Archiv der Kategorie: Gedanken aus der Besteckschublade

The hardest thing

Selbstdisziplin war noch nie meine Stärke. Es fällt mir deutlich leichter kontinuierliche Leistung zu bringen, wenn Druck von außen kommt. Im Job ist das kein Thema, da gibt es genug Leute, die freundlich nachfragen, wie die Dinge stehen.  

Schwieriger wird es bei privaten Vorhaben. Wie zum Beispiel: ich schreibe jetzt mal ein Buch! Das hat niemand bei mir bestellt und so wird es an mir ganz allein liegen, die Sache voranzutreiben. Neben Kreativität, Vorstellungskraft und einem guten Händchen bei der Wortwahl werde ich eine sehr große Portion Selbstdisziplin brauchen…das kann heiter werden!  

Glücklicherweise habe ich bereits ein paar Strategien zur Unterstützung meiner schwächlichen Selbstdisziplin entwickelt: 

1. Ich erzähle möglichst vielen Leuten von meinem Vorhaben. Zum einen kommt es ziemlich kreativ-cool, wenn man sagt, man schreibe ein Buch. Zum anderen hoffe ich, dass der eine oder andere in Zukunft mal nachfragen wird, wie’s denn so aussieht. Ich sag auch immer gleich dazu, dass ich mir wünsche, dass ab und an nachgefragt wird, um den Eindruck zu vermeiden, ich würde es erzählen, um kreativ-cool zu wirken. 

2. Ich werde zum Monatsbeginn einen kurzen Statusbericht hier ins Blog schreiben. Regelmäßige Berichterstattung als Grundlage für regelmäßige Arbeit. Motivator: Vermeiden der Scham, jeden Monat schreiben zu müssen, dass nichts vorangegangen ist. De Luxe Variante: Nennen eines konkreten Ziels bis zum nächsten Monat. Ich freue mich über Kommentare oder sogar Forderungen danach, falls ich sie nicht liefere, denn, herrje, auch für die Berichte braucht es schon Selbstdisziplin. 

3. Gestern hat mir ein Freund noch den Rat gegeben, möglichst jeden Tag an dem Buch zu arbeiten, auch wenn es nur wenige Minuten sind. Um das Schreiben besser in den Alltag einzugliedern. Plan ist, die Zeiten dann soweit wie möglich zu steigern.  

Und da aller guten Dinge 3 sind, gehe ich mit diesen Strategien erst mal an den Start. Ihr seid herzlich eingeladen, weitere Anregungen zu liefern.

Das Gegenteil von eingeladen: Uninvited. Hab das Video hier verlinkt, weil es eines meiner wichtigsten Lieder von Alanis Morissette ist und weil ich mir von meinem Buch ähnliche Dramatik erhoffe.

Alt und ein bisschen weise?

Landläufig herrscht die Meinung, man würde mit zunehmendem Alter und Erfahrung immer besser wissen, wie’s im Leben läuft und wohin man so will. Und ja, für einige Lebensbereiche kann ich das bestätigen, z.B. beruflich. Ich habe das Gefühl, mich weiterzuentwickeln. Ich kann mehr, weiß mehr, schaffe mehr, bekomme mehr als vor ein paar Jahren. 

Auf dem Gebiet meiner Liebesbeziehungen kann ich eine solche Entwicklungstendenz allerdings nicht feststellen. Im Gegenteil – je älter ich werde umso weniger weiß ich, was ich will, woran ich bin und was das alles überhaupt soll. Während ich vor 10 Jahren Jeden mit ehrlichem Blick in die Augen angestrahlt habe, dass ich längst meinen Mann fürs Leben gefunden habe, kann ich heute noch nicht einmal mehr sagen, ob ich einen Mann fürs Leben haben will. 

