anderen. Wie sieht die Sache für sie aus? Welche Voraussetzungen und Bedingungen gelten für sie? Was sind ihre Ziele und Interessen? Sobald du ein Verhalten verstehst, kannst du auch besser damit umgehen. 

Ein Tipp für die Anwendung in der Praxis, falls du befürchtest, für völlig durchgeknallt gehalten zu werden: Perspektiven-Klettern im Büro kannst du leicht dadurch tarnen, dass du z.B. Kalender oder wichtige Ausdrucke recht weit oben an der Wand anpinnen willst oder oben auf dem Schrank etwas suchen musst. J 

In diesem Sinne: O Captain, my Captain! Ja, ich werde meinen Kopf benützen! Und da sag noch einer, man könne aus Hollywood-Filmen nichts fürs Leben lernen.

 

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