Monatsarchiv: Oktober 2020

Postkarte der Woche (44/2020)

Von der griechischen Mythologie zurück in die reale Welt, allerdings nicht in die Gegenwart, sondern ins Jahr 1913. Aus diesem Jahr stammt August Mackes Gemälde „Promenade“, ein harmonisches Bild mit kräftigen Farben, Männer und Frauen beim Müßiggang festhaltend.

1913 ist auch das Jahr, in dem Emily Davison beim Epsom Derby auf die Rennbahn läuft, vom Pferd des englischen Königs überrannt und schwer verletzt wird und vier Tage später stirbt. Emily Davison kämpfte für das Frauenwahlrecht und es ist zu vermuten, dass sie mit ihrer radikalen Aktion die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Forderungen der Suffragetten lenken wollte. 1918 verabschiedete das britische Parlament (ebenso das deutsche) das Wahlrecht für Frauen.

Wie August Macke zum Frauenwahlrecht stand, weiß ich nicht – erlebt hat er es jedenfalls nicht mehr. Er fiel im September 1914 in der Champagne, mit nur 27 Jahren.

Postkarte der Woche (43/2020)

Heute werfen wir einen Blick in die griechische Mythologie und treffen auf Artemis. Sie ist die Göttin der Jagd, des Waldes, der Geburt und des Mondes sowie die Hüterin der Frauen und Kinder. Sie ist die Tochter der Leto und des Zeus, Apollon ist ihr Zwillingsbruder. Artemis kam als erste auf die Welt und half ihrer Mutter bereits bei Apollos Entbindung. Deshalb beteten die Frauen zu Artemis um eine leichte Geburt.

Artemis wird meist als jungfräuliche Jägerin beschrieben, die allein oder von Nymphen begleitet durch die Wälder streift. In der Ilias wird Artemis die „Herrin der Tiere“ genannt, deren Junge unter ihrem Schutz stehen. Einigen Sagen nach jagt sie in Neumondnächten, während sie in den anderen Nächten den Mondwagen über den Himmel lenkt. Ihre bekanntesten Attribute sind Pfeil und Bogen, der auch die Mondsichel symbolisiert.

Donnerwetter, was für eine Frau!

(Alle oben genannten Infos und noch einige mehr findet ihr auf Wikipedia.)

Postkarte der Woche (42/2020)

Das Bild auf der Postkarte stammt von François Gérard und heißt „Les Trois Âges de l’Homme“. Übersetzen würde ich den Titel mit „Die Drei Lebensalter des Menschen“. „L’homme“ ist im Französischen der Mensch und der Mann. Gleiches im Englischen: „man“ ist der Mensch und der Mann. Die Frau, „woman“, ist der weibliche Mensch. Der Mann also der Standard, die Frau die Abweichung; das andere Geschlecht.

Nun hat Gérard in sein Gemälde doch auch eine Frau hineinplatziert, in die Mitte, mit allen drei Männern in Verbindung. Wer ist sie? Die Behüterin des Lebens? Die Gewährleisterin der Fortpflanzung? Wer weiß.

Frauen werden – in der Kunst und im echten Leben – sehr häufig ausschließlich bewahrende oder sorgende Rollen zugewiesen; enorm bedeutsam zwar, aber meist im Hintergrund, oft gar unsichtbar. Das ist ehrenvoll, keine Frage, aber ich will eine Gesellschaft, in der Frauen ins Rampenlicht treten können, wenn sie wollen. Ich will, dass Frauen erforschen, erschaffen, erobern dürfen – ohne dafür von der Gesellschaft bestraft zu werden.

Postkarte der Woche (41/2020)

In den nächsten Wochen wollen wir uns den Frauen widmen. Welche Frauenfiguren begegnen uns in Kunst und Kultur? Wie werden sie dargestellt? Welche Rollen, welche Bestimmungen haben sie?
Eines kann gesagt werden: Oft wird mit Frauen etwas gemacht, etwas stößt ihnen zu. Sie sind passiv, nicht aktiv. So auch Europa: Sie wird entführt. Von Zeus in Stiergestalt.

Hier dargestellt in einem Mosaik aus dem 1. Jahrhundert n.Chr., zu sehen im Musée Condé in Chantilly: L’Enlèvement d’Europe

Postkarte der Woche (40/2020)

Vor 30 Jahren wurde Deutschland wiedervereinigt. Und bei allem, was dabei schief und ungut gelaufen ist – meist zu Lasten Menschen der (Ex-)DDR – ist dieses Ereignis für mich eines der besten in der jüngeren Weltgeschichte. Der 03.10.1990 hat mich eher weniger berührt, für mich sind die Wochen vor und nach dem Mauerfall diejenigen, die sich emotional eingeprägt haben.

Astrid Melzer hat in ihrem Buch „Einer muss ja hierbleiben“ die Erlebnisse und Erfahrungen von 27 Ex-DDR-BürgerInnen gesammelt und herausgegeben. Sie erzählen von ihrem persönlichen Weg in der Zeit des Umbruchs. Empfehlenswert! Und hier die Postkarte zum Buch: