Monatsarchiv: Oktober 2008

Absolut empfehlenswert


Als ich single war und ab und an die wohl unvermeidlichen Einsamkeits- und Selbstmitleidsgefühle aufkamen, hab ich mich immer damit zu trösten versucht, dass es Leuten in Beziehungen ja auch nicht immer toll geht. Und überhaupt! Die vielen Nachteile, die man in einer Partnerschaft hat: keine Selbstbestimmtheit mehr, ewige Kompromisse, lästige Verpflichtungen, usw. Kein Grund also traurig zu sein, dass man keinen festen Freund hat!

 

Diese Überlegungen haben in konkreten Tiefsituationen nur bedingt geholfen, auch wenn ich wusste, dass es im Kern wahr ist: eine Beziehung macht nicht automatisch glücklich.

 

Seit einigen Monaten kann ich aus erster Hand von der Beziehungsseite berichten. Und natürlich, es stimmt. Die kleinen Probleme des Alltags, stressige Situationen im Job, weltpolitische Verwerfungen sind unverändert da. Und auch das stimmt: in einer Beziehung hat man weniger Zeit für sich selbst. Einige Entscheidungen kann man nicht mehr nur für sich treffen und manchmal macht man auch Dinge, auf die man gar nicht so dringend Lust hat.

 

Und trotzdem: Ich möchte nicht wieder tauschen. Eine gute Beziehung macht so viel Spaß, gibt Kraft, Halt und ein wunderbares Grund-Glücks-Gefühl. In der Psychologie spricht man dann von einem hohen GGG-Wert. … Nein, das stimmt nicht, hab ich mir grad ausgedacht…

 

Und wie ich des Öfteren höre, macht eine glückliche Beziehung anscheinend auch frech. Da weiß ich aber nicht so recht, ob tatsächlich was dran ist… J

 

Es war neu, bunt und furchtbar aufregend


Letzte Woche hatten sie in meinem Fitnessstudio mal wieder die Disc mit Videos aus den 80ern laufen. Die Erfindung des Videoclips war eine Offenbarung für mich: Popmusik zusammen mit bewegten Bildergeschichten. Einfach genial! Noch auf dem Stepper habe ich drei All-Time-Highlights gekürt.

Nummer 1: Cindy Lauper, Girls Just Wanna Have Fun
Das Video repräsentiert die bunten und unbeschwerten 80er. Keiner ist perfekt gestylt, das brauchte man damals noch nicht. Eine denkbar einfache Story wird in fröhlichen Bildern gezeigt. Oh ja, ich hab mir damals vorgestellt, auch ich würde drei Dutzend Leute tanzend in mein Zimmer lotsen.

http://www.youtube.com/watch?v=Mft3_A6qtRA (hab leider keinen Clip zum Einbetten gefunden)

 
Nummer 2: Kate Bush, Cloudbusting
Besonders toll fand ich immer Videos, die wirklich eine Geschichte erzählten. Gar nicht so selten traten auch echte Schauspieler auf; hier Donald Sutherland. Die Geschichte hat sogar Wurzeln in der Realität, nämlich im Leben und Werk des Psychoanalytikers Wilhelm Reich.

 

 

Nummer 3: Madonna, Express Yourself
Wir sind Ende der 80er angekommen und langsam wird es stylish. Ich mag die Kombination aus kühler Ästhetik und greifbarer Erotik. Eben Madonna. Regie führte David Fincher, der später unter anderen zwei meiner Lieblingsfilme schuf: Sieben und Fight Club.


Für mich waren Musikvideos prägend – so viel MTV wie ich geschaut habe, als meine Eltern Anfang der 90er endlich Kabelfernsehen anschafften… Geschadet hat’s mir sicher nicht.
J

Entspannung – ja, bitte!


Wir hier in der guten ersten Welt leben bekanntermaßen in dauernder Hektik und unter stetig zunehmendem Leistungsdruck. Dann die unablässige Sorge um den Arbeitsplatz, Klimawandel, teurer Sprit, steigende Gesundheitskosten, die Hungerrente und nun auch noch die Bankenkrise. Wie soll Unsereiner da auch nur einen glücklichen Moment erleben?

 

Ganz einfach: er entspannt. Damit gemeint ist das vorübergehende Ausschalten aller Alltagssorgen und der von so vielen Seiten gestellten Anforderungen. Einfach mal an gar nichts denken – oder an etwas komplett anderes als im Tagesgeschäft.

 

Wie das geht? Bei mir funktioniert Lesen hervorragend. Ein guter Roman mit spannenden und authentischen Charakteren und einer Handlung, in der ich leben kann, während ich das Buch in Händen halte.

 

Auch sehr gut: Yoga. Nach ein paar Minuten konzentrierst du dich nur noch auf deinen Körper und was du damit tust, da ist nichts anderes mehr. Und na klar, auch Sport wirkt so, manche Arten sogar bei mir.

 

Es gibt Menschen, die nur sehr schwer oder gar nicht abschalten können. Ihre Gedanken kreisen ständig um dieselben Themen und Probleme. Im Extremfall werden Nebensächlichkeiten oder schnell zu lösende Aufgaben zu scheinbar unüberwindbaren Hemmnissen. Unbeschwertheit und Freude werden zu Unbekannten.

 

Wer fröhlich und mit Spaß leben will, sollte sich so viel wie eben möglich Entspannungsraum schaffen und ausprobieren, was gut funktioniert. Vielleicht ist es Fischen, Schlagzeug spielen oder Speedboat fahren (Details und weitere Anregungen im Video unten).

 

Wer ausreichend Entspannung hat, geht viele Dinge gelassener an. Zum Beispiel das Saubermachen, wenn man gegen zehn Uhr nach Hause kommt und das Bad überschwemmt mit Ekelwasser vorfindet, weil man es früher am Abend für eine gute Idee gehalten hatte, Rohrfrei in die verstopften Waschbecken zu kippen – und kurz darauf für 2 Stunden zum Yoga zu fahren. J