Eines der beim lyrischen Spaziergang vorgetragenen Gedichte war „erstens will ich fröhlich sein“ von Konrad Bayer. Bayer wurde 1932 in Wien geboren und gehörte mit seiner Literatur zur Wiener Avantgarde. Mit Anfang 30 nahm er sich das Leben.
Ich empfand das Gedicht als spielerisch und augenzwinkernd ironisch. In der zweiten Strophe klingt jedoch auch eine gewisse Melancholie an. Heiterkeit und Schwermut können eben nahe beieinander liegen.
erstens will ich fröhlich sein
erstens will ich fröhlich sein
zweitens mich vergnügen
drittens ist die erde mein
das sollte doch genügen
aber ich
fürchterlich
hab auch noch das weltall
und die zeit
und den raum
sowieso man glaubt es kaum
Konrad Bayer (1932-1964)