Postkarte der Woche (36/2020)

Wir beenden unsere Kuppelrundfahrt durch Berlin auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor. Es ist der 10. November 1989, die Mauer ist offen und die DDR-Grenzpolizisten wirken etwas ratlos. Das Reichstagsgebäude ist hier ohne Kuppel zu sehen. Die ursprüngliche wurde beim Reichstagsbrand 1933 zerstört und von den Nazis nur notdürftig instand gesetzt. Am Ende des Krieges war das Gebäude stark zerstört, die Kuppel wurde 1954 gesprengt. Bis 1973 wurde es wieder aufgebaut – ohne Kuppel.

Erst mit dem Regierungsumzug 1999 erhielt der Reichstag wieder eine Kuppel: eine gläserne, als Sinnbild für die Transparenz der deutschen Demokratie. Genau so soll es sein: In einem offenen, lichten Staat will ich leben, in dem man seine Meinung ohne Furcht vor Repression frei äußern kann. Und genau so ist es ja auch. Auch wenn brüllende, fahnenschwenkende Extremisten letztes Wochenende etwas anderes behauptet haben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s