Das Gute liegt oft nah: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Vor der eigenen Haustür kennt man sich manchmal schlechter aus als in der Fremde. So war ich häufiger im Louvre oder im British Museum als in den Museen im Umkreis… Auch deshalb war der gestrige Besuch im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg spannend.

Die Sonderausstellung „Wege in die Moderne“ (noch bis 21.09.2014) widmet sich dem 19. Jahrhundert und seiner Bedeutung für unsere Zeit. Vieles, was heute zum Alltag gehört, hat dort seine Wurzeln: Medien und Kommunikationsmittel wie Zeitschriften, Fotografie, Film und Telefon. Durch technische Entwicklungen wurden auch Musik und Gesang weithin verfügbar und immer populärer.

Die Weltausstellungen zwischen 1851 und 1910 werden ebenfalls beleuchtet. Als Schaufenster zur Welt waren sie eine Mischung aus nationalistischem Wetteifern und pompösen Vergnügungsmeilen.

Interessante Erkenntnisse:
1.    Werbung gab es damals schon und sie füllte ganze Kataloge; z.B. für Suchard Chocolat, Fleisch-Extrakt von Liebig und rückenschonende Schreibtische, mit dem sicherlich zugkräftigen Argument für eine „militärisch schöne Haltung“.

2.    Sobald etwas erfunden war, wurde gleich manipuliert: So zeigt eine frühe Fotografie einen in Flammen stehenden Louvre samt emsiger Löscharbeiten – eine Fotomontage.

3.    Zeitschriften und tagesaktuelle Presseberichte ermöglichten Frauen den Zugang zu politischen Informationen – ein Bereich, aus dem sie zuvor weitgehend ausgeschlossen waren. Ein wichtiger Katalysator für Emanzipation und Frauenbewegung.

Auch einige Highlights der Dauerausstellung haben wir kennengelernt, bei einer kostenlosen Führung: u.a. den Ezelsdorfer Goldkegel (10.- 09.Jh.v.Chr.), den Heiltumsschrein für die Reichsreliquien (15.Jh.), den Behaim-Globus (um 1492, noch ohne Amerika) und das Bildnis Karls des Großen von Albrecht Dürer (um 1512).

Und es gibt noch viele interessante Dinge, für die wir gestern keine Energie mehr hatten. Die sehen wir beim nächsten Mal!

P.S. Die Fotos sind leider nicht so toll; wenig Licht im Ausstellungsraum und Blitzverbot… einen Eindruck geben sie dennoch.

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