Archiv der Kategorie: Brockhaus der Woche

Brockhaus der Woche (45/2018)

Am 30. November 1918 trat in Deutschland das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft. Von alleine kam das nicht; die Erste Frauenbewegung hatte dafür gekämpft. In Großbritannien taten das die Suffragetten.

Suffragetten [vom lat. suffragium „Stimmrecht“], in Großbritannien die radikalen Kämpferinnen für die polit. Gleichberechtigung der Frau; sie selbst nannten sich Suffragistinnen. Die bekannteste Führerin war E. Pankhurst.

Die Forderung nach dem Stimmrecht der Frauen war ein zentrales Thema der britischen Frauenbewegung seit ihrer Entstehung in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. Mit der um 1900 von Emmeline Pankhurst und ihren Töchtern gegründeten Suffragettenbewegung radikalisierten sich die Kampfformen und verbreiterte sich die Massenbasis der britischen Stimmrechtsbewegung. Anders als die gemäßigte „National Union of Women’s Suffrage Societies“, deren Vertreterinnen sich Suffragistinnen nannten, setzten die Anhängerinnen der Familie Pankhurst zur Durchsetzung ihrer Ziele auf spektakuläre öffentliche Aktionen: Großdemonstrationen mit mehreren Hunderttausend Teilnehmern zwischen 1908 und 1913, Hungerstreik, Steuerboykott und Gewalt gegen Sachen.

Brockhaus der Woche (44/2018)

Wenn ich einen sehe, freue ich mich wie ein kleines Kind. Für mich haben sie etwas hoffnungsfroh-magisches. Doch selbstverständlich sind sie physikalisch zu erklären – und das macht der Brockhaus.

Regenbogen, atmosphärisch-optische Erscheinung, die entsteht, wenn die im Rücken des Beobachters stehende Sonne eine vor ihm befindl. Regenwolke oder –wand bescheint. Der R. besteht aus einem in den Spektralfarben leuchtenden Bogen von etwa 42° Halbmesser und 1,5° Breite (Haupt-R.), oft auch noch aus einem zweiten, lichtschwächeren Bogen von 51° Halbmesser und 3° Breite (Neben-R.); zuweilen schließen sich sekundäre Bögen an. Der gemeinsame Mittelpunkt liegt auf der Verlängerung der Geraden, die die Sonne mit dem Auge des Beobachters verbindet. Beim Haupt-R. liegt Violett innen, Rot außen, beim Neben-R. umgekehrt. Der R. entsteht durch Brechung und Reflexion (einmalig Haupt-R., zweimalig Neben-R.) der Sonnenstrahlen in den einzelnen Regentropfen. Die beim Eintritt und Austritt der Strahlen stattfindende Brechung zerlegt das weiße Sonnenlicht in die Spektralfarben, die Reflexion lenkt die Strahlen in das Auge des Beobachters. Fast weiße R. (Tröpfchendurchmesser höchstens 0,05 mm) heißen auch Nebelbögen.

Brockhaus der Woche (43/2018) – Nachtrag

Quinta [lat. „die Fünfte“] die, früher die 2. Klasse des Gymnasiums (Zählung: die fünftletzte des bei Einführung 7-jährigen Gymnasiums); entspricht dem 6. Schuljahr.

Das sagt der Brockhaus zu „Quinta“. Quinta ist aber auch ein portugiesisches Wort für Bauernhof oder Weingut. Und die Quinta do Furão ist ein wunderbares Hotel im Norden Madeiras, wo wir die letzten beiden Wochen verbracht haben. Hier der Blick aus unserem Zimmer:

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Brockhaus der Woche (42/2018)

Wir leben in rasanten Zeiten, in denen manches, das einst als sicher galt, ins Wanken gerät. Weder Panik noch Paranoia helfen. Lieber sollten wir Pandoras Büchse auf den Grund gehen; das, was wir dort finden, herauslocken und darauf aufbauen.

Pandora [grch. „Allgebende“], 1) Astronomie: Ein Mond des Planeten Saturn.
2) grch. Mythos: urspr. wahrscheinlich eine Erdgöttin; nach Hesiod die verführer. Frau, die Zeus von Hephaistos aus Erde formen ließ, um den Feuerraub des Prometheus für die Menschen zu rächen. Zeus gab ihr ein Gefäß, die Büchse der P., in der alle Übel eingeschlossen waren, und schickte sie zu Epimetheus. Als P. die Büchse öffnete, entwichen die Übel und verbreiteten sich über die Erde. Nur die Hoffnung, die auf dem Grund lag, blieb darin.

Brockhaus der Woche (41/2018)

Die Namen einer Reihe von Mythengestalten und Gottheiten beginnen mit „O“. Hier eine Auswahl von Dreien aus verschiedenen Kulturkreisen.

Orpheus, grch. Mythos: thrak. Sänger und Leierspieler, Sohn der Muse Kalliope und des Apoll. Als seine Gemahlin Eurydike durch einen Schlangenbiss umkommt, steigt er in die Unterwelt und rührt deren Götter durch sein Lied so sehr, dass sie Eurydike die Rückkehr erlauben. Doch übertritt er das Verbot, sich umzuschauen, ehe sie die Oberwelt erreicht haben; deshalb muss sie im Totenreich bleiben. Über den Tod des O. gibt es mehrere Versionen; nach der ältesten (Aischylos) haben ihn Mänaden zerrissen, da er Apoll mehr verehrte als Dionysos. – Opern: „L’Orfeo“ (1607) von C. Monteverdi, „O. und Eurydike“ (1762) von C.W. Gluck; Operette „O. in der Unterwelt“ von J. Offenbach; Ballett „Orphée“ (1948) von I. Strawinsky; Dramen „Orphée“ (1927) von J. Cocteau, „Eurydike“ (1942) von J. Anouilh.

Osiris, ägypt. Gott, Sohn des Erdgottes Geb und der Himmelsgöttin Nut. Nach älterer Überlieferung ertrinkt O.; nach einem jüngeren Mythos wird er von Seth ermordet, von seiner Frau und Schwester Isis jedoch wieder belebt, die von ihm den Sohn Horus empfängt; Horus besteigt den Thron der Lebenden, während O. im Totenreich regiert. – O. wird als Mumie mit Krummstab und Geißel dargestellt.

Ossian (irisch Oisín), schottisch-gäl. mytholog. Held des 3. Jh., der im Alter erblindet und als Barde die Taten seines Vaters , des Königs der Kaledonier, verherrlicht; Figur des irischen Sagenkreises („Ossian. Zyklus“), von dem Prosafragmente aus dem 9./10. Jh. und spätere Gedichte erhalten sind; seit dem 12. Jh. kamen Balladen hinzu, die oft O. zugeschrieben wurden. Diese regten J. Macpherson zu seinen O.-Dichtungen an.

Brockhaus der Woche (40/2018)

Im Brockhaus der vorigen Woche wird der Louvre erwähnt, Herberge vieler faszinierender Kunstwerke. Eines der großartigsten ist für mich die Nike von Samothrake, bei der ich Stunden hätte verbringen mögen.
Was sagt der Brockhaus zu Nike?

Nike [grch.], grch. Mythos: Göttin des Sieges, ohne Mythen und erst in hellenist. Zeit mit eigenem Kult; meist mit Zeus und Athene eng verbunden, bei den Römern Victoria genannt; in der grch. und röm. Kunst geflügelt dargestellt.

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Brockhaus der Woche (39/2018)

Im Herbst macht man wieder mehr drinnen. Man geht vielleicht ins Kino, ins Theater oder… ins Museum.

Museum [grch. mouseῖon „Musensitz“] das, seit dem 18. Jh. Bez. sowohl für die Institution als auch für die Gebäude, in denen Sammlungen künstler., wiss., u.a. Gegenstände untergebracht sind. M. dienen der Sammlung, Bewahrung, Erforschung und Wiederherstellung von Kulturgut, v.a. aber dessen sinnvoller Präsentation und Erläuterung. Das (Kunst-)M. als öffentl. Institution wurde im 18. Jh. geschaffen; es ging aus den Sammlungen („Kunstkammern“) fürstl. (weltl. und geistl.) Kunstliebhaber hervor. Vereinzelt waren solche Sammlungen schon im 16./17. Jh. dem Publikum zugänglich gemacht worden, v.a. in Florenz (Uffizien 1580, Palazzo Pitti 1640); in Basel ging zum ersten Mal eine private Sammlung in öffentl. Besitz über (1662). Als erste staatl. Sammlung entstand das Brit. Museum in London (1753), in Dtl. das Kasseler Museum Fridericianum (erbaut 1769-76). Eine Welle von M.-Gründungen erfolgte im 19. Jh.; Vorläufer war die Öffnung des Louvre (1793) in Paris. Die M. spezialisierten sich in der Folgezeit mehr und mehr auf Einzelgebiete; daneben entstanden naturwiss. und techn. M. (meist thematisch begrenzt), Heimat- und Regional-M., Ende des 20. Jh. auch Industriemuseen.