Entenfrust

Vergnügtes Quaken ist schon von draußen aus der Bar zu hören. Fast zögerlich betritt der Zwergschwan das Lokal. Obwohl ein wenig klein geraten, wäre er eine ganz stattliche Erscheinung – bliebe nur nicht seine Wohlgestalt hinter seiner Schüchternheit verborgen.

Da sieht er sie: Eine junge Stockente. Die Federn ein wenig zerrupft, der Schnabel etwas schief. Doch für ihn ist sie die Schönste im Raum. Lebhaft schwatzt sie mit der Ente, die ihr gegenüber sitzt.

All seinem Mut nimmt er zusammen und geht zu ihrem Tisch. Geduldig wartet er auf eine Pause im Geschnatter und spricht sie dann vorsichtig an: „Guten Tag, meine Dame. Darf ich Sie zu einem Getränk einladen?“

Mit gequältem Blick mustert sie ihn und erwidert: „Nein, ich trinke nicht mit Jedermann.“ Und zu ihrer Freundin gewandt: „Anscheinend glaubt auch wirklich ein jeder dahergewatschelte Federkerl, dass er mich ansprechen kann, wie ihm der Schnabel gewachsen ist!“

Und als wäre nichts gewesen, setzen die Entendamen ihr Gequake lautstark fort.

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