Gerade ruft eine Stimme in mir: Natürlich willst du das und der Richtige wird auch kommen, du musst nur dran glauben und dich auch endlich mal entsprechend aufführen! Ja, diese Stimme ist beizeiten kräftig und laut. Doch spätestens wenn ich mich in einer Bar oder Diskothek aufhalte oder wenn sich ein schon fast in Vergessenheit geratener Flirt unerwartet meldet, hat diese Stimme Sendepause. Nichts Besseres als Single zu sein, tun zu können was man will, keine Rücksicht nehmen zu müssen. Mein Jagdinstinkt killt alle Geborgenheitsbedürfnisse. So lange sich noch die gut aussehenden Typen Mitte 20 für mich interessieren, warum sollte ich mich jetzt schon festlegen? 

Ich habe diesen Zwischendrin-Status in den letzten Jahren beinahe zur Kunstform erhoben: laufe denen hinterher, die fliehen werden. Renn vor denen weg, die bleiben würden. Funktioniert immer wieder. Und an 98 von 100 Tagen geht es mir damit auch gut. An den anderen beiden kommt Panik in mir auf. Oberflächlich gesehen ist es die Panik, keinen mehr abzubekommen, die letzte Single-Frau auf Erden zu sein. Eine Ebene tiefer ist es die Angst der verpassten Gefühle. Wenn man sich nie auf eine Beziehung einlässt, sondern immer bereit zum Absprung bleibt, müssen die Emotionen unter Kontrolle bleiben. Ich kann mich deshalb so schwer auf eine Beziehung einlassen, weil ich Angst davor habe, verletzt und zurückgewiesen zu werden, wenn ich echte Gefühle investiere. 

So dachte ich bisher. Vielleicht stimmt das aber gar nicht. Vielleicht ist es genau umgekehrt. Vielleicht habe ich viel mehr Angst davor, dass in einer Beziehung auch nicht mehr Gefühl aufkommen würde als in den fakultativen Veranstaltungen. Vielleicht kann ich bei den vielen Wechseln sogar mehr fühlen als in einer stetigen Beziehung. 

Die wahre Angst ist die, in einer Beziehung still zu stehen. Meine Offenheit, meine Energie und meine Kreativität im harmonischen Beisammensein zu verlieren. Deshalb fühle ich mich auch hauptsächlich von Männern angezogen, die nicht die Aura des Bausparers haben. Und das sind eben genau die, die keine feste Beziehung wollen. Einige vielleicht auch genau aus diesem Grund. Die „Seriösen“ machen mir Angst. Da fühle ich mich schon versteinert, wenn ich nur in einen Umkreis von 5 Metern gerate. Ich fürchte um die Kraft meines „state of emergency“, so wie ich ihn in Jóga, einem meiner Lieblingslieder von Björk, verstehe. Ich glaube, das ist es in Wirklichkeit. 

Na, schau an, dann bin ich ja doch einen Schritt weiter gekommen. Ich suche also einen Mann, der mir alle Freiheiten lässt, der abenteuerlustig und outgoing ist und der auch mal sein eigenes Ding macht. Der mich aber gleichzeitig unaufhaltsam liebt, mein Wesen schätzt und mir zusätzliche Stärke gibt, dadurch dass ich mich fallen lassen kann und er mich auffängt. Der da ist, wenn ich ihn brauche, und der mir Raum gibt, wenn ich diesen brauche. Und der weiß, wann was der Fall ist. Und für den ich im Gegenzug genau das Gleiche sein und tun kann. 

