Malerei der Woche (25/2022)

Im späteren 16. und im 17. Jahrhundert waren sogenannte „Markt- und Küchenstücke“ weit verbreitet. Eines der frühesten Beispiele ist „Der Fleischerladen“ (1551) von Pieter Aertsen. Selbst Vegetarier werden den vielfältigen Detailreichtum und die realitätsnahe Ausdruckskraft anerkennen können. Doch gerade die Freude an den dargestellten Genüsslichkeiten und der künstlerischen Leistung sollten damals beim Betrachter zu der Einsicht führen, dass ein Überfluss an Sinnesfreuden der geistigen Gesundheit und christlichen Religiosität zuwider läuft.

Diese Botschaft wird durch die Darstellung im Hintergrund unterstrichen: Die heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten, Maria gibt einem Bettler ein Almosen. Eine äußerlich bescheidene Gabe im Kontrast zum überbordenden Verkaufsstand im Vordergrund. Doch Mariens Gabe meint die „geistige Nahrung“ der christlichen Botschaft und Erlösung, die ewiges Leben verheißt.

Pieter Aertsen: Der Fleischerladen

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