Monatsarchiv: März 2017

Kalenderspruch der Woche (13/2017)

Lieber den Magen verrenkt als dem Wirt einen Pfennig geschenkt.
Friedrich K.

Diesen Spruch habe ich als Kind in bestem Fränkisch oft von meinem lieben Opa Friedrich gehört. Interessanter- und glücklicherweise ist mein Opa ein sehr großzügiger Mensch. Heute wird er 85 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!

Kalenderspruch der Woche (12/2017)

Die Phantasie ist ein ewiger Frühling.
Friedrich von Schiller (1759 – 1805)

To Whom It May Concern – oder: Danke!

Heute ist Frühlingsanfang und zugleich Internationaler Tag des Glücks. Gleich zwei gute Gründe, Dankeschön zu sagen! Auch wenn nicht sicher ist, an wen der Dank korrekterweise gehen muss…
Formal inspiriert von Hans Magnus Enzensberger „Empfänger unbekannt – Retour à l’expéditeur“.

To Whom It May Concern

Vielen Dank für die schneebedeckten Berge.
Vielen Dank für die tiefblaue See,
und, warum nicht, für Tomaten, Käse und Wein.

Vielen Dank für die Träume, die im Schlaf und die im Wachen,
und für den Mond.

Herzlichen Dank dafür, dass Gegenwind oft hilft, die Richtung zu weisen,
und für Freundschaften, die alten und die neuen.

Vielen Dank für die Wörter, die Bücher, für das Schreiben
und natürlich die Küsse und die Liebe in all ihren Schattierungen,
sowie für den Humor, den feinen und den schwarzen,
und, damit ich es nicht vergesse,
für den Wald, der im heißen Sommer kühl duftet, inständigen Dank.
Und meinetwegen für die unzähligen Weberknechte in der Wohnung auch.

Kalenderspruch der Woche (11/2017)

Mögest du hundert Frühlinge erleben, aber nur einen Herbst.
Altirischer Segenswunsch

Happy St. Patrick’s Day!

Kalenderspruch der Woche (10/2017)

Ich glaube nicht an den Fortschritt, sondern an die Beharrlichkeit der menschlichen Dummheit.
Oscar Wilde (1854 – 1900)

Oh, wie inständig hoffe ich, dass Herr Wilde mit seinem Glauben nicht Recht behält…

 

Emärchipation

Früher wäre ich als Schneewittchen durchgegangen. Die Haare zwar nicht wie Ebenholz, eher wie Haselnuss, aber helle zarte Haut und ein weicher rosa Mund. Auf dem Weg zum Prinzen bin ich mehr als sieben Zwergen begegnet. Letztendlich war ich immer erleichtert, wenn sie wieder in ihrem Bergwerk verschwunden waren. Der Prinz ließ auf sich warten. Wenigstens war keine neidische Stiefmutter hinter mir her. Trotzdem habe ich Äpfel nie sonderlich gemocht.

Frösche habe ich auch geküsst. Einige waren auf den ersten Blick vielversprechend. Aber kein Prinz darunter. Lag es vielleicht an meiner Kusstechnik?

Dem Prinzessinnenalter bin ich entwachsen, keine Frage. Derzeit übe ich mich als Schneekönigin. Kühl, kontrolliert. Souveräne Herrscherin über ihr Reich. Schlecht ist das nicht – nur einsam.

Die Aussichten auf eine spätere Rolle als Großmutter sind eher düster. Der Part als Hexe könnte mir grundsätzlich gefallen. Im Feuer des Backofens möchte ich jedoch nicht enden.

Was ist also zu tun? An Prinzen glaube ich nicht mehr. Die Zeit für mehr Mut ist gekommen. Was wäre verkehrt daran, Tisch und Bett mit, sagen wir, einem Wolf oder einem Bären zu teilen?

Gedanken eines Altgedienten

Ein Gigabyte Speicher. Als meine Besitzerin mich vor mehr als elf Jahren kaufte, war das top. Längst gibt es Geräte mit einem Vielfachen an Speicherkapazität. Überhaupt, MP3-Player sind eher aus der Mode geraten, seit es Smartphones gibt. Ein Gerät, das nur Audiodateien abspielt und sonst nichts kann, finden die meisten Leute nicht mehr sonderlich attraktiv.

Ich jedoch bin weiterhin im Einsatz. Ich spiele Musik ab – das reicht meiner Besitzerin. Zuverlässig bin ich außerdem. Einfach zu bedienen, handlich, passe in jede Tasche. Pop- und Rockmusik ist auf mir gespeichert. In der Hinsicht ist meine Besitzerin von ihren Eltern geprägt. Sehr froh bin ich, dass sie keine Schlager oder Volksmusik hört. Gegen Klassik hätte ich nichts einzuwenden; möglicherweise kommt das ja noch.

Ich werde nicht täglich gebraucht. Aber auf Reisen bin ich dabei! Bei Zugfahrten zum Beispiel komme ich so gut wie immer zum Einsatz. Entspannt lehnt sich meine Besitzerin dann zurück, schaut aus dem Fenster, schläft manchmal ein.

Meine Besitzerin schreibt gerne. Oft hört sie dabei meine Musik. Ich habe das Gefühl, dass sie dadurch alles um sich herum vergisst und sich auf die Wörter konzentrieren kann, die zu Blatt gebracht werden wollen. Ich glaube, sie vergisst dann auch mich; bemerkt mich erst wieder, wenn die Schreibzeit zu Ende ist. Aber wer weiß, wo ich jetzt schon so lange bei ihr bin, vielleicht denkt sie eines Tages beim Schreiben doch an mich, nur an mich… Das wäre schön!