Fantastisch. Jetzt wo ich weiß, was ich will, kann’s ja nicht mehr so schwer sein! Dumm wäre nur, wenn in der Liebe die gleichen Regeln wie beim Shoppen gelten. Dann werde ich in spätestens drei Monaten mit einem 45jährigen Beamten verheiratet sein, der mich sofort schwängern und hinter den Herd verweisen wird – und es wird mir auch noch gefallen. Prost Mahlzeit! J  

 

Keine Angst vor ungelebtem Leben

In der Persönlichkeitspsychologie gibt es den Begriff des „ungelebten Lebens“. Damit ist grob gesagt all das gemeint, was man eben nicht erlebt, weil man etwas anderes erlebt. In jedem Augenblick wird massenweise ungelebtes Leben produziert, indem man eben genau eine Sache tut und die tausend anderen möglichen nicht. Wer kinderlos bleibt, verpasst die Elternschaft. Wer sich früh bindet und treu bleibt, wird kein wilder Vamp. Wer als Kinderärztin arbeitet, kann nicht das Leben einer Atomphysikerin führen. Eigentlich ganz einfach. 

Es gibt Menschen, die sich sehr viele Gedanken über ihr ungelebtes Leben machen. Hätte ich doch nur… Wäre es nicht besser gewesen… Sollte ich nicht vielleicht doch… Diese Menschen zaudern und quälen sich damit, dass sie sich etwas verbaut haben. Dass sie alles falsch gemacht haben. Dass sie etwas verpassen. Sie haben enorme Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen und sich festzulegen. 

Nun, es macht sicher Sinn, ab und an zu überdenken, welchen Weg man im Leben gerade geht und zu prüfen, ob man sich auf diesem wohl fühlt und er noch der richtige ist. Tragisch wird es, wenn die Gedanken an das ungelebte Leben das tatsächliche Leben überdecken. Wenn man sich gar nicht mehr mit dem auseinandersetzt, was man gerade tut, sondern nur noch Energie für das Ungelebte hat. Dann hat man genau genommen gar kein Leben mehr. Wie schade! 

Es macht keinen Sinn, ständig zu grübeln, was man denn so vieles andere hätte tun können. Macht euch lieber Gedanken über das, was ihr tatsächlich tut. Und versucht zu ändern, was euch nicht gefällt. Aber immer von dem Punkt aus, an dem ihr euch gerade befindet. Weint nicht vergangenen Chancen hinterher, ihr erkennt durch den Tränendunst nicht mehr die Möglichkeiten, die sich jetzt bieten!  

Habt keine Angst vor ungelebtem Leben, ihr produziert es immer, egal was ihr tut. Freut euch lieber an dem Leben, das ihr wirklich lebt. Und nutzt es gut.

All is quiet…

„New Year’s Day“ von U2 ist eines meiner liebsten Lieder für eben diesen Tag. Für mich steht es für die „Unbeflecktheit“ des ersten Tages des Jahres. Die Zähler sind auf Null gestellt. Die Bilanz ist ausgeglichen.  

Das stimmt natürlich nicht wirklich, denn es ist schließlich nur ein Tag später als gestern und alles bleibt beim Alten. Nothing changes on New Year’s Day, wie es auch im Song heißt. 

Trotzdem, das Gefühl, dass etwas Neues begonnen hat, auch wenn es recht willkürlich an einem Datum festgemacht wird, ist erfrischend und befreiend. Dieser erste Tag ist das Tor zu neuen Erfahrungen und Erlebnissen, gut wie schlecht. Mach dich bereit.

Was, schon wieder ein Jahr vorbei?

Kurz vor dem Ende eines Jahres neigen die Menschen dazu, sich zu überlegen, was in Gottes Namen sie in den letzten 12 Monaten so gemacht haben und ob es denn nun ein gutes Jahr war oder ob alles nur noch viel schlimmer geworden ist. 

Ich selbst möchte nach einem Jahr sagen können, dass ich mich weiterentwickelt habe. Dass es einen Unterschied gibt zu dem Stand, den ich ein Jahr zuvor hatte. Das müssen keine umwälzenden Veränderungen sein, man kann ja schließlich nicht jedes Jahr einen evolutionären Sprung machen (also ich zumindest nicht). Aber ja, 2007 war einiges los und es hat sich was getan. Für mich eindeutig ein gutes Jahr! 

