Vierzehn versus Vierzig

Mit 14 fand ich es peinlich, ungeschminkt aus dem Haus zu gehen. Mit 40 trage ich Make-up im Büro und beim Ausgehen, aber zum Bäcker gehe ich am liebsten ungekämmt.

Mit 14 hegte ich eine leidenschaftliche Abneigung gegen Mützen. Außer Sichtweite meiner Mutter wanderte die Mütze sofort in die Schultasche. Mit 40 trage ich sehr gern die schwarze Mütze, die meine Mutter für mich gehäkelt hat.

Mit 14 hatte mich das Michael-Jackson-Fieber fest im Griff: Poster, Platten, Konzert, Sammlung von Artikeln, Fotos, Schnipseln. Mit 40 begeistern mich noch einige seiner Songs und ich finde es schade, dass er kein langes glückliches Leben hatte.

Mit 14 war ich höchst unsicher auf dem Fahrrad und gab mir viel Mühe, Radfahren zu vermeiden. Mit 40 ist das Fahrrad mein allerliebstes Fortbewegungsmittel und ich benutze es fast jeden Tag.

Mit 14 begann ich meine erste und einzige Diät. Sie wurde nach etwa fünf Stunden jäh durch ein Stück Schokoladenkuchen bei der Geburtstagsfeier einer Schulfreundin beendet. Mit 40 fände ich es nett, ein paar Kilo weniger zu wiegen, aber Diäten sind dämlich. Stattdessen esse ich lieber frisch und fair.

Mit 14 sprossen die Pickel, Falten waren fern. Mit 40 finde ich immer noch Pickel und fast keine Falten. Ich halte das für einen guten Deal.

Mit 14 litt ich an Arachnophobie. Mit 40 fürchte ich mich immer noch vor Spinnen. – Eine Konstante im Leben braucht schließlich jeder.

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