Sündige Göttin

Stellt man sehr hohe Erwartungen an eine Sache, muss man damit rechnen, dass diese nicht erfüllt werden. Werden sie jedoch übertroffen, dann sollte man dies mit Leib und Seele würdigen. Genau das habe ich letzten Mittwoch im Tempodrom in Berlin beim „Sinful Attraction“-Konzert von Tori Amos getan.

Tori Amos’ strahlende Präsenz füllte die Halle von der ersten bis zur letzten Minute. Völlig ohne überbordende Bühnenshow oder unzählige Kostümwechsel. Im Mittelpunkt stehen die Dinge, auf die es bei einem Konzert wirklich ankommt: Gesang und Instrumente.

In ihrer Stimme werden Gefühle lebendig und berühren ganz tief. Unvergleichlich Toris Art, Klavier und verwandte Instrumente zu spielen. Sie hat auf der Bühne einen Flügel, oben drauf ein Keyboard und hinter sich noch einmal zwei Keyboards. Sie sitzt auf ihrer Pianistenbank, im Ausfallschritt oder breitbeinig, und spielt die Instrumente im Wechsel oder auch zwei parallel, je mit einer Hand.  Auch zu würdigen: Die beiden Musiker, die mit ihr zusammen spielen, Schlagzeug und Gitarre respektive Bass.

Sehr schön fand ich die Auswahl der Songs; es waren viele alte dabei, die ich teils seit über 15 Jahren kenne, wie „Space Dog“, „Precious Things“, „Cornflake Girl“, „Hotel“, „Raspberry Swirl“ oder „Pretty Good Year“.

Dieses Konzert hat mich gefangen genommen, aufgewühlt und glücklich gemacht. Ich habe mich frei und leicht gefühlt und so, als wäre alles möglich auf dieser Welt. Es war ein spirituelles Erlebnis. Tori Amos ist meine Göttin der Musik. Amen.

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