Jobmäßig war vor allem das letzte Quartal eine große Herausforderung. Mein mit Abstand größtes Projekt bislang. Für den Kunden enorm wichtig. Ein Zeitplan an der Grenze zum Wahnsinn. Hat mich mehr als einmal an meine Grenzen gebracht. Das ganze Team hat gearbeitet bis zum Umfallen. Großer Zeit- und Erfolgsdruck. Und wieder einmal: was uns nicht umbringt macht uns stärker. Am Ende: Ergebnis hervorragend, Kunde begeistert, Lob und Champagner am Freitag vor Weihnachten. Völlig erschöpft – auch körperlich – aber äußerst zufrieden in den verdienten Weihnachtsurlaub geglitten.    

Tolle Reisen hat’s 2007 auch gegeben. Gleich im Januar war ich auf La Réunion und Mauritius unterwegs. Mystische Nebelberge, überbordende Natur, feine Strände und ein spannender Kultur-Mix. Im Frühjahr dann York und London. England ist für mich immer wie nach Hause kommen. Und im Sommer dann Toskana und Verona. Habe mich in die italienische Leichtigkeit verliebt und einen neuen Lieblingsort gefunden. 

Musikalischer Höhepunkt war sicher das Police-Konzert im September in München. Unvergesslich. Auch gut: Seeed im August in Coburg. Sehr energiereich. 

Im Juli hatte ich dann mal kurz gedacht, einen Prinzen gefunden zu haben. Nach ein paar Küssen hat er sich dann doch als Frosch entpuppt. Da musste ich ihn wieder weghüpfen lassen. Und das ging überraschend leicht. 

Auch literarisch ist es voran gegangen (langsam zwar, aber was soll man machen…). Habe die Kamron-Geschichte fertig geschliffen, meinen ersten Mord geschrieben und beide hier im Blog veröffentlicht. Und ganz wichtig: habe im September den Plan gefasst, einen Roman zu schreiben. Ziel: Fertigstellung bis 40. Also bis ich 40 bin. Das sind noch etwa 15 Jahre (um genau zu sein sind es noch gut 6… but who keeps counting?). Erste Ideen gibt es schon. Es wird fantastisch und tragisch zugehen, es geht um Liebe, Macht und Magie. Aber nein: es wird nicht wie Harry Potter.

Und jetzt, kurz vor Jahresende, habe ich mich entgegen nicht lang zuvor gefasster Vorsätze mal wieder auf ein Abenteuer mit absolut ungewissem Ausgang eingelassen. Na gut. Manche Dinge bleiben offensichtlich gleich. 

Ich wünsche euch allen, dass euch auch ein paar gute Dinge einfallen, wenn ihr euer Jahr 2007 Revue passieren lasst. Und alles Gute für 2008!

I have to praise you

Menschen sind soziale Wesen. Die Beziehungen, die wir zu anderen haben, prägen unsere Persönlichkeit und geben uns wichtige Impulse zur eigenen Weiterentwicklung. In meinem Leben hat es eine Reihe entscheidender Menschen gegeben. Zu Beginn vor allem Eltern und Großeltern, später dann Freundinnen und noch ein wenig später: natürlich Jungs!  

Mit diesem Beitrag möchte ich mich bei drei von den Jungs bedanken, die eine besondere Rolle in meinem Leben gespielt haben und es immer noch tun. 

Zuerst und am wichtigsten: der Mann, mit dem ich den Großteil meines bewussten Lebens verbracht habe. Du hast mich zum ersten Mal lieben lassen. Was für ein großartiges und mächtiges Gefühl! Du hast mir erlaubt, mich komplett fallen zu lassen und hast mich ohne Einschränkung aufgenommen. Du hast mir die sichere Basis gegeben, von der aus ich mich auf die Suche nach mir selbst machen konnte. Diese Basis funktioniert bis heute. Mit dir habe ich unvergleichliche Komplizenschaft und Harmonie erlebt. Deshalb kann ich heute einschätzen, was für eine fantastische Sache eine Beziehung sein kann! Und du bist immer noch einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Deine Meinung und dein Rat sind mir teuer. Ich werde in neuen Beziehungen nichts Vergleichbares suchen, denn was wir hatten bleibt einmalig. 

