Brockhaus der Woche (34/2018)

Morgen gehen sie zu Ende. Mir wäre es recht, wenn damit auch die große Hitze vorbei wäre. Und unser wunderbarer Wald vor der Haustür würde sich sehr über Regen freuen…

Hundstage, die Tage zw. dem 23.7. und dem 23.8., während deren die Sonne in der Nähe des Hundssterns (Sirius) steht; in Mitteleuropa oft die heißesten Tage des Jahres.

Die altägyptische Hochkultur verdankt ihre Existenz dem Nil. Seinen Überschwemmungen ist die große Fruchtbarkeit der Flusslandschaft zuzuschreiben. Weil die Landwirtschaft davon abhing, galt diesem Naturereignis große Aufmerksamkeit. So bemerkten die Ägypter schon früh, dass das Wasser alle Jahre etwa zur gleichen Zeit zu steigen begann und mit diesem Anstieg immer auch ein heller Stern am Morgenhimmel auftauchte, kurz vor Sonnenaufgang. Diesen Stern nannten die Ägypter „sopt“, was Hund bedeutet, und sein Erscheinen markierte in ihrem Kalender den Beginn des neuen Jahres.
Bei den Griechen hieß dieser Stern dann „sothis“; dem Sternbild aber, in dem er so hell erstrahlt, gaben sie den Namen Großer Hund; gewohnt, ihre Mythologie auf den Sternenhimmel zu projizieren, erkannten sie darin den Jagdbegleiter des Orion. Die Römer nannten den Stern später „canicula“, also Kleiner Hund, und heute heißt er schließlich Sirius.
In neuerer Zeit begann man jene Tage als Hundstage zu bezeichnen, an denen dieser Stern in der Morgendämmerung erscheint. Weil diese Periode im Juli bei uns häufig mit einer Hitzewelle einhergeht, kam es schließlich zu dem Bedeutungswandel, der sich im heutigen Sprachgebrauch festgesetzt hat.

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