Kalenderspruch der Woche (06/2017)

Einem kleinen Funken folgt eine große Flamme.
Dante Alighieri

Deshalb sollte man immer gut auf die Funken achten. Denn eine Flamme kann erleuchten – oder zerstören.

Salzburg im September

An trüben Tagen denkt man gerne an sonnige Ausflüge zurück. Zum Beispiel: Salzburg im September.

Die Mozartstadt ist von München aus mit der Bahn in unter zwei Stunden zu erreichen. Trotz touristischen Gewusels auf den Plätzen und in den Einkaufsgassen kommt Salzburg entspannt und gemütlich daher. Um die Altstadt zu erkunden, braucht es weder Auto noch öffentliche Verkehrsmittel; zu Fuß erlebt man ohnehin am meisten.

Vom Mönchsberg aus genießt man einen wunderbaren Blick über das Domviertel hinüber zur thronenden Festung und jenseits des Flusses auf den Kapuzinerberg. Auf waldigen Wegen spaziert es sich ganz leicht wieder hinunter in die Stadt.

Wer Einkaufen oder einfach nur Schauen möchte, was es alles gibt, der kommt in der Linzer Gasse und rund um die Getreidegasse auf seine Kosten. Besonders spannend fand ich das ´s Fachl: Ein Laden, in dem jede und jeder für kleines Geld ein Fach mieten und darin die eigenen Erzeugnisse feilbieten kann, von Strick- und Häkelware über Schmuck und Taschen bis zu Marmelade und Likör. Ein originelles Konzept, das offenbar auch in Wien, Villach, Linz und Graz aufgeht.

Sehenswert ist der Friedhof St. Peter mit seinen Grabarkaden und vielen gusseisernen Kreuzen. Wirkliche Besinnlichkeit hat es wegen der vielen anderen Touristen allerdings schwer.

Für Leckermäuler ist Salzburg ein sehr guter Ort. Zu empfehlen: Die Original-Mozartkugeln von der Konditorei Fürst, die ihren hohen Preis tatsächlich wert sind. Auch sehr leckere Knödel und Wiener Schnitzel werden in Salzburg serviert. Allein die Salzburger Nockerl konnten mich nicht begeistern. Vielleicht waren die zuckrigen Baiser-Berge einfach nicht fluffig genug gebacken.

Der Mirabellgarten mit seinem Lustschloss lädt zum Flanieren ein. Lustige Gesellen aus Stein trifft man im Zwerglgarten. Und mit einem letzten Blick auf die Festung lässt sich zufrieden Abschied nehmen vom „Herz vom Herzen Europas“ (Hugo von Hofmannsthal).

Kalenderspruch der Woche (05/2017)

Mische ein bisschen Torheit in dein ernsthaftes Tun und Trachten. Albernheiten im rechten Moment sind etwas ganz Köstliches.
Horaz

Kalenderspruch der Woche (04/2017)

Die Luft winterkalt,
Wipfel im Schnee, die Vöglein
Träumen vom Frühling
Seelenflügel

Kalenderspruch der Woche (03/2017)

Verweile nicht und sei dir selbst ein Traum,
Und wie du reistest, danke jedem Raum.
Bequeme dich dem Heißen wie dem Kalten,
Dir wird die Welt, du wirst ihr nie veralten.
Johann Wolfgang von Goethe

Kalenderspruch der Woche (02/2017) – Nachtrag

Ruhe suchen kann man an mancherlei Orten, Ruhe finden nur in sich selbst.
Willy Reichert, dt. Komiker und Volksschauspieler

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Kalenderspruch der Woche (01/2017)

„Die Leute“, sagte der kleine Prinz, „schieben sich in die Schnellzüge, aber sie wissen gar nicht, wohin sie fahren wollen. Nachher regen sie sich auf und drehen sich im Kreis…“ Und er fügte hinzu:
„Das ist nicht der Mühe wert…“
Antoine de Saint-Exupéry (aus: Der Kleine Prinz, Originalübersetzung, Karl Rauch Verlag, Düsseldorf)

Kalenderspruch der Woche (52/2016)

A winter’s carol, first song of the robin
The sun is reborn from the starry heavens
A winter’s carol echoes, sound of wonder
And I can hear it
Tori Amos, Winter’s Carol

Noch spürt man es nicht wirklich, aber das Licht wurde mit der Wintersonnwende wiedergeboren. Willkommen!

