Monatsarchiv: Dezember 2018

Zum Staunen

Die Auswirkungen der Zentrifugalkraft auf das menschliche Denkvermögen untersucht das Institute for Centrifugal Research in Florida. Dr. Nick Laslowicz präsentiert anschaulich die erstaunlichen Ergebnisse der Forschung. Bei mir hat es über zwei Minuten gedauert, bis ich… aber seht selbst!

Das Video ist übrigens Teil einer hervorragenden Ausstellung der Kunsthalle München. Nur noch bis zum 13.01.2019.

Auch dieses Video ist in der Ausstellung zu sehen:

Man mag darüber streiten, wie authentisch die Kampagne des Kosmetikherstellers ist. Unbestritten ist, wie allgegenwärtig vollkommen unrealistische Schönheitsideale sind. Menschenfeindlich und potentiell gefährlich. Leute, die sich so etwas ausdenken, waren wahrscheinlich zu oft im Wedding Cake oder Steam Pressure Catapult unterwegs…

Brockhaus der Woche (52/2018)

In 52 Wochen sind wir zweimal durchs Alphabet gereist mit Begriffen aus meinem Brockhaus. Mit dem zweiten „Z“ schließt sich der Kreis, das Jahr geht zu Ende. Die Zwölf Nächte bringen uns ins nächste.

Zwölf Nächte (Zwölften), im Volksglauben und Brauchtum bes. hervorgehobene Tage, i.d.R. (mit landschaftl. Abweichungen) zw. Weihnachten und Dreikönigstag; galten als die Zeit von Spukgeistern (Wilde Jagd, Frau Holle, Bercht), die mit mancherlei Arbeitsverbot belegt war, sowie als Lostage; zum Schutz vor den Geistern besprengte man in kath. Gegenden Zimmer und Ställe mit Weihwasser (Raunächte). Aus dem Wetter der Z.N. leitete man Voraussagen für das Wetter der 12 Monate des kommenden Jahres ab, auch Träume galten als vorbedeutend.

Brockhaus der Woche (51/2018)

Der vorletzte Brockhaus der Woche! Mit dem Y geht es in die nordische Mythenwelt.

Ymir, german. Mythos: ein aus dem Eis entstandener Urzeitriese; aus ihm entsprangen die Frost- und Reifriesen; von Odin und seinen Brüdern getötet; aus seinem Fleisch wurde die Erde, aus dem Blut das Meer, aus den Knochen die Berge, aus dem Haar der Weltbaum, aus dem Schädel der Himmel.

Brockhaus der Woche (50/2018)

Was haben gelb, fremd, trocken und Holz gemeinsam? Der Brockhaus verrät es!

xantho… [grch.], gelb…, hellfarbig.
xeno… [grch.], fremd…
xero… [grch.], trocken…
xylo… [grch.], holz…

Brockhaus der Woche (49/2018)

Man kann es mögen oder nicht; es kehrt wieder, zuverlässig jedes Jahr.

Weihnachten [mhd. ze wihen nahten „in den heiligen Nächten“] (Weihnacht, Christfest, Heiliger Christ), gesamtchristl. Fest der Geburt Jesu; neben Ostern und Pfingsten eines der Hauptfeste der christl. Kirchen; seit 336 (erstmals in Rom) am 25.12. gefeiert, anknüpfend an das an diesem Tag begangene röm. Staatsfest der Geburt des unbesiegbaren Sonnengottes (Sol invictus) und dieses im christl. Sinne umdeutend. Es verschmolz später im german. Bereich mit dem Julfest (Wintersonnenwende) und verdrängte, trotz zunächst heftiger Widerstände wegen seiner „heidn.“ Parallelen, außer in der armen. Kirche das ursprüngl. Geburtsfest Jesu am 6.1. (Epiphanias). – Der Volksbrauch (Weihnachtsbrauch) prägte mit seiner Vielfalt von liturg. und außerliturg. Brauchtum (z.B. Krippen, Sternsingen, Weihnachtsspiele) den heutigen überregionalen Charakter von W. aus. Zentrales Sinnbild wurde der lichtergeschmückte Weihnachtsbaum (Christbaum; vereinzelt ohne Licht schon im beginnenden 16. Jh., seit dem letzten Drittel des 19. Jh. allg. üblich), im 20. Jh. kam der Adventskranz hinzu. Aus den Gabenbringern der Adventszeit (hl. Nikolaus, Knecht Ruprecht) wurde der Weihnachtsmann (erstmals belegt auf Bildern des 19. Jh.). Ende des 18. Jh., deutlich dann im 19. Jh., erhielt W. das familiäre Gepräge mit der Bescherung (Kinderbescherung seit dem 16. Jh. in der evang. Oberschicht üblich) am Hl. Abend (Hl. Nacht, Christnacht: 24.12.), auf den sich heute auch die christl. Weihnachtsfeier (Weihnachtsvigil, Christmette) konzentriert.

Sandkastenliebe

Schon als sie Kinder waren, hatte Gabriele entschieden, dass er sie später einmal heiraten würde. Auf dem Karussell auf dem Spielplatz hatte sie sich an ihn geschmiegt, während er das Rad in der Mitte immer noch schneller drehte, so lange, bis ihnen beiden schwindelig war. In der Schule saßen sie nicht nebeneinander, sondern Gabriele neben ihrer besten Freundin, er neben seinem besten Freund; Mädchen und Jungen saßen einfach nicht nebeneinander. Aber da sie in direkter Nachbarschaft wohnten, machten sie oft zusammen ihre Hausaufgaben. Gabriele ließ ihn in Mathe, später auch Physik und Chemie abschreiben, er half ihr ein bisschen in Englisch.

Als er beim Tanzkurs wie zufällig ihre Haarspange berührte, die ihre blonde Mähne bändigte, wurde Gabriele heiß und kalt zugleich. Wie gerne hätte sie Tango mit ihm getanzt, aber auf dem Stundenplan der Provinz-Tanzschule standen nur Walzer und Foxtrott. Gegen Ende des Abschlussballs, sie hatten beide Sekt und süßen Wein getrunken, wagte Gabriele das Verwegene: Als er von der Toilette zurückkam, passte sie ihn ab, zog ihn in einen unbeleuchteten Seitengang und küsste ihn. Er erwiderte den Kuss, vielleicht etwas weniger leidenschaftlich als sie es sich vorgestellt hatte, aber ab diesem Zeitpunkt „gingen sie miteinander“.

Als das Abitur vor der Tür stand, waren sie noch immer ein Paar. Gabrieles Noten waren gut, für ihn war es eine Zitterpartie und ohne ihre Hilfe hätte er bestimmt Schiffbruch erlitten. Wegen starker Kurzsichtigkeit musste er nicht zur Bundeswehr und sie konnten zusammen ein BWL-Studium in der nächstgelegenen Universitätsstadt beginnen. Gabrieles Eltern besaßen dort mehrere kleine Eigentumswohnungen und in eine zogen sie gemeinsam ein.

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