Unwetter am Horizont

Unsere Decke legt sich sanft auf das saftige Gras. Wir denken nicht an zerdrückte Blüten, als wir uns setzen. Du schenkst roten Wein ein, ich schneide weichen Käse und teile das knusprige Brot.

Die Bienen summen und die Wespen lassen uns in Ruhe. Wir legen uns auf den Rücken, halten einander an der Hand und versinken im Himmelblau. Augen zu. Wind kommt auf. Die Vögel singen weiter.

„Wenn ein Gewitter kommt?“, frage ich.

Du sagst: „Nirgends Wolken.“

„Und wenn der Wind welche bringt?“, frage ich.

Du sagst: „Oder er hält sie fern.“

Eine Hummel setzt sich auf meinen Arm, hebt aber gleich wieder ab. In der Ferne ein Grollen. Ich setze mich auf und blicke hinter mich. Bedrohlich dunkle Wolkenberge. Wohin ziehen sie?

„Unwetter am Horizont“, sage ich.

Du reckst den Kopf. „Es ist weit weg“, sagst du und bleibst liegen.

„Und wenn es hierher kommt?“, frage ich.

Du setzt dich neben mich, ganz nah, nimmst mich in den Arm, zärtlich und fest.

„Dann fällt uns schon das Richtige ein“, sagst du und lächelst. In deinem Lächeln bin ich zu Hause.

Der Donnergroll rückt näher, der Wind frischt auf, das Licht wird gelb.

Ich habe keine Furcht. Denn zusammen wird uns das Richtige einfallen.

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