Das Geschenk – Ein Weihnachtsdialog

Helmut schenkt seinem besten Freund Klaus zu Weihnachten ein Paar Schlittschuhe. Gespannt beobachtet Helmut, wie Klaus sein Geschenk öffnet. Für die Leser des folgenden Dialogs ist es wichtig zu wissen, dass sowohl Helmut als auch Klaus im Rollstuhl sitzen.

Helmut: Na, was sagst du?

Klaus: Was ich sage?

H: Ja, was sagst du zu meinem Geschenk?

K: Spinnst du!?! – Das sag ich.

H: Was? Wieso?

K: Wieso? Du schenkst mir Schlittschuhe zu Weihnachten!

H: Na, bis zu deinem Geburtstag wollte ich nicht warten…

K: Bist du jetzt auch noch blind? Ich sitze im Rollstuhl, genau wie du! Was soll ich mit Schlittschuhen?

H: Klaus, du verstehst nicht…

K: Oh, doch, ich verstehe sehr gut. Das ist einer deiner dämlichen Scherze, du Idiot!

H: Nein, nein, Klaus, so ist das nicht…

K: Ach, nein? Wie ist es denn dann?

H: Schau doch mal genauer hin!

K: Ganz schön abgenutzt sind die Dinger. Klar, für einen Lahmen tut’s auch Second Hand!

H: Klaus, schau genau hin.

K: Da hat auch noch jemand was drauf geschmiert…

H: Ja, genau.

K: Da steht was geschrieben…

H: Ja, genau! Lies, was da steht!

K: Da steht: N… Na… Nadel… Sch… Schwamm. Nadelschwamm. Und darunter: I.. Ig… Igor. Noch was. Eine Zahl… 1982. Nadelschwamm Igor 1982. Na und?

H: Ach, Klaus, ich glaube, du bist der Blinde! Da steht: Norbert Schramm, Lyon, 1982.

K: Und?

H: Du kapierst auch gar nichts! In den Schuhen hat Norbert Schramm 1982 in Lyon die Europameisterschaft im Eiskunstlauf gewonnen! Und dann hat er die Schuhe signiert.

K: Echt? Das wäre ja ein Ding!

H: Das ist ein Ding! Die sind echt!

K: Und wie kommst du da ran?

H: Ha! Pass auf! Mein Schwager macht doch diese Wohnungsauflösungen. Letzte Woche war er bei einer alten Dame. Demenz. Keine Familie. Muss ins Heim. Auf deren Dachboden lagen die Schuhe, sorgfältig verpackt in einem festen Karton. Mein Schwager hat die Unterschrift nicht gesehen. Er wollte die Schuhe seinem Sohn geben, aber dem sind sie zu klein. Ich hab die Signatur sofort erkannt und hab die Schuhe meinem Schwager abgeschwatzt. Der Gute hat sich zwar gewundert, aber nicht weiter nachgefragt.

K: Und du bist sicher, die sind echt?

H: Todsicher. Ich hab recherchiert. Die alte Dame war damals die Haushälterin von dem Schramm. Er wird ihr die Schuhe wohl geschenkt haben. Klaus, wenn wir die Schuhe bei E-Bay verticken, sind wir gemachte Leute!

K: Meinst du, das Geld reicht für…

H: Na, zumindest für die Miete im ersten Jahr!

K: Dann können wir endlich das Yoga-Studio auf Gomera eröffnen!

H: Genauso ist es, Klaus. Na, was sagst du jetzt zu meinem Geschenk?

K: Mensch, Helmut! – Ich hol den Sekt!

Kalenderspruch der Woche (51/2016)

Alle Jahre wieder
Kommt das Christuskind
Auf die Erde nieder,
Wo wir Menschen sind.
Wilhelm Hey (1789 – 1854)

Wenn das Christuskind inzwischen keine Lust mehr hätte, auf die Erde zu kommen… Wer könnte es ihm verdenken?
Andererseits: Vielleicht sollte es gerade jetzt kommen, sich mit seinen Kollegen der anderen Religionen treffen und mit ihnen beraten, wie sie es anstellen können, dass sich die Menschen ihretwegen nicht mehr gegenseitig umbringen. Das wäre was!