Brockhaus der Woche (06/2018)

Egal, ob man selber mitmacht oder nicht: Jetzt erreicht er seinen Höhepunkt, der diesjährige Fasching.

Fasching [mhd. vaschanc „Ausschank des Fastentrunks“], => Fastnacht.

Fastnacht [zu ahd. fasta „Fasten(zeit)“ und naht „Vorabend“], urspr. der Abend vor der Fastenzeit, seit dem 15./16. Jh. v.a. die letzten drei Tage, auch die vorhergehende Woche, seit dem 19 Jh. meist die vom Dreikönigstag bis Aschermittwoch dauernde Zeit des Frohsinns, verbunden mit Tanzveranstaltungen, Maskeraden u.a. Vergnügungen, mit Höhepunkt und Ende am F.-Dienstag. […] Die F.-Bräuche des MA. sind bes. gut in den Städten fassbar und hier wesentlich von Erscheinungsformen des öffentl. Festwesens geprägt. Bis ins 14. Jh. dominieren zur F. Reiterspiele der Patrizier, dann entwickelt sich ein vielgestaltiges Maskenbrauchtum (z.B. Schembartlaufen in Nürnberg). Den vielfach groben und exzessiven Brauchhandlugen des Spät-MA. folgen im 16. Jh. neue Schau- und Vorführbräuche der Handwerker. In der Barockzeit blühte die F. als prunkvolles Kostümfest an den Fürstenhöfen und beeinflusste mit ihren motiv. Ausformungen die bürgerl. F. der Städte bis ins 19. Jh. Wichtige Einflüsse auf die künstler. Ausgestaltung kamen seit etwa 1700 aus Italien. […] Vielfach wurde in der Geschichte die „Ventilfunktion“ der F. bedeutsam, etwa im satirisch gewendeten Widerstand gegen kirchl. Institutionen seit dem 15. Jh. oder gegen die frz. Besatzung im Rheinland Anfang des 19. Jh., wovon sich v.a. in Rosenmontagsumzügen (zuerst 1823 in Köln durchgeführt) zeitkrit. Elemente erhalten haben.

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