Ungleichgewichtige Unzulänglichkeiten


So ein Ego ist eine komische Sache: Ohnehin so gut wie immer präsent, macht es sich manchmal richtig breit. Will stets gepflegt und gestreichelt werden. Und wehe, es wird ihm einmal nicht recht gemacht; dann ist es bis ins Mark getroffen und spielt die beleidigte sissy. – Meines zumindest verhält sich so.

 

Fühlt sich das Ego beispielsweise unzureichend gewürdigt und übergangen, weil jemand anderes aus seiner Sicht bevorzugt behandelt wurde, herrscht helle Aufruhr. Wird diese nach außen getragen, trifft sie auf überraschte und betroffene Gesichter, denn kaum jemand hatte damit rechnen können.

 

So anstrengend das mitunter sein kann, hat es etwas sehr Gutes: Es wird in neue Richtungen gedacht, vernünftige Ziele werden definiert, frische Energie wird investiert. Das jäh ausgelöste Ungleichgewicht eröffnet die Chance, ein neues Gleichgewicht auf einem höheren Niveau zu erreichen. Ein grundlegendes Prinzip in entwicklungspsychologischen Ansätzen, zum Beispiel bei Jean Piaget.

 

Und so betrachtet bin ich meinem Ego doch sehr dankbar dafür, dass es so ist, wie es ist.

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