Archiv der Kategorie: Postkarte der Woche

Postkarte der Woche (28/2020)

Heute: Dürers Tierleben, Teil 2. Der Hirschkäfer, wunderbar detailreich, Aquarell und Gouache, von 1505. Im Römischen Reich wurden die Larven des Hirschkäfers wohl als Delikatesse gegessen und die „Geweihe“ der männlichen Käfer als Amulett getragen. In Deutschland steht der Hirschkäfer heute auf der Roten Liste als „stark gefährdet“. Daran sind jedoch nicht die alten Römer schuld, sondern die Zerstörung von für den Käfer geeigneten Lebensräumen…

Postkarte der Woche (27/2020)

Willkommen bei Dürers Tierleben! Albrecht Dürer (1471-1528) zählt zu den wichtigsten Renaissance-Künstlern. Viele seiner Werke zeigen Tiere – heimische und exotische – und in den kommenden Wochen lernen wir einige von ihnen kennen. Wir starten mit dem Walross, einer aquarellierten Federzeichnung von 1521… mit immensen Stoßzähnen und leicht irrem Blick.

Als Extra zum Start von Dürers Tierleben eine Radierung des Albrecht-Dürer-Hauses in Nürnberg, ab 1509 seine Wohn- und Arbeitsstätte, heute Dürer-Museum (Radierung von Lorenz Richter).

Postkarte der Woche (26/2020)

Vor 75 Jahren (26.06.1945) wurde in San Francisco die Charta der Vereinten Nationen unterzeichnet. Dieser Gründungsvertrag der UN nennt folgende als die wichtigsten Aufgaben: die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit.

Am 01.01.2016 traten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der UN mit einer Laufzeit bis 2030 in Kraft. Die SDGs sollen weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen.

Die Postkarte der Woche zeigt die 17 Ziele. Es gibt viel zu tun! Das Gute: Sogar faule Menschen können die Welt retten.

Postkarte der Woche (25/2020)

Vierter und letzter Teil der Miniserie „Souvenir-Superlative“: meinen exotischsten Europa-Urlaub habe ich Ende 2006 auf der kleinen Insel La Réunion verlebt. Östlich von Madagaskar im Indischen Ozean gelegen, gehört La Réunion zu Frankreich und damit zur Europäischen Union.

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war sie unbewohnt, dann besiedelten Franzosen die Insel. Für die Arbeit auf ihren Zuckerrohr- und Vanille-Plantagen verschleppten und versklavten sie Menschen aus Madagaskar, Ostafrika und Indien. Heute gibt es einen entsprechenden bunten Bevölkerungs- und Kulturenmix. La Réunion ist vulkanischen Ursprungs und hat ein tropisch-regenreiches Klima; das Ergebnis ist üppig grüne und blütenprächtige Vegetation.

Einige Tage habe ich in der Hauptstadt St. Denis verbracht und mir in einer kleinen Bäckerei gerne eine Nachmittagssüßigkeit gekauft. Die Bäckerei war typisch französisch, mit Baguettes, Pains au Chocolat, Tartes, und so weiter. Im Laden hätte man glauben können, man befinde sich in einem Dorf nahe Paris oder in der Normandie. Aber dann nimmst du dir deine Leckerei, verabschiedest dich freundlich und sobald du durch die Türe trittst, bist du wieder im exotischen Tropenparadies.

P.S. Wahrscheinlich hat mich die grün-bunte Üppigkeit der Insel dazu gebracht, ausschließlich Postkarten in schwarz-weiß mit nach Haus zu nehmen…

P.P.S. Nach den Tagen in St. Denis bin ich zu einer Mietwagen-Rundreise aufgebrochen; eine Station war Cilaos, ein zauberhafter Ort im Inselinneren.

Postkarte der Woche (24/2020)

Teil 3 der persönlichen Souvenir-Superlative: In Mexiko, auf der Halbinsel Yucatán, habe ich 2005 mein ungewöhnlichstes Weihnachten verbracht. Baden in der Karibik bei knapp 30 Grad Sonnenschein, aufblasbare Schneemänner auf dem Weg vom weißen Sandstrand zum Hotel, Krippenspiel samt Santa Claus mit Rentierschlitten nebst prächtigem Weihnachtsbaum in der luftigen Hotel-Lobby. Mir hat’s gefallen und ich habe nichts vermisst.