Dann, nach der Trennung, haben zwei andere Jungs großen Einfluss genommen: der Mann mit der verminderten Küchenorganisation und der Inder. Unsere hemmungslos durchfeierten Nächte waren einfach herrlich und zu dem Zeitpunkt genau das, was ich gebraucht habe. Ihr habt die weitgehend ungezähmte Seite in mir geweckt. Sie war zweifelsohne schon da, sie hat nur meist geschlummert. Tja, nun ist sie hellwach und wird sich auch so bald nicht wieder schlafen legen. Aber es geht keinesfalls nur ums Ausgehen: die Zeit mit euch hat mich offener, lockerer und deutlich extravertierter werden lassen. Das hat sich auf mein gesamtes Verhalten und Selbstverständnis ausgewirkt und ich möchte sagen, durchgehend positiv. 

Zusammenfassend: ich preise euch drei! Habt Dank und seid versichert, dass ich mit einem glücklichen Lächeln an euch denke. Durch euch bin ich exzellent gewappnet für den nächsten Mann, der einen dauerhaft bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Tauch ein ins Leben und spüre!

Das Wichtigste im Leben ist, sich lebendig zu fühlen. Und damit meine ich, die Energie und Kraft des Lebens richtig bewusst wahrzunehmen. Das tut man nicht in jeder Minute im Alltag, sondern bei besonderen Erlebnissen oder in besonderen Augenblicken.  

Was können das für Erlebnisse sein? Ganz unterschiedliche. Bei mir funktioniert zum Beispiel Musik hervorragend. Überaus gut sind Live-Konzerte. Du spürst die Musik mit deinem ganzen Körper. Du vergisst die Regeln. Du darfst springen, tanzen, singen, schreien, klatschen. Du machst weiter bis dein Körper erschöpft ist, dein Geist gibt dir immer noch mehr Energie. Du bist leicht und gleichzeitig verwurzelt wie selten. 

Frisch verliebt zu sein hat eine ähnliche Wirkung. Du schwebst wie in Trance und gleichzeitig ist deine Wahrnehmung merkwürdig klar. Manchmal ist es auch einfach ein Lied, das dich so berührt, dass du einfach weinen muss. Oder das unerwartete Lächeln eines Fremden, an dem du auf der Straße vorbei gehst. Der Schmetterling, der dir über den Weg tanzt. Oder du findest in einem Buch einen fundamentalen Gedanken und du hältst inne, um ihn zu würdigen. 

Der Trick ist, mit wachen Sinnen und offenem Herzen durchs Leben zu gehen. Gefühle zuzulassen, Kontrolle aufzugeben. Und eben dadurch bis zum Grund einzutauchen ins Leben und es so wundervoll intensiv zu spüren.  

Natürlich gehören dann beizeiten auch negative Gefühle dazu: Einsamkeit, Schmerz, Verlust, Sorge. Doch das ist gesund. Wer stark positiv empfindet, kann es auch in die andere Richtung ertragen. 

Es gibt Menschen, die nie oder nur sehr selten so intensiv fühlen. Sie haben meist keinen guten Kontakt zu ihrem Selbst und ihren Gefühlen. Vielleicht weil sie es nie gelernt haben oder weil ihnen Dinge zugestoßen sind, die sie dazu gebracht haben, die Verbindung zu kappen, um zu überleben. Diesen Menschen wünsche ich, dass sie es schaffen, bereit für den Kontakt zu werden und dass ihnen jemand zu Hilfe kommt. 

