Monatsarchiv: Oktober 2020

Postkarte der Woche (42/2020)

Das Bild auf der Postkarte stammt von François Gérard und heißt „Les Trois Âges de l’Homme“. Übersetzen würde ich den Titel mit „Die Drei Lebensalter des Menschen“. „L’homme“ ist im Französischen der Mensch und der Mann. Gleiches im Englischen: „man“ ist der Mensch und der Mann. Die Frau, „woman“, ist der weibliche Mensch. Der Mann also der Standard, die Frau die Abweichung; das andere Geschlecht.

Nun hat Gérard in sein Gemälde doch auch eine Frau hineinplatziert, in die Mitte, mit allen drei Männern in Verbindung. Wer ist sie? Die Behüterin des Lebens? Die Gewährleisterin der Fortpflanzung? Wer weiß.

Frauen werden – in der Kunst und im echten Leben – sehr häufig ausschließlich bewahrende oder sorgende Rollen zugewiesen; enorm bedeutsam zwar, aber meist im Hintergrund, oft gar unsichtbar. Das ist ehrenvoll, keine Frage, aber ich will eine Gesellschaft, in der Frauen ins Rampenlicht treten können, wenn sie wollen. Ich will, dass Frauen erforschen, erschaffen, erobern dürfen – ohne dafür von der Gesellschaft bestraft zu werden.

Postkarte der Woche (41/2020)

In den nächsten Wochen wollen wir uns den Frauen widmen. Welche Frauenfiguren begegnen uns in Kunst und Kultur? Wie werden sie dargestellt? Welche Rollen, welche Bestimmungen haben sie?
Eines kann gesagt werden: Oft wird mit Frauen etwas gemacht, etwas stößt ihnen zu. Sie sind passiv, nicht aktiv. So auch Europa: Sie wird entführt. Von Zeus in Stiergestalt.

Hier dargestellt in einem Mosaik aus dem 1. Jahrhundert n.Chr., zu sehen im Musée Condé in Chantilly: L’Enlèvement d’Europe

Postkarte der Woche (40/2020)

Vor 30 Jahren wurde Deutschland wiedervereinigt. Und bei allem, was dabei schief und ungut gelaufen ist – meist zu Lasten Menschen der (Ex-)DDR – ist dieses Ereignis für mich eines der besten in der jüngeren Weltgeschichte. Der 03.10.1990 hat mich eher weniger berührt, für mich sind die Wochen vor und nach dem Mauerfall diejenigen, die sich emotional eingeprägt haben.

Astrid Melzer hat in ihrem Buch „Einer muss ja hierbleiben“ die Erlebnisse und Erfahrungen von 27 Ex-DDR-BürgerInnen gesammelt und herausgegeben. Sie erzählen von ihrem persönlichen Weg in der Zeit des Umbruchs. Empfehlenswert! Und hier die Postkarte zum Buch: