Archiv der Kategorie: Futter für Geist und Seele

Wenn das die Grimms wüssten!

… würden sie sicher auch mal reinlesen. 200 Jahre nach den Gebrüdern Grimm gibt es eine neue Sammlung märchenhafter Texte. Einer ist von mir. Ab Mitte April im Buchhandel. Auch als E-Book erhältlich.

Ich freu mich!

Cover Wenn das die Grimms wüssten!

Something old, something new

Aber weder geborgt noch blau, sondern käuflich erworben und silbern glänzend.

„Fruit at the Bottom“ von Wendy & Lisa
1989 habe ich das Vinyl-Album von meinem Eisverkäuferinnen-Einkommen im Müller-Markt geholt, jetzt habe ich die CD online bestellt und an die Pack-Station liefern lassen…
Wendy & Lisa waren Mitglieder der Prince-Band „The Revolution“ und maßgeblich am Soundtrack zu „Purple Rain“ beteiligt. Dies ist auch auf Fruit at the Bottom unüberhörbar. Der Sound macht immer noch enorm viel Spaß im Kopf und in den Beinen.

 

„Born to Die“ von Lana del Rey
Trotz des großen Chart-Erfolges ist die Single “Video Games” kein platter Mainstream und hat mich neugierig auf den Rest des Albums gemacht. Es hat sich gelohnt.
Jeder der 12 Songs ist ein eigenständiges Kunstwerk, fast wie eine kleine Hymne. Die Atmosphäre ist melancholisch, gleichzeitig kraftvoll. Ein überzeugendes Album einer vielversprechenden jungen Musikerin.

Man soll seine Küken…

… ja nicht zählen, bevor sie geschlüpft sind. Da in diesem Fall das Schnäbelchen aber schon aus der gesprungenen Schale spitzt, will ich es wagen:

 

Die Vorbereitungen laufen

Die Perücke liegt im Kühlschrank, das Paillettenkleid hängt vor der Heizung. So muss es sein: Ein kühler Kopf auf einem heißen Körper.

Mir bleiben 40 Minuten, bis Gérard mich abholen kommt. Gerade genug, um zu duschen und das Make-up zu zaubern. Ich drehe die Musik lauter. Oh, ich liebe Samstagnacht!

Mehr als eine Liebesgeschichte: „Feuer im Herbst“ von Irène Némirovsky

Offensichtlich ist der Roman „Feuer im Herbst“ eine Liebesgeschichte. Schauplatz ist Frankreich in den Jahren 1912 bis 1941. Thérèse und Bernard kennen sich seit Kinderjahren, aber erst nach Ende des ersten Weltkriegs finden sie sich – und verlieren sich umso schneller wieder, vielleicht für immer.

Es steckt auch ein enorm starkes Gesellschaftsportrait in „Feuer im Herbst“. Das französische Kleinbürgertum der Jahrhundertwende wird ebenso greifbar wie die gebrochene Generation des Großen Krieges. Korrumpiert von dessen Schrecken lebt sie ohne Rücksichtnahme nur fürs eigene Vergnügen und das schnelle Geld.

An vielen Stellen hatte ich das Gefühl, über unsere eigene Generation zu lesen, zum Beispiel:

Neunundneunzig Prozent der im letzten Vierteljahrhundert gemachten Pariser Karrieren ähnelten der seinen [Bernards]. Es waren keine Geschäfte mehr, sondern Papiere, Symbole, Zeichen, Abstraktionen … im Grunde eine Art Spiel …

Er hatte niemanden betrogen. Er hatte weder verraten noch gestohlen. Der Börsenkrach selbst war strafrechtlich gesehen nicht zu beanstanden.

Er wäre verrückt gewesen, es nicht wie alle anderen zu machen. Warum hätte er darauf verzichten sollen? Warum? Und in wessen Namen? Alle fischten im trüben, alle logen, alle intrigierten.

(S. 209 ff; btb 2010)

Man könnte meinen, Irène Némirovsky habe den Roman vor kurzem geschrieben und wolle uns einen Spiegel vorhalten. Hat sie aber nicht. Irène Némirovsky wurde 1942 von den Nazis in Frankreich verhaftet und starb wenig später in Auschwitz.

Fazit: Ein bewegendes Buch einer beeindruckenden Schriftstellerin.

Mehr über Irène Némirovsky auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Irene_Nemirovsky

 

Britischer Humor pur: Black Books

Man könnte die drei Hauptpersonen der britischen Comedy-Serie so beschreiben: Bernard Black, Besitzer des Londoner Buchladens „Black Books“. Seine gute Freundin Fran, die oft vorbei kommt. Buchhalter Manny, der ab der zweiten Folge in Bernards Buchladen arbeitet.

Oder so: Ein zynischer, kettenrauchender und rotweintrinkender Ire, der die Welt hasst, weil sie da ist. Eine orientierungs-, aber nicht hoffnungslose Neurotikerin mit einem Händchen für Fettnäpfe. Ein gutmütiger Geduldsengel, dessen Treue durch nichts zu erschüttern ist.

Die Serie sprüht vor Situationskomik und Wortwitz – und immer neuen skurrilen Einfällen. Wer britischen und bisweilen bösen Humor schätzt und sich auf überdrehte Stories einlassen kann, wird begeistert sein.

Es gibt insgesamt 18 Folgen in drei Staffeln, zu kaufen z.B. bei den einschlägigen Shops im Internet. Ich bin an Black Books durch die Empfehlung einer Freundin geraten. Danke dafür! 🙂

Zum Ausprobieren hier ein loser Zusammenschnitt einzelner Szenen:

http://www.youtube.com/watch?v=aaeeCV8eRr4

Ein klassisches Meisterstück: Night of Hunters von Tori Amos

„Night of Hunters“ erzählt die Geschichte einer Nacht. Sie beginnt mit dem Bruch einer Liebe und endet damit, dass die verlassene Frau sich selbst wiederfindet. Inspiriert sind die Songs von klassischen Komponisten wie Chopin, Schubert oder Bach. Für Pop-gewohnte Ohren wie meine dadurch noch herausfordernder als andere Alben von Tori Amos. Nach dem dritten oder vierten Durchgang habe ich mich verliebt und seitdem höre ich Night of Hunters fast jeden Tag – selbst wenn die CD nicht läuft.

Empfehlen würde ich Night of Hunters allen Menschen, die bereits einen Zugang zu Tori Amos‘ Musik gefunden haben und die mit der keltischen Mythenwelt etwas anfangen können. Abraten würde ich allen anderen.

Dürer-Haus Nürnberg: Die Hausherrin gibt sich die Ehre

Ein zänkisches Weib soll sie gewesen sein, und nur am Gelde interessiert. Außergewöhnlich gebildet für ihre Zeit war sie zweifelsohne. Lesen, Schreiben, Rechnen konnte sie, führte die Bücher und Geschäfte für ihren Mann Albrecht. Die Rede ist von Agnes Dürer.

500 Jahre nach ihrem Tod wird Agnes im Dürer-Haus zu Nürnberg zu neuem Leben erweckt – in Gestalt einer Schauspielerin in historischem Gewand samt Schlüsselbund und Hausfrauenhaube.

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Sonnenschein in blau-weiß-blau

Diese Galerie enthält 13 Fotos.

Neuer Urlaub, neues Land: Santorini ist eine kleine Kykladeninsel und gehört entsprechend zu Griechenland. Nein, die Griechen waren nicht unfreundlich zu uns, weil wir strenge Euro-Deutsche sind. Ein Souvenirhändler hat sogar gesagt: „Angela Merkel… very good!“ Na, wer weiß, was … Weiterlesen

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Tallinn: Mittelalter trifft Skyline

Diese Galerie enthält 8 Fotos.

Vier Tage in Estlands Hauptstadt, Anfang August 2011. Wer Lust auf Abwechslung und weniger ausgetretene Pfade als in London, Paris, Rom hat, ist in Tallinn genau richtig. Mit 400.000 Einwohnern ist Tallinn übersichtlich, aber keineswegs provinziell. Die verwinkelten Gassen im … Weiterlesen