Aufmunterung der Woche (16/2023)

Eines der bekanntesten Einstein-„Zitate“ ist die Fotografie von ihm mit herausgestreckter Zunge. Das Foto entstand am 14.03.1951, Einsteins 72. Geburtstag. Journalisten forderten ihn auf, für die Kamera zu lächeln. Anscheinend war ihm nicht danach. Weniger bekannt ist, dass es ein dazu passendes Gedicht aus Einsteins Feder gibt. Wann und in welchem Zusammenhang dieses entstand, konnte ich bei meiner Ultrakurzrecherche nicht klären. Eine Quelle sagt, er habe die Verse direkt nach der Aufnahme des Fotos geschrieben. Eine andere Quelle behauptet, er habe das Gedicht bereits 1937 verfasst – siehe Wikiquote („Weitere“, letzter Spiegelstrich) und weiterführende Links.

Mit den schelmischen Zeilen beschließe ich jedenfalls die Einstein-Aufmunterungswochen. Am 18.April 1955, also letzten Dienstag vor 68 Jahren, starb Albert Einstein in Princeton.

Von Gutem ist ein ernstes Wort
Wann man´s gebraucht am rechten Ort.
Hast du´s zu tun jedoch mit Toren
Ist jedes kluge Wort verloren.
In solchem Fall, wie Ihr entdeckt
Hab´ ich die Zung´ herausgestreckt.
Man kann es wohl nicht besser machen
Als blöde Leute auszulachen.
Umsonst ist´s nicht, dass die Natur
Uns schenkte eine Zung´ nicht nur.
Sondern dazu die Fähigkeit
Sie rauszustrecken ziemlich weit!

Albert Einstein

Aufmunterung der Woche (15/2023)

1952 schreibt Albert Einstein in einem Brief an Carl Seelig:

Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.

Vielleicht kann man es auch anders formulieren und sagen, dass Einsteins besondere Begabung die leidenschaftliche Neugier war. Oder noch anders: Dass seine besondere Begabung war, sein Leben lang neugierig zu bleiben. Denn als Kinder sind wir alle enorm neu- und wissbegierig. Die Kunst liegt darin, die Neugier wachzuhalten und zu kultivieren.

Ein sehr aktueller Gedanke übrigens: So gut wie alle Forscher und Autoren, die sich damit beschäftigen, welche Kompetenzen in Zukunft in der Arbeitswelt gefragt sein werden („Future Skills“), haben Neugier ganz weit oben auf der Liste (meist als Basis für lebenslanges Lernen).

Lasst uns also neugierig bleiben!

Aufmunterung der Woche (14/2023)

Anyone who has never made a mistake has never tried anything new.

Albert Einstein (angeblich…)

Dieses Statement hat Albert Einstein vermutlich so niemals gemacht, es wird ihm erst seit 1995 in den Mund gelegt. Anderen historischen Persönlichkeiten werden ähnliche Aussagen zugeschrieben, manche davon sind belegt, siehe Details auf Quote Investigator.

Doch genau wie letzte Woche: Sei’s drum. Die Einstellung, die sich hier wiederspiegelt, gefällt mir und ermutigt mich. Menschen machen eben Fehler, vor allem, wenn sie Neues ausprobieren. Das ist in Ordnung. Ohne Fehler keine Verbesserung. Anstatt ewig zu zaudern: einfach mal loslegen!

Südtirol-Haikus (7 von 7)

13 Auf der Lüsner Alm: Hochmoorweg
Wald, Wiese, Almweg
Weidelandschaft, Wolkenspiel
Panoramablick

14 Auf der Lüsner Alm: Kräuterwanderung
Blutwurz, Preiselbeer,
Augentrost, Johanniskraut,
Duftende Distel

15 Auf der Lüsner Alm: Sonnenaufgangswanderung
Aufstieg im Dunkeln
Am Gipfel Nebel und Wind
Leuchtende Wolken

Aufmunterung der Woche (13/2023)

There are only two ways to live your life. One is as though nothing is a miracle. The other is as though everything is.

Albert Einstein

Das Zitat wird Einstein zugeschrieben, es ist aber nicht belegt, ob er es selbst so formuliert hat, siehe: https://beruhmte-zitate.de/zitate/1543528-albert-einstein-es-gibt-zwei-arten-sein-leben-zu-leben-entweder-s/

Wie dem auch sei: der Gedanke spricht zu mir und meine Wahl fällt auf die zweite Art zu leben. Denn staunend durch die Welt zu gehen bereitet mir sehr viel mehr Freude als es gähnend zu tun.

Aufmunterung der Woche (12/2023)

Im Internet kursieren enorm viele Aphorismen, die Albert Einstein zugeschrieben werden. Nicht wenige davon fälschlicherweise. Folgendes Zitat ist anscheinend echt (aus einem Interview von 1929); siehe:

I am enough of the artist to draw freely upon my imagination. Imagination is more important than knowledge. Knowledge is limited. Imagination encircles the world.

Albert Einstein

Ist es nicht wunderbar, dass einer der größten Wissenschaftler sich als Künstler bezeichnet und die Meinung vertritt, dass Vorstellungskraft bedeutender ist als Wissen?

Aufmunterung der Woche (11/2023)

Albert Einstein war einer der weltweit bekanntesten und bedeutendsten Naturwissenschaftler. Sein Name steht als Synonym für Genialität und Forscherdrang. Aber auch zu gesellschaftlichen und politischen Themen bezog er Stellung und handelte entsprechend. Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm, damals Königreich Württemberg, in eine jüdische Familie geboren und starb am 18. April 1955 in Princeton, New Jersey, wohin er kurz nach der Machtergreifung der Nazis emigriert war.

Im Internet finden sich hunderte Zitate, die Einstein zugeschrieben werden. Viele davon spiegeln seine humanistische Weltanschauung wider und eignen sich hervorragend als Aufmunterung. Deshalb: Willkommen zu den Einstein-Wochen!
Zu Beginn ein Gedanke, der helfen kann, wenn es knirscht und holpert und stockt:

Inmitten der Schwierigkeit liegt die Möglichkeit.

Albert Einstein

Südtirol-Haikus (6 von 7)

11 Tag im Spa
Schwitzen im Dampfbad
Schweben im Solebecken
Zur Ruhe kommen


12 Schwitzhüttenritual
Steine feuerheiß
Dunkel, Kräuterdampf, Gesang
Den Wurzeln ganz nah

Aufmunterung der Woche (10/2023)

Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen – sie bekommen nichts.

Simone de Beauvoir

Letzten Dienstag, einen Tag vor dem internationalen Weltfrauentag, war in diesem Jahr der Equal Pay Day in Deutschland. Bis dahin haben Frauen seit Jahresbeginn im Schnitt im Vergleich zu den Männern kostenlos gearbeitet – in ihren bezahlten Jobs.

Aufmunterung der Woche (09/2023)

Die Singvögel werden frühlingsmunter. Ich höre die Melodie der Amsel früh am Morgen, die Meise pfeift durchdringend, und die Spatzen zwitschern und tschilpen aufgeregt. Es ist aber noch recht kalt, deswegen sitzen die Spatzen oft aufgeplustert auf dem Dach oder im Gebüsch. Manchmal sitzen drei nebeneinander, das sind Erich, Franz und Hans.

Die Drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch
Da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
Und mitten drin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
Und obendrüber da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht an dicht.
So warm wie der Hans hats niemand nicht.

Sie hören alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

Christian Morgenstern