Monatsarchiv: Dezember 2015

Kleines Weihnachtstagebuch

23.12.: Eine dicke Hummel im blühenden Forsythienbusch gesehen
24.12.: Über die lustigen Sprüche der fünfjährigen Nichte geschmunzelt
25.12.: Zum ersten Mal „Ist das Leben nicht schön?“ mit James Stewart geschaut
26.12.: Sehr ausgedehnt im nicht wirklich winterlichen Wald spazieren gegangen

Und jetzt: Vorfreude auf Silvester!

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Zu Weihnachten ein Gedicht

Das Wohnzimmer überheizt
Die Familie dicht gedrängt
Der Christbaum chaotisch geschmückt
Die Weihnachtslieder von Kassette
Die Schnitzel riesengroß
Der Eierlikör vom vorvorletzten Jahr
Das Strahlen meiner Großmutter
Heiligabend

Klee und Kandinsky im Kunstbau (Lenbachhaus)

Paul Klee (1879 – 1940) und Wassily Kandinsky (1866 – 1944) lernen sich 1911 als Nachbarn in Schwabing kennen. Kandinsky bringt Klee zum Blauen Reiter. 1922 treffen sie sich als Lehrer im Bauhaus wieder. Sie werden Freunde und treten in einen intensiven künstlerischen Austausch. Schon 1925 ist der Einfluss der Nationalsozialisten so groß, dass das Bauhaus von Weimar nach Dessau umsiedeln muss. Klee und Kandinsky können weiterarbeiten und wohnen in den von Walter Gropius neuerrichteten Meisterhäusern Tür an Tür. 1933 erklären die Nazis moderne Kunst als entartet und Klee und Kandinsky sind zur Emigration gezwungen. Kandinsky geht nach Paris, Klee in die Schweiz. Beiden gelingt ein Neubeginn mit imposanten Spätwerken. Klee stirbt 1940 nach schwerer Krankheit. Auch Kandinsky erlebt das Kriegsende nicht, er stirbt 1944.

Die Sonderausstellung „Klee & Kandinsky. Nachbarn, Freunde, Konkurrenten“ ist spannend und sehenswert, auch wenn man kein ausgesprochener Kunstexperte ist. Sie zeigt Werke von der Zeit des Blauen Reiters bis zum Lebensende. So wird die enorme individuelle Entwicklung der beiden Künstler sichtbar. Ebenso treten Parallelen wie auch Unterschiede zwischen den Werken zutage. Und wie immer, wenn es um das Leben während des Nationalsozialismus geht, schwingen Entsetzen und Wut über die unfassbare Ignoranz und Brutalität dieses Verbrecherregimes mit.

Die Ausstellung läuft bis zum 24.Januar 2016 im Kunstbau, der dem Lenbachhaus zugehörig ist. Und weil Fotografieren nicht erlaubt ist, hier stattdessen einige Impressionen von der Isar und dem Foyer im Lenbachhaus.

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Das Mädchen und die Wasserhexe

Die Wasserhexe, die im Bergsee wohnt, erfüllt den Verzweifelten einen Wunsch, sagen die Alten. Und so macht sich das Mädchen, das bald Braut sein soll, auf den Weg zu ihr. Lange vor Sonnenaufgang bricht es auf, seine Eltern schlummern noch. Die Warnungen der Alten vor der Hinterlist der Hexe begleiten das Mädchen. Trotzdem ist sein Schritt entschlossen.

Nebel liegt über dem See, als das Mädchen ankommt. Die ersten Sonnenstrahlen spenden Licht.

Mit dem magischen Spruch, den es von der Großmutter gehört hat, ruft das Mädchen die Hexe an. Ein Strudel tut sich nahe des Ufers auf. Daraus erwächst eine Fontäne und in deren Mitte erscheint die Wasserhexe. Von einem Leuchten umgeben schwebt die Hexe über dem klaren Wasser. Wie eine sanfte Sonne kommt sie dem Mädchen vor. Der Nebel ist verschwunden. Die Warnungen der Alten sind vergessen.

Was ist dein Begehr? fragt die Hexe und ihre Stimme ist glockenhell.

Allen Mut nimmt das Mädchen zusammen und spricht: Den ältesten Sohn des Schlachters soll ich heiraten. Aber mir graut vor ihm. Grob ist er und seine Zähne faulig. Ich liebe den jungen Schäfer. Sein Haar ist golden und seine Hände zart, obschon er tüchtig arbeitet. Bei ihm will ich sein, bis zu dem Tag, an dem ich sterbe.

Die Wasserhexe nickt und da verwandelt sich das Mädchen in ein Lämmchen mit strahlend weißer Wolle und vor Erstaunen geweiteten Augen.

Die Wasserhexe kichert und bevor sie wieder in das eisige Wasser eintaucht, ruft sie dem Mädchen zu: Gib nur Acht, dass du nicht den Schlachter vor dem Schäfer triffst!