In diesem Urlaub habe ich „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel García Márquez zum ersten Mal gelesen, das ich jetzt erneut zur Hand genommen habe, nachdem es im Literarischen Quartett besprochen wurde. Anekdotisch wird der Aufstieg und Verfall des kolumbianischen Dorfes Macondo und damit eng verwoben die Geschichte der Familie Buendía erzählt. Nicht umsonst gilt der Roman als eines der wichtigsten Werke des Magischen Realismus: es wimmelt von Gespenstern und fabelhaften Mysterien. Die Menschen sind getrieben von maßloser Leidenschaft und ihrer Einsamkeit. Auf diese Welt muss man sich einlassen und viel am Stück lesen, dann entfaltet der Zauber seine Wirkung.

Postkarte der Woche (23/2020)

In Ägypten habe ich den stillsten Ort gefunden, in Kopenhagen habe ich den bisher nassesten Urlaubstag erlebt. Das war im August 2008 und es hat den ganzen Tag ohne Unterlass geregnet. Stark geregnet. Ein Schirm hat nichts geholfen, der Regen klatschte von unten an den Beinen bis fast zu den Knien hoch. Meine Sneakers waren noch tagelang untragbar durchnässt…

Eine der Zufluchten vor dem Regen war Thorvaldsens Museum, zentral gelegen, dem dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770–1844) gewidmet.

Postkarte der Woche (22/2020)

Superlative können schnell unter den Verdacht der Effekthascherei geraten. Persönlich empfundene Superlative, die schöne Erinnerungen beherbergen, sind allerdings etwas anderes! Mit vier solchen Souvenir-Superlativen setzen wir unsere Postkartenreise fort. Hier ist Nummer eins.

Mein stillster Ort: der Berg Sinai. Kein Rauschen von Meer oder Straßenverkehr, kein emsiges Treiben von Mensch oder Tier, kein Windhauch. Nur Stille. Richtig bewusst wurde mir diese Stille, als einmal doch ein kleiner Vogel vorbeizwitscherte. Schnell war er verschwunden und es wurde wieder ganz still.

Postkarte der Woche (21/2020)

Wir nehmen heute Abschied von der National Gallery, und zwar mit „Die Gesandten“ („The Ambassadors“) von Hans Holbein dem Jüngeren (1497/8-1543), einem der bedeutendsten Portraitmaler der Renaissance. „Die Gesandten“ entstand 1533 in London. Das Gemälde ist ausdrucksstark, detailreich und detailtreu. Der Clou dieses Werks befindet sich auf dem Boden, zwischen den Füßen der beiden Männer. Man muss ganz nah an das Bild heran treten, an den rechten Rand, und es aus flachem Winkel betrachten, dann erkennt man die Anamorphose: einen Totenschädel.

Postkarte der Woche (20/2020)

Nach der Madonna in der Felsengrotte treffen wir heute Venus, Göttin der Liebe. Auch sie ist in der Renaissance entstanden, den Pinsel führte Sandro Botticelli um 1485. Das Bild heißt „Venus und Mars“ und zeigt die beiden nach dem Liebesakt, Kriegsgott Mars erschöpft schlummernd. Das Gemälde kann gedeutet werden als die Überwindung von Gewalt und Krieg durch die geistige Macht der Liebe.

Die Website der National Gallery bietet auch zu diesem Werk weitere Informationen.

Postkarte der Woche (19/2020)

Man darf jetzt wieder Menschen außerhalb des eigenen Haushalts treffen. Das nutzen wir sogleich und treffen diese und nächste Woche jeweils eine berühmte Dame in der National Gallery. Maske müssen wir dabei nicht tragen und auch die Abstandsregeln können wir getrost ignorieren. Dame der heutigen Woche ist die Muttergottes höchstselbst, gemalt von Leonardo da Vinci. Das Bild trägt den Titel „The Virgin of the Rocks“. Eine frühere Fassung des Gemäldes ist im Louvre in Paris zu sehen und die Geschichte dazu ist bei Wikipedia zu lesen.