Und dann gibt es noch Menschen, die relativ bewusst starke Empfindungen aus ihrem Dasein ausschließen. Sie finden es vielleicht naiv oder unangemessen, sich gehen zu lassen, zu staunen, zu fühlen. Menschen, die rein von der Vernunft regiert sind, die meinen, Gefühle sind ein Zeichen von Schwäche. Diese Menschen zahlen für ihre vermeintliche Sicherheit und Souveränität einen hohen Preis, denn ihr Leben ist leer und starr.

Perfection not required

Es geht nicht darum zu sagen „für immer“
Es geht nicht darum zu sagen „einzig und allein“
Es geht nicht darum zu sagen „alles für dich“

Kein Mensch kann das versprechen, denn
das Leben kommt ohne Garantie.

Es geht darum zu sagen „ich kann da sein für dich“
Es geht darum zu sagen „ich will mich darauf einlassen“

Es geht darum zu sagen „ich werde mein Bestes geben“

Natürlich kann immer etwas schief gehen.
Na und? Dann hast du zumindest wirklich gelebt.

Ich habe bisher nichts bereut.

Strike!

Wer hätte das gedacht? Er ist tatsächlich der Richtige! Zwar nicht für eine Beziehung, aber für eine ziemlich coole Freundschaft.

Gott segne die Oliven. J

Oliven-Evolution

Ich fand Oliven scheußlich. Bis zu diesem Tag vor vielen Jahren, an dem ich beim Pizza Aussuchen unglaubliche Lust auf schwarze Oliven bekam. Also habe ich eine Pizza mit schwarzen Oliven bestellt und seitdem mag ich sie. Die grünen übrigens auch. Ohne ersichtlichen Grund ist plötzlich alles anders. Du magst auf einmal, was du vorher nicht leiden konntest. Du willst das, an dem du zuvor kein besonderes Interesse hattest. Du wünschst dir Dinge, die du vorher nicht in Betracht gezogen hast. 

Es gibt noch mehr Beispiele: Diese kanadische Teenage-Göre, die in ihren Musikvideos so pseudo-erfahren arrogant daher kommt. Plötzlich kaufst du eine CD von ihr und findest dich ganz ehrlich in ihren Songs wieder. Oder auch Klamotten: helle Farben trag ich nicht, die machen mich blass! Und auf einmal kommst du vom Einkaufsbummel zurück und in deinen Tüten ist nichts anderes zu finden als Weiß und helles Lila. 

Mit Menschen kann das genauso passieren. Du kennst jemanden schon eine Weile und ihr habt auch schon einiges zusammen erlebt und es ist dir so sonnenklar, dass ihr Freunde seid, aber nicht mehr. Und dann, ganz plötzlich, siehst du ihn mit anderen Augen. Du fängst an zu denken, vielleicht, ja tatsächlich, vielleicht könnte er der Richtige sein. Überhaupt denkst du sehr viel an ihn. Oh Gott.  

Pizzabelag, Musik und Mode machen wenig Probleme. Falls du dich geirrt haben solltest, wird nichts Schlimmes passieren. Du musst höchstens die Oliven von der Pizza pulen, wenn sie doch nicht schmecken. Oder du fragst dich, wem in aller Welt du wohl diese blöde CD schenken könntest. Oder du hast ein paar Stoffleichen mehr in deinem Kleiderschrank. Aber wenn du dich mit ihm irrst, steht viel mehr auf dem Spiel. Er würde verletzt werden, wenn du nach kurzer Zeit feststellst, dass er doch nicht der Richtige ist. Wäre schließlich nicht das erste Mal, dass dir das passiert. Und wenn er kein Interesse hat, stehst du auch irgendwie blöd da. Wäre auch nicht das erste Mal. Wovor du richtig Angst hast, ist, dass eure Freundschaft solche Wirrungen nicht übersteht. 

Aber so zu tun, als wäre nichts, ist auch keine Alternative. Denn wovor du am meisten Angst hast, ist, dass du eine Chance, richtig glücklich zu werden, aus Angst vorüber gehen lässt. Das könntest du dir nie verzeihen.