Tagesarchiv: 9. Mai 2021

Autorin der Woche (18/2021)

Es gibt Autorinnen, mit deren Werk ich vertraut bin, ohne je eine Zeile davon gelesen zu haben. Wie das geht? Na, klar: Verfilmungen. Nie-gelesen-nur-gesehen-Autorin Nr. 1 von 3: Margaret Mitchell, aus deren Feder „Vom Winde verweht“ stammt.

Mitchell wird 1900 in Atlanta geboren; in eine großbürgerliche Familie, in der historisches Interesse und Parteilichkeit für die Südstaaten selbstverständlich sind. Mitchells ältere Verwandten, die den Amerikanischen Bürgerkrieg erlebt haben, erzählen der kleinen Margaret ihre Geschichten und Erinnerungen. Auf diesen basiert Mitchells Roman, an dem sie zehn Jahre arbeitet, der sofort nach Erscheinen auf den Bestsellerlisten steht und ihr den Pulitzerpreis einbringt.

„Vom Winde verweht“ ist ein wahres Epos: 1000 Seiten dick das Buch, 4 Stunden lang der Film. Erzählt aus Sicht der wohlhabenden Südstaaten-Damen, die sich fraglos in die geltenden Gesellschaftsnormen einfügen und diese perfekt erfüllen.

Als Präpubertierende haben mich vor allem die prächtigen Kleider und das leidenschaftliche Liebesdrama vor schicksalsschwerer Kulisse beeindruckt. Und natürlich die Schlussszene mit einem der berühmtesten Filmzitaten überhaupt.