Monatsarchiv: November 2020

Postkarte der Woche (48/2020)

Am 27. Juli 1830 erhebt sich die Pariser Bevölkerung als Reaktion auf die Politik Karls X., der die Vorherrschaft des Adels durchsetzen und damit die Zustände von vor 1789 wiederherstellen will. Drei Tage dauern die Barrikadenkämpfe, es gibt Tote auf beiden Seiten, in der Folge werden die Bourbonen gestürzt, das Bürgertum übernimmt wieder die Macht in einem liberaleren Königreich.

Eugène Delacroix malt noch im selben Jahr ein monumentales Bild dazu: La Liberté guidant le peuple. Die Freiheit führt das Volk, als Marianne, die Nationalfigur der Französischen Republik, mit der Freiheitsmütze der Jakobiner auf dem Kopf, einem Gewehr in der linken und der Tricolore in der rechten Hand, Busen und Füße bar. Nun denn: Vive la France!

Familiengeschichte

Anfangs sind sie glücklich, Thea und Ludwig. Die schlimmsten Entbehrungen nach dem Krieg sind überstanden, die Zukunft wird geplant. Hochzeit wenige Wochen nach dem Wunder von Bern. Der erste Sohn, Karl, wird ein gutes Jahr später geboren. Ein gesunder, kräftiger Junge. Karl wächst schnell, schreit und weint viel. Tags und nachts. Ludwig sagt, Thea sei eine schlechte Mutter, wenn sie ihr Kind nicht beruhigen könne. Bald schläft Karl besser, Thea wacht jede Nacht an seinem Bett. Ludwig findet, Thea lässt ihm zu viel durchgehen. Ludwig lehrt seinen Sohn Gehorsam und Disziplin. Vier Jahre später kommt Hans zur Welt. Ludwig feiert die Geburt seines zweiten Sohnes mit den anderen Männern im Wirtshaus. Wenn er zu Hause ist, sorgt Ludwig für Ordnung.

Hans ist viel zarter als Karl, hält weniger aus. Thea bangt um ihn. Ludwig arbeitet mal in der Fabrik, mal auf dem Bau, mal hilft er bei der Ernte. Die Abende verbringt er im Wirtshaus, manchmal kommt er erst am nächsten Tag nach Hause. Thea achtet gut auf ihre Söhne, bringt sie zu Bett, liest ihnen vor, kocht für sie, stopft ihre Socken und ist stolz auf ihre guten Noten.

Weiterlesen

Postkarte der Woche (47/2020)

Diese Woche treffen wir auf Emmy Noether, eine bedeutende Mathematikerin, geboren 1882 in Erlangen. 1919 habilitierte sie als erste Frau in Deutschland in Mathematik – der Weg dahin war steinig, wir können es uns denken. Wikipedia kennt die Fakten.

Vor einem Jahr hatte ich Gelegenheit, mich im E-Werk Erlangen auf Mathematische Spaziergänge mit Emmy Noether zu begeben (Danke, Hanna!), eine Produktion des portraittheater wien. Der Verein portraitiert herausragende Frauen mit kreativen Ausdrucksformen des Schauspiels und Films.

Postkarte der Woche (46/2020)

Von der meistdargestellten Frau zur meistbesuchten Frau in der Kunst: La Gioconda, die Mona Lisa. Um sie vor Vandalismus und Diebstahl zu schützen, ist sie hinter Panzerglas ausgestellt. Das Gemälde ist weniger groß (77 x 53 cm) als ich es mir vorgestellt hatte. Viel Gedrängel herrschte vor der geheimnisvollen Dame, so dass ich mir lieber die anderen fantastischen da Vincis im Louvre angeschaut habe, vor denen keiner stand…

Im Moment gibt es natürlich kein Gedrängel, der Louvre ist wegen Covid-19 geschlossen. Was sich die Portraits wohl einander zuwispern, jetzt, wo sie auch tags ganz unter sich sind?

Postkarte der Woche (45/2020)

Sie ist wahrscheinlich die meistdargestellte Frau in Kunst und Kultur überhaupt: Maria, die heilige Jungfrau und Muttergottes. Zur Feier des Tages gibt es gleich drei Postkarten mit Maria: als nährende Mutter, als Beschützerin und mit dem Einhorn als Symbol der Reinheit und Unschuld.

Mit dem katholischen Glauben habe ich nicht viel am Hut, aber zu Maria pflege ich ein persönlich geprägtes Verhältnis, nachzulesen hier: Glaube und Vertrauen.