Monatsarchiv: Dezember 2013

Geschichten, nicht nur zu Weihnachten

Tatsächliche oder angebliche Geschehnisse in Geschichten zu formen und diese dann weiter zu geben, gehört offensichtlich zu den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen und Fertigkeiten. Ob mündlich, schriftlich oder visuell: Das Erzählen und das Erzähltbekommen von Geschichten gehören zu unserem Alltag.

Laut Wikipeida erfreut sich die Kunstform des Storytelling in Deutschland seit einiger Zeit neuer Popularität. Beim Storytelling werden Anekdoten, Sagen und Weisheiten pointiert frei erzählt, unterstützt durch Mimik und Gestik.

In Erlangen kommt man einmal im Jahr in den Genuss, Geschichten des Storytellers Richard Martin zu hören. Richard Martin wurde in England geboren, lebt seit langem in Deutschland und tritt in der ganzen Welt auf.

Auf Richards Website „Tell a Tale“ findet man Daten zu seinen Auftritten und Workshops, Hintergrundinformation zu Storytelling und, natürlich: Stories zum Lesen, Hören und Anschauen.

Hier zwei Geschichten, die mir besonders gut gefallen:

The Wishgiver

Death in the Nut

Listen, enjoy and think about it!

Schnitzeljagd trifft Wirklichkeit oder: Das 20-jährige Abi-Treffen

Mitte November war ich bei meinem 20-jährigen Abiturtreffen. Ende November war ich in der Schreibwerkstatt. Die erste Schreibanregung dort: Schnitzeljagd! In der Schule hieß das Reizwortgeschichte. Die Aufgabe: Stricke um eine Reihe von Wörtern einen Text. Die Geschichte, die zu mir kam, war die des Abi-Treffens zwei Wochen zuvor. Das Ergebnis ist ein fast zu 100% autobiographischer Text. Welche Wörter zur Schnitzeljagd gehören, welches Wort ich nicht unterbringen konnte und warum, steht am Ende dieses Artikels. Doch nun zunächst:

Das 20-jährige Abi-Treffen
Noch keiner verschrumpelt! Das ist mein erster Gedanke, als ich die hell beleuchtete Aula meiner alten Schule betrete. Ich bin ein bisschen spät dran. Im Halbkreis stehen etwa 30 Leute, die hier Abitur gemacht haben. Ich bin einer von ihnen. Mit einem Blick in die Gesichter schmelzen 20 Jahre dahin. Bilder erscheinen, Erinnerungen erwachen; sowohl ungewollt versunkene als auch absichtlich in die Ecke gekickte. Ich bin wieder 19.

Die Schulleiterin, die keiner von uns kennt, beendet ihre kurze Begrüßungsrede und startet die Führung durch unsere Schule. Ich folge mit schlafwandlerischem Vertrauen.

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Ein schlimmer Tag

Zu wenig geschlafen
Einen Pickel entdeckt
Den Seidenschal im Reißverschluss eingeklemmt
Den Bus verpasst
Das wichtige Meeting versäumt
Mit dem Chef gestritten
Die neue Bluse mit Kaffee bekleckert
Den Computer zum Absturz gebracht
Im Regen nach Haus gelaufen
Eine dicke Blase am kleinen Zeh bekommen
Direkt ins Bett gegangen
Die Decke über den Kopf gezogen